ÖBB Geschäftsbericht 2023
97 Konzern- lagebericht Die verbindliche Konzernrichtlinie und das ebenfalls konzernweit verbindliche Chancen- und Risikomanagement- Handbuch definieren Regeln, Spielräume und Mindestanforderungen des Risikomanagements für alle einbezogenen Unternehmenseinheiten. Das oberste Ziel der Risikopolitik ist die uneingeschränkte Absicherung der Unternehmens- tätigkeit. Demnach sollen Risiken nur dann eingegangen werden, wenn ihre Dimension abschätzbar ist und gleichzeitig mit einer erwarteten Steigerung der Erträge und des Unternehmenswerts einhergehen. Ukrainekrise Angesichts der geopolitischen Entwicklungen in der Ukraine wurde im ÖBB-Konzern im Berichtszeitraum im Rahmen der regulären Risikoinventur verstärktes Augenmerk auf mögliche Einflussfaktoren durch den bestehenden Konflikt gelegt. Konzernweite (technische, personelle und prozessuale) Maßnahmen zur Vermeidung von Sanktionsverstößen wurden gesetzt und überwacht. Dem Aufsichtsrat wurde über Risiken sowie die eingeleiteten Maßnahmen im Rahmen der Risikoberichterstattung berichtet. Die für die ÖBB relevanten Ungewissheiten und Auswirkungen aus dieser Situation lassen sich analog zum allgemeinen Risikoinventar den bestehenden Risikokategorien zuordnen. Prozess Chancen- und Risikomanagement Strategie LB52 | Chancen- / Risikoidentifikation – Identifizieren – Analysieren Chancen- / Risikobewertung – Bewerten – Eintritts- wahrscheinlichkeit und Auswirkung – Zusammenfassen gleichartiger Chancen / Risiken – Aggregieren Chancen- / Risikosteuerung – Maßnahmen planen – Umsetzen – Überwachen Chancen- / Risiko- berichterstattung – Risikoverantwortliche Mitarbeiter:innen – Vorstand – Prüfungsausschuss / Aufsichtsrat Ukrainekrise Prozess Chancen- und Risikomanagement Dieser Prozess wird durch eine Risikomanagementsoftware unterstützt. Die eingesetzte Software wurde 2023 durch eine umfangreiche Markterkundung auf Funktionalität und Aktualität hin überprüft und in Folge auf den neuesten technischen Stand gebracht. Einzelrisiken und -chancen werden neben der Beurteilung durch die Fachexpert:innen auch in der konzernweiten Chancen- und Risikoplattform geprüft. In der Folge werden Berichte an die Leitungsgremien erstellt, die die wichtigsten Risiken und die entsprechenden Gegenmaßnahmen oder Chancen abbilden. Auf dieser Grundlage werden den Aufsichtsräten sowie den eingesetzten Prüfungsausschüssen der ÖBB-Holding AG und der Konzerngesellschaften umfassende Informationen zur aktuellen Chancen- und Risikosituation zur Verfügung gestellt. Für das Jahr 2024 verteilen sich die wichtigsten Chancen und Risiken, von denen keines bestandsgefährdend ist, wie folgt auf die einzelnen Chancen- und Risikofelder: Strategie Die potenziellen Folgen von möglichen Pandemien sind konzernübergreifend als Risiken in Hinblick auf eine mögliche Verschlechterung von Ergebnissen und Liquidität berücksichtigt. Dabei wirken die Erfahrungen und Erkenntnisse aus dem Umgang mit der COVID-19-Pandemie mit ein. Das Programm „Nordstern” ist weiterhin in Umsetzung und bildet – aufbauend auf den Vorjahren – einen wesentlichen Faktor in der zukunftssicheren Ausrichtung des ÖBB-Konzerns. Dieses Transformationsprogramm wurde unter Einbindung aller Konzerngesellschaften erarbeitet. Es soll das Unternehmen auf wesentliche Herausforderungen und Risiken in den kommenden Jahren vorbereiten, die sich insbesondere aus dem verschärften Wettbewerbsdruck und dem technologischen Wandel ergeben werden. Definierte Maßnahmen zur Umsetzung des Konzepts finden in der Budget- und Mittelfristplanung Berücksichtigung. Es wird ein regelmäßiges Monitoring dieser strategischen Maßnahmen durchgeführt. Auch auf die Themen „Wissenstransfer” und „Nachfolgemanagement” wird verstärktes Augenmerk gelegt, wobei der Generationenwechsel zeitgleich als Chance wirkt, um die Organisation erfolgreich für die Zukunft aufzustellen.
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