ÖBB Geschäftsbericht 2023

157 Konzern- lagebericht Fahrradmitnahme Im Nightjet der neuen Generation gibt es verbesserte Transportmöglichkeiten für alle Radbegeisterten: Der Multifunktionswagen mit Niederflureinstieg bietet sechs Fahrradstellplätze. Die ersten Nightjets der neuen Generation wurden mit Fahrplanwechsel im Dezember 2023 in Betrieb genommen – und zwar auf den Strecken Wien – Hamburg und Innsbruck – Hamburg. Gute Neuigkeiten gibt es auch aus dem Westen Österreichs: In Vorarlberg sind seit November 2023 nun alle 21 Cityjet Desiro ML unterwegs, in denen pro Garnitur bis zu 39 Fahrräder Platz finden. Pünktlichkeit Der sichere, pünktliche und zuverlässige Bahnbetrieb ist das Fundament des Leistungsversprechens des ÖBB-Konzerns. Im Jahr 2023 waren 95,0% der ÖBB Züge im Personenverkehr pünktlich, wovon 80,3% der ÖBB Züge im Fernverkehr und 95,7% der ÖBB Züge im Nahverkehr pünktlich waren. Die Züge der Rail Cargo Austria verkehrten im ÖBB Netz mit einer Pünktlichkeit von 78,4%. Gesamtheitlich wirkte sich die stark verschlechternde Performance der Nachbarbahnen als auch die höhere Netzauslastung negativ auf die Pünktlichkeit aus. Weitere Fahrgastzunahmen als auch Engpässe bei der Fahrzeugverfügbarkeit beeinflussten die Pünktlichkeit im Jahr 2023 zusätzlich. Das Jahr 2023 hat wieder signifikant steigende Fahrgastzahlen gebracht. Der Zugverkehr war sowohl über die Grenzen hinweg als auch im Inland wieder uneingeschränkt unterwegs. Diese grundsätzlich erfreuliche Entwicklung hat jedoch insbesondere im Fernverkehr auch einen punktuell auftretenden Reisendenandrang mit sich gebracht. Infolgedessen kam es auch zu Haltezeitüberschreitungen, die die Pünktlichkeit negativ beeinflussten. Der gezielte Einsatz von Kundenlenker:innen konnte hier kurzfristig Abhilfe leisten. Im Jahr 2023 wirkt sich darüber hinaus die nicht zufriedenstellende Performance einzelner Nachbarbahnen im internationalen Fernverkehr negativ auf die Pünktlichkeit der Fernverkehrslinien aus – sehr viel stärker als in den Jahren zuvor. Bedauerlicherweise konnte auch die enge Zusammenarbeit mit den Nachbarbahnen – inkl. intensiver Performancedialoge und ergriffener Maßnahmen zur Stabilisierung – diesen negativen Einfluss auf das Netz der ÖBB- Infrastruktur AG nicht unmittelbar verhindern. Zusätzliche Herausforderungen bildeten die Streiks im Ausland sowie die wetterbedingten Streckenunterbrechungen im Sommer 2023. In den Frühlings- als auch in den Sommermonaten wirkte sich eine Vielzahl an Baustellen negativ auf die Pünktlichkeit im Fern- und Güterverkehr aus. Zwar konnten negative Einflüsse auf die Pünktlichkeit unter anderem durch den gezielten Einsatz von Abweichungsfahrplänen gemildert werden, jedoch waren die Auswirkungen im ÖBB Netz zu spüren. Insbesondere die Baustelle auf dem „Deutschen Eck“ hat sich immens negativ auf die Stabilität des Fernverkehrs auf der Westachse ausgewirkt. Für die nächsten Jahre sind hier weitere gezielte Maßnahmen notwendig, um die Auswirkungen auf die Pünktlichkeit entsprechend gering halten zu können. Die Themen „Bauarbeiten“, „Grenzverspätungen“ und „Haltezeitüberschreitungen“ werden auch in den Folgejahren ein wesentlicher Treiber in puncto Unpünktlichkeit sein. Hier müssen vorausschauende Maßnahmen gesetzt werden, um den Betrieb stabil zu halten. Dazu zählen etwa eine hohe Verfügbarkeit von Anlagen und Fahrzeugen und eine exakte Betriebsführung sowie ein effektives Grenzmanagement. Dies wird eine der Kernaufgaben im Pünktlichkeitsmanagement im kommenden Jahr sein. Ausblick 2024 Mit dem Fahrplan 2024 kommt es durch den konsequenten Ausbau des Angebots im Nah- und Fernverkehr zu einem Plus an Angebotskilometern im Vergleich zum Vorjahr. Als Marktführer im Nachtreiseverkehr bauen die ÖBB Europas Nachtzugnetz weiter aus. Im Fahrplanjahr 2024 starten neue Nightjet-Linien und das bestehende Angebot wird verbessert. Ein besonderes Highlight: Die neuen Garnituren – das Flaggschiff im Nachtzugverkehr – werden ab Fahrplanwechsel auf den Linien Wien – Hamburg und Innsbruck – Hamburg im Einsatz sein. Damit soll ein weiterer Beitrag zum Ausbau des europäischen Nachtzugnetzes und somit zur weiteren Verlagerung des Flugverkehrs auf die klimafreundliche Schiene geleistet werden. Im ÖBB Güterverkehr wird durch gezielten Einsatz von Digitalisierung und Innovation weiter an effizienten und multimodalen End-to-End-Logistiklösungen gearbeitet. Dabei geht es unter anderem um Maßnahmen zur Optimierung des aktiven Kundenmanagements, des Wageneinsatzes sowie des Wagenmaterials. Die Modernisierung der Bahnhöfe und Haltestellen wird auch 2024 intensiv fortgeführt. Klares Ziel bei der Barrierefreiheit ist es, das Netz der ÖBB-Infrastruktur AG an barrierefreien Bahnstationen immer engmaschiger zu gestalten und auch weiterhin regionale Schwerpunkte zu setzen (Schul- und Bildungsstandorte, Kuranstalten, Krankenhäuser und Ähnliches). Die Umsetzungsstrategie kommt mittelfristig in die Phase, vermehrt Bahnstationen mit einer Tagesfrequenz von 500 bis 1.000 Reisenden pro Tag barrierefrei zu gestalten. Damit rücken die ÖBB dem Zielwert, dass im Jahr 2027 90% der Reisenden barrierefrei unterwegs sind, immer näher. LB112 |

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