ÖBB Geschäftsbericht 2023

141 Konzern- lagebericht Weitere wesentliche Maßnahmen Innovation und Technologie (Auszug) Rail4Future | Highlight des F&E Projekts Rail4Future für Bahnhardware war 2023 ein Großversuch am Tragwerk der Pinkabachbrücke (NÖ). Dieses wurde absichtlich realitätsnahen Beanspruchungen aus dem Zugbetrieb unterzogen und künstlich zu einem Versagen getrieben. Dieser Versuch war weltweit der erste in dieser Größenordnung und brachte Erkenntnisse, die bis dahin nicht validiert waren. AM4RAIL | Die Forschungsinitiativen konzentrieren sich auf die Implementierung von additiver Fertigung und 3D-Drucktechnologien für Schienenfahrzeuge. Automated Resource Planning – Ressourcenplanung der Zukunft | Das so genannte ARP Programm beschäftigt sich mit der integrierten und rollierenden Planung von Produktionsressourcen und soll zu einem verbesserten Einsatz von Mitarbeiter:innen sowie Fahrzeugen führen. Einsatz von künstlicher Intelligenz nimmt zu | Auf dem Standort der ÖBB- Produktion Gesellschaft mbH in Floridsdorf wird erstmals eine Pilotphase für den Einsatz von künstlicher Intelligenz zur Planung von Schichten geplant. Daneben setzt das ÖBB-Business Competence Center seit einigen Jahren mittlerweile erfolgreich auf Robotic Process Automation, um einfache und repetitive Tätigkeiten und Prozesse zu automatisieren. Digitalisierung im Postbus weiter fortgesetzt | Neben dem Roll-out des digitalen Lenkercockpits wurde 2023 auch die Kommunikation zwischen Lenker:innen und Vorgesetzten vollständig digitalisiert, sowie das Lenker:innen und Werkstättenhandbuch digitalisiert. Community creates Mobility | Österreichweite, offene Community zum Austausch und zur Entwicklung gemeinsamer Ideen für die Mobilität der Zukunft. G.8. Sustainable Finance Managementansatz 2015 verabschiedeten die Mitgliedsstaaten der UNO die „Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung“. Darin wurden 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung definiert (die „Sustainable Development Goals“, kurz SDGs). Für die Umsetzung dieses globalen Plans und die Erreichung der Ziele wurde auch dem Finanzmarkt eine entscheidende Rolle zugesprochen. Daraus abgeleitet sorgen Regularien dafür, dass die Erfüllung von Nachhaltigkeit zu einem Schlüsselfaktor für Investitionen und den dafür notwendigen Kapitalströmen wird. Solche Regularien sind die 2019 von weltweit führenden Geldinstituten beschlossenen „Principles of Responsible Banking“ sowie die 2020 auf den Weg gebrachte EU-Taxonomie Verordnung, die seit Jänner 2022 rechtlich bindend ist. Ziel ist, durch die Entwicklung von klaren Kriterien auf EU-Ebene klarzustellen, welche Investitionen und Kapitalströme als „nachhaltig“ beziehungsweise „grün“ klassifiziert werden können. Gleichzeitig soll damit auch der Vermarktung von „grünen“ Anlageprodukten, die weder Umwelt- oder Nachhaltigkeitsstandards entsprechen („Greenwashing“), entgegengewirkt werden. Die dabei relevanten Taxonomie-Kennzahlen sind: CapEx, OpEx und Umsatz. Aus Finanzierungssicht kommt CapEx dabei eine besonders wichtige Stellung zu. Ein weiteres vom Finanzmarkt anerkanntes Qualitätsmerkmal für die Nachhaltigkeit eines Unternehmens ist das ESG-Rating. Dafür werden Kriterien aus den Bereichen Environment (Umwelt), Social (Soziales) und Governance (Unternehmensführung) herangezogen. Die ÖBB bekennen sich zu einer nachhaltigen Ausrichtung ihres unternehmerischen Handelns. Mit der ÖBB Nachhaltigkeitsstrategie werden dabei alle drei Säulen (Ökologie, Ökonomie und Soziales) in ein ausgeglichenes Verhältnis gebracht. Dementsprechend hat der Baustein „Sustainable Finance“ einen essenziellen Stellenwert. Das lässt sich darauf zurückführen, dass die Nachhaltigkeitsperformance der am Kapitalmarkt operierenden Konzerngesellschaften sehr eng mit einer nachhaltigen Absicherung des jeweiligen wirtschaftlichen Unternehmenserfolgs verbunden ist. Grund dafür ist nicht zuletzt eine zunehmende Kapitalintensivierung von ökologischen Effekten sowie die Verbindung von Nachhaltigkeitsstandards mit Finanzierungsformen. LB96 |

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