ÖBB Geschäftsbericht 2023

Konzernlagebericht 110 Highlights 2023 16 neue Akkutriebzüge Im Jahr 2023 bestellten die ÖBB 16 elektrisch betriebene Cityjet-Akkutriebzüge, die ab 2028 im Nah- und Regionalverkehr entlang der Kamptalbahn eingesetzt werden sollen. Die Einführung dieser neuen Akkutriebzüge markiert einen bedeutenden Schritt in Richtung Dekarbonisierung des regionalen Schienenverkehrs. Dank ihres Antriebssystems können diese Züge sowohl auf bereits elektrifizierten als auch auf nicht elektrifizierten Strecken eingesetzt werden und werden dieselbetriebene Züge ersetzen. Durch den Einsatz der neuen Akkutriebzüge können über eine Mio. Liter Diesel pro Jahr eingespart werden. Mehr Abfalltransporte auf Schiene Mit der Novellierung des Abfallwirtschaftsgesetzes und dem Inkrafttreten der neuen Transportklausel müssen seit 01.01.2023 Abfalltransporte mit einem Gesamtgewicht von mehr als 10 t ab einer Distanz von 300 km mit der Bahn transportiert werden. Ab Jänner 2024 haben Abfalltransporte bereits ab 200 km bzw. und ab Jänner 2026 ab 100 km auf der Schiene zu erfolgen. In Summe kann von einem Gesamtpotenzial von mehreren Millionen Tonnen mehr an Abfalltransporten auf der Schiene gesprochen werden. Deshalb entwickelt die Rail Cargo Group seit 2023 in enger Zusammenarbeit mit ihren Kunden neue Logistikkonzepte und konnte so bereits rund 200.000 t zusätzlich von der Straße auf die Schiene verlagern. Mehr erneuerbarer Strom aus eigener Versorgung Noch mehr Verkehre vom Straßen- und Flugverkehr auf die klimafreundliche Schiene zu verlagern ist das Ziel der ÖBB. Die Klimavorteile des ÖBB Schienenverkehrs sind vor allem im eingesetzten Traktions- / Bahnstrom begründet, der seit 2018 zu 100% aus erneuerbaren Energien stammt. Die aktuellen Entwicklungen am Energiemarkt zeigen, dass eine höhere Unabhängigkeit sowie eine hohe Versorgungssicherheit wesentlich sind, um die Verkehre kontinuierlich abwickeln zu können. Die im Juni 2023 präsentierte neue Energiestrategie der ÖBB zielt genau darauf ab. Bis 2030 wollen die ÖBB durch den Ausbau und die Modernisierung der eigenen Wasser-, Solar-, und Windkraftanlagen gemeinsam mit Partnern den Eigenversorgungsgrad beim Bahnstrom von 60% auf 80% und bei den Betriebsanlagen von 11% auf 67% steigern. Das bedeutet in Summe: Ein Plus von ca. 800 GWh in der Eigenversorgung – zusätzlich zu derzeit 970 GWh. So werden die ÖBB unabhängiger von externen Energielieferanten und entlasten auch das öffentliche Stromnetz. Außerdem soll die innerbetriebliche Energieeffizienz beispielsweise durch die Modernisierung des Bahnstromnetzes oder die Gebäudeoptimierung um 25% gesteigert werden. Um die Ziele der Energiestrategie umzusetzen und dem Konzern mehr Unabhängigkeit zu verschaffen, investieren die ÖBB rd. 1,6 Mrd. EUR. Über 81.000 Bewerbungen bei den ÖBB Mit über 81.000 Bewerber:innen wurde 2023 eine deutliche Steigerung gegenüber dem Vorjahr (Vj: 57.000 Bewerbungen) erzielt – Tendenz steigend. Diese hohe Zahl zeigt die Attraktivität der ÖBB als Arbeitgeber. Der Fokus beim Recruiting wurde unter anderem durch gezielte Auslandsaktivitäten erweitert. Durch eine Vielzahl an Maßnahmen konnten auch dort neue Rekorde an Bewerber:innen erzielt werden. Die Diversität der Mitarbeiter:innen ist ein unverzichtbarer Teil des Erfolgs und Unternehmenskultur der ÖBB. Als Unterstützung bei der Besetzung von offenen Stellen soll künftig verstärkt auch das neue „ÖBB Jobanbahner:innen“ – Programm weiterhelfen. Unter dem Credo „Mitarbeiter:innen werben Mitarbeiter:innen“ wurde 2023 das neue konzernweite Empfehlungsprogramm ins Leben gerufen. Ziel ist es damit, offene Positionen schneller besetzen zu können, wenn Kolleg:innen passende Personen aus ihrem Umfeld zur Bewerbung motivieren. Dies ist ein weiterer wichtiger Schritt in Richtung Zukunft, da sich bereits bei den Bewerbungen zeigt, dass ein Drittel aller langfristigen Einstellungen einer Empfehlung zuzurechnen ist. Die neue Welt der Nachhaltigkeitsberichterstattung Wie bei vielen anderen Unternehmen in Europa steht auch das Nachhaltigkeitsreporting des ÖBB-Konzerns vor einer bedeutenden Veränderung. Die „Corporate Sustainability Reporting Directive" der EU (CSRD) definiert mit den „European Sustainability Reporting Standards“ (ESRS) erstmals für alle betroffenen Unternehmen einheitliche und verpflichtend anzuwendende Nachhaltigkeitsberichtsstandards. Damit gibt es ab dem Berichtsjahr 2025 eine rechtlich verpflichtende Nachhaltigkeitsberichterstattung – auch für den ÖBB-Konzern. Die neue Richtlinie erweitert die Berichtspflicht für große Unternehmen erheblich und zielt darauf ab, die Transparenz, Vergleichbarkeit und Digitalisierung des Nachhaltigkeits- reportings zu erhöhen. | LB65

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