ÖBB Geschäftsbericht 2023
Konzernlagebericht 98 Operativer Betrieb Um das Risiko eines Umsatzrückgangs und Mehraufwands durch Qualitätsprobleme bei Anlagen – beispielsweise Rollmaterial und Lokomotiven – zu vermindern, werden regelmäßige Überprüfungen der Anlagen als Maßnahmen durchgeführt. Meldesysteme werden optimiert, Instandhaltungsleistungen werden auf zusätzliche Anbieter ausgeweitet und entgegenwirkende Notfallsysteme werden verbessert. Das Risiko terroristischer Attacken und Sabotageakte wird sowohl durch gezielte Maßnahmen und Anweisungen (Verhaltensempfehlungen) als auch durch die enge Zusammenarbeit und Abstimmung mit dem Bundesministerium für Inneres gemindert. Bestehende Notfall- und Krisenpläne werden regelmäßig evaluiert und im Rahmen entsprechender Übungen überprüft. Diese Aussagen gelten auch für das konzernweit betrachtete Risiko eines möglichen Blackouts. Für den Fall eines generellen Netzausfalles sind entsprechende Maßnahmen ausgearbeitet und auch in bewerteter Form im Risikomanagement abgebildet. Risiken aus höherer Gewalt und Naturgefahren wird mit etablierten Systemen und Programmen begegnet. So ist etwa ein Naturgefahrenmanagement implementiert (inkl. Wetterinformationssystem, Hochwasserinformationssystem, Naturgefahrenhinweiskarte). Das Risiko durch Nicht- oder Teilumsetzung geplanter Maßnahmen zur Produktivitäts- steigerung wird durch laufendes Monitoring der Maßnahmen überwacht und minimiert. Absatz und Vertrieb Risiken bestehen sowohl durch Unsicherheiten in Bezug auf die Konjunkturentwicklung und damit einhergehenden geringeren Zahlen an Reisenden und Transportmengen sowie durch den steigenden Wettbewerb. Die in der Beschaffung schlagend werdenden Bezugsrisiken aufgrund von Preissteigerungen wirken sich auch auf die Absatzbereich durch fehlende Abgeltung auf Kund:innenseite aus. Preis- und Mengenrisiken im Portfolio tragen dieser Entwicklung Rechnung. Zur Minderung tragen die Beobachtung und Analyse des Kund:innenverhaltens sowie gezielte Anpassung des Angebots und entsprechende Verhandlungen in Hinblick auf die Leistungskompensation bei. Sowohl durch die Erweiterung des Unternehmensportfolios als auch durch entsprechende Neuangebote werden die Chancen erhöht, neue Märkte und Kunden:innen hinzuzugewinnen oder das Marktpotenzial bestehender Kund:innengruppen weiter auszuschöpfen. Risiken aus der Abhängigkeit von einzelnen Großkunden wird durch verstärkte Kund:innenbindung und Beobachtung der Marktlage der Kund:innen entgegengewirkt. Personal, Führung und Organisation Die Ansteckung von Mitarbeiter:innen mit einem pandemisch wirkenden Virus kann – analog zur COVID-19-Situation – zu Ressourcenengpässen führen. Risikomindernd wirken gegebenenfalls die bereits erarbeiteten verhaltensbezogenen und organisatorischen Maßnahmen sowie vorbeugende Gesundheitsmaßnahmen. Im Personalbereich besteht das Risiko, dass durch Nicht- bzw. Teilumsetzung von geplanten Maßnahmen wie beispielsweise Effizienzsteigerungen, entsprechendes Recruiting und ausreichender Wissenstransfer zusätzlicher Personalmehraufwand entsteht. Risikominimierend wirkt ein umfassendes Monitoring. Unsicherheiten in Bezug auf die Entwicklung der Inflation führten im Berichtsjahr verstärkt zu Risiken in Bezug auf geplante Gehaltsvalorisierungen, da es jährlich zu planabweichenden Gehaltsabschlüssen kommen kann. Um diesem Risiko zu begegnen, werden diverse Kompensationsmaßnahmen entwickelt. So kann bei Schlagendwerden dieses Risikos entsprechend reagiert werden und die Ergebniseffekte bleiben gering. Recht und Haftung Der „Code of Conduct” enthält und regelt die ethischen Grundsätze und allgemeinen Prinzipien, an denen das wirtschaftliche Handeln des Konzerns ausgerichtet ist. Durch diesen Kodex wird unter anderem das Risiko von Kosten durch Strafen bei Verstößen gegen kartellrechtliche Bestimmungen gemindert. Das bestehende Compliance-Team arbeitet vor allem in diesem Risikofeld als ein wesentlicher Teil des Risikofrüherkennungs- und Überwachungssystems. Das dient in weiterer Folge auch der Risikovermeidung und somit auch der Schadensabwehr. Die Änderung von Rechtsvorschriften und Regelwerken kann z. B. durch neue technische oder organisatorische Vorgaben zu erhöhten Systemkosten führen. Das gilt sowohl auf nationaler als auch auf internationaler Ebene. Dementsprechend sorgfältig werden die Entwicklungen verfolgt und auf mögliche Auswirkungen hin untersucht, um frühzeitig reagieren zu können. | LB53
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