ÖBB Geschäftsbericht 2023
131 Konzern- lagebericht Wasser GRI 303-1, 303-5 Ein wesentlicher Baustein zur Vermeidung von Ressourcenverschwendung und überhöhtem Wasserverbrauch ist eine Verbesserung der Effizienz der Wassernutzung in allen Sektoren. Das Wasser (Trink- und Brauchwasser) des ÖBB-Konzerns stammt zum überwiegenden Teil aus der kommunalen Versorgung. Zusätzlich verfügt die Österreichische Postbus Aktiengesellschaft sowie die ÖBB-Infrastruktur AG über Quellen, die auf Bahngrund liegen und deren Nutzung auf Grundlage bestehender Wasserrechte erfolgt. Generell betreiben die ÖBB keine Wasseraufbereitungsanlagen für kommunale Abwässer, sondern leiten diese in die zentrale, öffentliche Kanalisation ein. Im Jahr 2023 kam es zu einer Verringerung des Wasserverbrauchs um rd. 18 im Vergleich zum Vorjahr, der Wasserverbrauch im ÖBB-Konzern im In- und Ausland betrug 2023 rd. 1,8 Mio. m³ (Vj: rd. 2,2 Mio. m³). Die Abweichung zum Vorjahr ergibt sich mitunter aus Prozessoptimierungen und Verbesserungen der Datenqualität. Ein zentraler Punkt für die Gewährleistung einer langfristig sicheren und stabilen Gleisanlage stellt die nachhaltige Bahnentwässerung des Fahrweges von Eisenbahnen dar. Es handelt sich um Niederschlagswässer aus dem direkten Gleisbereich und durch das von Böschungen zufließende Wasser. Dabei entstehen aus dem regelmäßigen Bahnbetrieb grundsätzlich keine Verunreinigungen, die gesetzliche Grenzwerte überschreiten. Doch nicht nur im Betrieb, sondern auch in der Bauphase ist sicherzustellen, dass Gewässer nicht negativ beeinflusst werden. Um dies zu gewährleisten, werden in den einzelnen Bauphasen projektspezifisch chemische Untersuchungen des abgeleiteten Niederschlagswassers durchgeführt. Die Wassereinleitung in Vorfluter wie Bäche, Flüsse und Grundwasser erfolgt gemäß den Vorgaben des Wasserrechtsgesetzes und nur im Einklang mit den entsprechenden wasserrechtlichen Genehmigungen (z. B. Reinigung der Wässer durch Humusfilter in Versickerungsbecken). Die Wasser werden bei möglichen Störfällen (z. B. im Tunnel) separat aufgefangen. Die Ableitungen sind grundsätzlich mit Schiebern versehen, die im Störfall sofort geschlossen werden. Dadurch wird eine Einleitung von verunreinigtem Wasser in die Gewässerkörper verhindert. Fläche und Boden Die Baulänge 59 des ÖBB Streckennetzes beträgt 2023 rd. 4.935 km (Vj: rd. 4.935 km), die Grundstücksfläche rd. 188,7 km² (Vj: rd. 189,4 ௗ km²). Damit ist die Grundstücksfläche im Vergleich zum Vorjahr minimal gesunken und die Streckenlänge konstant geblieben. Die Leistung der Bahn ist umso bemerkenswerter, da sie Jahr für Jahr weniger Platz für die Abwicklung des Verkehrs benötigt, der hingegen jährlich steigt. Eine Studie des VCÖ hat gezeigt, dass Straßen inkl. Parkplätze 18-mal mehr Fläche benötigen als die Bahninfrastruktur. Bei gleicher Transportleistung braucht die Schiene im Vergleich zur Straße nur ein Drittel bis ein Sechstel der Fläche. Vom Verkehrsbündnis Allianz Pro Schiene e. V. wurde 2020 erhoben, dass man beim motorisierten Individualverkehr pro beförderte Person von 100 Quadratmetern Fläche ausgehen muss. Auf der Schiene sind es pro Person nur sieben Quadratmeter. Bahnfahren ist daher nicht nur klimafreundlicher, sondern hat auch einen wesentlich geringeren Flächenbedarf als der Straßenverkehr. In den letzten Jahren ist das Straßennetz täglich um mehrere Hektar gewachsen, während das Schienennetz im Gegenzug geschrumpft ist. Das hat einerseits mit den Neuklassifizierungen von Landbedeckungen zu tun (z. ௗ B. wurde Wald, der auf Bahngrund steht, früher der Verkehrsinfrastruktur zugerechnet), andererseits ist das aber auch auf verkehrspolitische Entscheidungen zurückzuführen. So wurden gewisse Nebenstrecken aufgelassen und innerstädtische Logistikflächen für die Stadtentwicklung aufgegeben. Ein Projekt der ÖBB-Infrastruktur AG hatte die Aufgabe die Landbedeckung und Nutzungspotenziale aller Bahngrundflächen, in Besitz des Teilkonzerns, besser abschätzen zu können. Das Projekt „Potentialflächenanalyse“ wurde mit dem Institut für Landschaftsentwicklung, Erholungs- und Naturschutzplanung, Department Raum, Landschaft, Infrastruktur der Universität für Bodenkultur durchgeführt und im Jahr 2021 abgeschlossen. Mittels diverser Satellitendaten und öffentlich verfügbarer Datenbanken konnte ein genaues Bild der Landbedeckung auf Bahngrund entworfen werden. Fast 24.000 Grundstücke auf insgesamt über 18.800 ha in ganz Österreich wurden dafür analysiert. 59 Betriebliche Länge aufgrund genauerer Berechnungsmöglichkeiten auf Baulänge geändert (betriebliche Länge 2022: 4.843 km). LB86 |
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