ÖBB Geschäftsbericht 2023
117 Konzern- lagebericht Highlights 2023 Aufbauend auf dem „Nationalen Energie- und Klimaplan“ wird das jährliche Investitionsprogramm um 5% pro Jahr ausgeweitet. Das wurde auch im Rahmenplan 2023 bis 2028 mit einem Gesamtvolumen von rd. 19,0 Mrd. EUR für die nächsten sechs Jahre bestätigt. Der Rahmenplan gilt für sechs Jahre und wird jährlich um ein Jahr rollierend erweitert und von der Bundesregierung beschlossen. Die ÖBB investieren im Personenverkehr bis 2030 rd. 6,1 Mrd. EUR in ihre neue Flotte. Davon sind rd. 3,7 Mrd. EUR für Züge im Nahverkehr bestimmt und rd. 1,6 Mrd. EUR für Züge im Fernverkehr. Zusätzlich werden rd. 0,8 Mrd. EUR in Fahrzeugumbauten investiert. Für die Kund:innen bedeutet das rd. 330 neue Züge im Nah- und Fernverkehr und mehr als 100.000 moderne Sitzplätze in den nächsten Jahren. Aber auch im Bereich der Rail Cargo Group gab es ab 2022 Neuerungen. TransNET ist ein flächendeckendes Netzwerk der Rail Cargo Group, auf dem die Rail Cargo Group mit ganzen Wagenladungen, Einzelwagen, Containern, Ganzzügen oder auf der Rollenden Landstraße unterwegs ist (siehe Kapitel G.9). Ausblick 2024 Das Ziel ist es, noch mehr Menschen und Güter auf der Bahn zu transportieren. Dazu braucht es mehr Kapazitäten durch neue und besser ausgelastete Strecken. Mit den beschlossenen Investitionen von rd. 21,1 Mrd. EUR für den ÖBB- Rahmenplan im Zeitraum 2024 bis 2029 sichert das Bundesministerium für Klimaschutz den eingeschlagenen Investitionskurs in grüne Mobilität nachhaltig ab. Der Bahnausbau geht konsequent weiter und leistet somit einen wesentlichen Beitrag zur Verkehrs- und Klimawende. Im Bereich Personenverkehr kommt es mit dem Fahrplan 2024 zu einem Plus an Angebotskilometern und damit zum konsequenten Ausbau des Angebots im Nah- und Fernverkehr im Vergleich zum Vorjahr. Darüber hinaus wird über die ÖBB 360°Mobilitätspakete am Ausbau von attraktiven Mobilitätsservices für die erste und letzte Meile gearbeitet (siehe Kapitel G.9). Trotz dem durch mangelnde Kostenwahrheit die Wettbewerbsfähigkeit der Schiene gegenüber der Straße laufend sinkt, gibt es in Teilbereichen Erfolge zu verzeichnen und damit mehr Verkehr auf der Schiene. Gründe dafür sind unter anderem eine Novelle im Abfallwirtschaftsgesetz und ein überarbeitetes Fördersystem für Anschlussbahnen für Unternehmen. Um die infrastrukturellen Voraussetzungen dafür weiter zu optimieren, wurden im Rahmenplan unter anderem Mittel für die Errichtung und Anpassung von Güterladestellen vorgesehen. So wird der Umschlag von Transporten zwischen Straße und Schiene noch attraktiver. Generell ist im mittelfristigen Trend zu beobachten, dass sich der Schienengüterverkehrsmarkt in Europa rasant transformiert – neue Branchen, neue Kunden sowie ein Fokus auf Digitalisierung, Innovation und Nachhaltigkeit. Im Zuge dessen treibt die Rail Cargo Group die Digitalisierung und Innovationen im Schienengüterverkehr weiter voran. Abläufe zu automatisieren, sie einfacher und schneller zu gestalten und analoge, aufwendige und teure Prozesse durch digitale Lösungen zu ersetzen, sind erklärte Ziele der Rail Cargo Group. Das senkt die Kosten, steigert die Transparenz und schafft Effizienz. Darüber hinaus sollen mit Tür-zu-Tür-Lösungen in den kommenden Jahren vor allem mittelständische Kunden angesprochen werden – mit Sendungsgrößen von einem Container bis hin zu einer Wagengruppe. Der Auftraggeber muss dabei nicht zwingend einen eigenen Bahnanschluss haben. Treibhausgas-Emissionen der ÖBB 2023 (THG-Bilanz) Die THG-Bilanz der ÖBB wird jährlich vom Umweltbundesamt berechnet bzw. geprüft. Zusätzlich zu Scope 1 und Scope 2 werden auch Scope 3-Emissionen angeführt. Insbesondere in jenen Bereichen der Beschaffung von Kapital- und Verbrauchsgütern und von Dienstleistungen reicht die aktuell verfügbare Datengrundlage für eine detaillierte mengenbasierte Berechnung der Scope 3-Emissionen noch nicht aus. Somit erfolgt hierzu eine Abschätzung (mit Bandbreite) in Form einer Hochrechnung. Sie baut auf einer Berechnung (Spend-based – Methode) durch externe Expert:innen aus dem Jahr 2018 (Datenbasis 2017) auf. Die detaillierte Aufbereitung und Berechnung dieser Scope 3- Teilkategorien erfolgt schrittweise. In den Scope 3-Kategorien brennstoff- und energiebezogene Emissionen, Abfall, Geschäftsreisen (Flugreisen), Pendeln der Arbeitnehmer:innen sowie vermietete und verleaste Sachanlagen konnte bereits eine detaillierte Berechnung durchgeführt werden. Zusätzlich angegeben sind auch THG-Emissionen der internationalen (vollkonsolidierten) ÖBB Gesellschaften. Der strategische Fokus der ÖBB Klimaschutzstrategie liegt allerdings dennoch primär auf der Reduktion des nationalen CO 2 - Fußabdrucks in Österreich. In diesem Sinne erfolgt eine detaillierte Betrachtung der nationalen Emissionswerte. Die Berechnung dieser THG-Bilanz erfolgte aufgrund der aktuell verfügbaren Emissionsfaktoren des Umweltbundesamtes. Bei der Berechnung der THG-Bilanz 2023 für ÖBB national (AT) wurden in der Bahnstromaufbringung auch Übertragungsverluste berücksichtigt. LB72 |
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