ÖBB Geschäftsbericht 2023

129 Konzern- lagebericht Ressourcenmanagement in den Teilkonzerngesellschaften Im Bereich der ÖBB-Technische Services-Gesellschaft mbH, die für die Wartung der Schienenfahrzeuge verantwortlich ist, spielt der Umgang mit Ressourcen eine wesentliche Rolle. Im Jahr 2023 sind um 24% weniger umweltrelevante Stoffe als im Vorjahr angefallen (2023: 1.324 t, Vj: 1.744 t). Forciert wird zum Beispiel ein sorgsamer Umgang beziehungsweise eine Reduktion der verbrauchten Menge an Klebern oder Lacken. Zusätzlich dazu wird bei ÖBB-Technische Services-Gesellschaft mbH auf das Thema Komponentenaufarbeitung gesetzt. Dabei werden zahlreiche Bestandteile aufgearbeitet und wiederverwendet, um das Abfallvolumen zu senken und Ressourcen zu schonen. Zum Beispiel werden Sitze, Toiletten, Standheizungen, elektrische Elemente sowie Zug- und Stoßvorrichtungen und vieles mehr sorgsam wieder aufbereitet und auf den neusten Stand gebracht – ein Prozess, der als „Refurbishing“ bekannt ist. Bei der Österreichischen Postbus Aktiengesellschaft bietet man den Werkstattmitarbeiter:innen einen regelmäßigen Wasch- und Reparaturservice für ihre Arbeitskleidung an. So können die Kleidungsstücke länger genutzt werden. Jene, die nicht repariert werden können – einschließlich der Uniformen von Lenker:innen – finden, sofern möglich, in den Werkstätten als Putztücher Verwendung. Ab 2024 sind für die Lenker:innen neue Kleidungen geplant. Die neuen Uniformen sind aus 100% Baumwolle, sodass sie nach ihrer Nutzungsdauer besser in den Ressourcenkreislauf zurückgeführt werden können. In der Verkehrsleitung Vösendorf ist es schon jetzt verpflichtend, nach dem Ausscheiden aus dem Dienst Uniformen wie auch Rucksäcke zurückzugeben. Auch im Schienengüterverkehr wird auf die Schonung der Ressourcen geachtet. Bei der Güterwagen-Innovation TransANT wurde der Materialverbrauch je Wagon um 20% reduziert. Nach ihrem Lebensende werden die Güterwagen vollständig verschrottet und für die Produktion von neuem Stahl wiederverwendet. 2023 wurden in der Rail Cargo Group in Österreich 1.369 t Wagenmaterial verschrottet (Vj: 6.085 t). Innerhalb der ÖBB-Infrastruktur AG spielt der schonende Umgang mit Ressourcen ebenso eine wesentliche Rolle wie die Bestrebung zur Abfallvermeidung und Wiederverwendung von Materialien. Dazu ein Beispiel aus dem Streckenbau: Der Wiederverwendung von Gleisschotter. Der vorhandene Gleisschotter wird maschinell gereinigt und wieder in das Schotterbett eingebaut. Die Untergrundsanierungen erfolgen mit Aushubmaschinen (AHM). Dabei wird der obere Bereich des Schotterbettes gebrochen, mit Neumaterial vermengt und als Tragschicht wieder im Gleis eingebaut. Das restliche Gleisschottermaterial wird gemeinsam mit dem Untergrund ausgehoben und entsorgt, d.h. einer entsprechenden Verwertung zugeführt. Somit erfolgt eine Wiederverwendung im Sinne der Ressourcenschonung und eine Reduktion der Abfallmenge. Ressourcenschonung und Kreislaufwirtschaft (Fokus AT) 2023 2022 ÖBB-Technische Services-Gesellschaft mbH – Komponentenaufbereitung in Stück Druckluft und Bremsbauteile 44.268 42.168 Dieselmotoren / Getriebe 190 199 Klimaanlagen 1.342 1.110 Fenster 3.003 2.935 ÖBB-Infrastruktur AG – Rückgewinnung Gleisschotter in Tonnen Rückgewinnung Gleisschotter als Gleisschotter 233.000 247.000 Rückgewinnung Gleisschotter als Tragschicht 10.000 22.000 Abfall 306-1, 306-2 Bei der Strukturierung des Bereiches Kreislaufwirtschaft wird Abfall eine der Stoßrichtungen sein. Das soll sicherstellen, dass vorhandene Ressourcen optimal genutzt werden. Dazu wird die Entwicklung eines Rohstoffmanagements in der ÖBB vorangetrieben. Über rd. 99% der anfallenden Abfallmenge des ÖBB-Konzerns entfallen auf die ÖBB-Infrastruktur AG. Das ergibt sich durch die Aufgaben als Bauherr großer Bauvorhaben im Zuge von Investitionen (Erneuerung / Neubau / Ausbau), aber auch bei der Instandhaltung (Inspektion / Wartung / Entstörung / Instandsetzung). Im Jahr 2023 wurde mit rd. 3,70 Mio. t (Vj: rd. 6,74 Mio. t) um 45% weniger Abfall erzeugt als im Jahr 2022. Mit rd. 3,65 Mio. t (Vj: rd. 6,71 Mio. t) macht der nicht gefährliche Abfall (gefährlicher Abfall: rd. 0,05 Mio. t; Vj: rd. 0,03 Mio. t) den größten Teil der Gesamtabfallmenge des ÖBB-Konzerns aus. Rd. 97% der nicht gefährlichen Abfallmengen entfallen dabei auf Abfälle aus Bautätigkeiten, diese sind im Vergleich zum Vorjahr um 46% gesunken und liegen aktuell bei rd. 3,55 Mio. t (Vj: rd. 6,59 Mio. t). Die stark gesunkene Menge an deponiertem Material, ist auf natürliche Schwankungen im Projektgeschehen von großen Bautätigkeiten im Bereich Infrastruktur (Tunnelbauprojekte) zurückzuführen. Wie im Vorjahr wurden rd. 53% (Vj: 53%) der Bauabfälle einer Beseitigung zugeführt und rd. 99% (Vj: 99%) auf betriebsfremde Deponien verbracht. Rd. 99% davon betreffen Aushubmaterial, das im Zuge der Bautätigkeiten der Schieneninfrastruktur anfällt. Die Menge der gefährlichen Abfälle im ÖBB-Konzern verzeichnete im Vergleich zum Vorjahr eine beträchtliche Steigerung im Jahr 2023 ist mehr ölverunreinigtes Aushubmaterial und Mineralfaserabfälle mit gefahrenrelevanten Fasereigenschaften angefallen. LB84 |

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