ÖBB Geschäftsbericht 2023

291 Konzern- abschluss Leistungen werden überwiegend im Rahmen von Transportverträgen bzw. Verkehrsdiensteverträgen (VDV) für Verkehrsverbünde über mehrere Jahre hinweg erbracht. Somit ist der ÖBB-Konzern langfristig kontrahiert und muss damit auch die Preisschwankungen beim Diesel in die wirtschaftliche Betrachtung einfließen lassen. Folglich ist es für den ÖBB- Konzern besonders relevant, die Preise im Vorfeld bereits abgesichert bzw. fixiert zu haben. Die Risikomanagementstrategie sieht daher eine Preisabsicherung vor. Ziel der verfolgten Absicherungspolitik ist es, den Materialaufwand zu stabilisieren sowie die Reduktion der Ergebnis- und Cashflow-Volatilität für die ÖBB-Produktion Gesellschaft mbH sowie für die Österreichische Postbus AG und somit für den ÖBB-Konzern für die Budgetperiode zu erreichen. Vor dem Hintergrund der möglichen Beschaffungsstrategien und zur Risikodiversifizierung wurde beschlossen, jeweils die ersten 60% bzw. 70% der Planeinkaufsmenge für das nächste Geschäftsjahr und die ersten 30% bzw. 35% der Planeinkaufsmenge des übernächsten Geschäftsjahres der ÖBB-Produktion Gesellschaft mbH bzw. der Österreichische Postbus AG bis 30.09. des laufenden Geschäftsjahres abzusichern. Damit sind die Planannahmen für das entsprechende Volumen zum Kalkulationszeitpunkt bzw. zum Zeitpunkt, an dem die Preise festgesetzt werden (Budget, Vertragsabschluss mit Kunden), gesichert. Als gesichertes Grundgeschäft wurde im Geschäftsjahr 2023 die Planeinkaufsmenge des Rohstoffes Diesel im Zeitraum 01.01.2024 bis 31.12.2025 designiert. Dieser besteht aus einem fossilen (93,1%) und biogenen Anteil (6,9%). Es wird nur die auf den fossilen Dieselanteil bezogene Preiskomponente der erwarteten künftigen Beschaffung als gesichertes Risiko designiert. Die als Cashflow Hedge designierten Dieselswaps basieren auf dem ULSD10ppm barges fob Rotterdam und entsprechen exakt der auf dem fossilen Dieselanteil bezogenen Preiskomponente des Grundgeschäfts. Das heißt, das zugrunde liegende Risiko der Dieselswaps ist mit dem der abgesicherten Risikokomponente identisch. Daher liegt für sämtliche Sicherungsbeziehungen ein Absicherungsverhältnis von 1:1 vor. – Zielsetzung für die Sicherungsbeziehung der ÖBB-Produktion Gesellschaft mbH im Geschäftsjahr 2023 ist die Absicherung der ersten 60% der Planeinkaufsmenge des Geschäftsjahres 2024 und der ersten 30% der Planeinkaufsmenge des Geschäftsjahres 2025 von Diesel exklusive Biodieselanteil. – Zielsetzung für die Sicherungsbeziehung der Österreichischen Postbus AG für das Geschäftsjahr 2023 ist die Absicherung der ersten 70% der Planeinkaufsmenge des Geschäftsjahres 2024 und der ersten 35% der Planeinkaufsmenge des Geschäftsjahres 2025 von Diesel exklusive Biodieselanteil. Der Ausweis der Derivate mit einem positiven beizulegenden Zeitwert erfolgt je nach Laufzeitband in den kurzfristigen oder langfristigen finanziellen Vermögenswerten (Erläuterung 18). Derivate mit einem negativen beizulegenden Zeitwert werden je nach Laufzeitband in den kurzfristigen oder langfristigen Finanzverbindlichkeiten ausgewiesen (Erläuterung 25). 31.12.2023 Nominal- volumen Durchschnittlicher Ausübungspreis Beizulegender Zeitwert Laufzeitende Anzahl Swaps metrische Tonnen in Mio. EUR in Euro in Mio. EUR Bestand 18 59.687 41,0 1.372,0 3,7 davon Laufzeitende 2024 12 40.211 28,3 1.405,2 3,0 davon Laufzeitende 2025 6 19.476 12,7 1.303,0 0,7 31.12.2022 Nominal- volumen Durchschnittlicher Ausübungspreis Beizulegender Zeitwert Laufzeitende Anzahl Swaps metrische Tonnen in Mio. EUR in Euro in Mio. EUR Bestand 12 62.238 47,3 760,0 -0,6 davon Laufzeitende 2023 6 42.141 32,9 780,8 -0,2 davon Laufzeitende 2024 6 20.097 14,4 716,5 -0,4 Die Zahlungsstromänderungen der geplanten Dieseleinkäufe, die sich durch die Änderungen des Dieselpreises ergeben, werden durch die Zahlungsstromänderungen der Dieselswaps, die als Derivate nach IFRS 9 einzustufen sind, ausgeglichen. Es erfolgt eine Anpassung der Anschaffungskosten der Vorräte (Basis Adjustment) oder eine Umbuchung in den Materialaufwand des zunächst im Eigenkapital geparkten effektiven Teils der Wertänderungen des Sicherungsderivats bei Durchführung des gesicherten Grundgeschäfts. Grundsätzlich erfolgt im Rahmen der Widmung eines Derivates als Sicherungsinstrument eine prospektive Effektivitätsmessung sowie zu jedem Bilanzstichtag eine Überprüfung der Wirksamkeit der Sicherungsbeziehung und die Ermittlung einer möglichen Ineffektivität. Die Messung der Ineffektivität erfolgt durch Vergleich der kumulierten Änderungen des beizulegenden Zeitwerts der designierten Sicherungsinstrumente seit Designation der Sicherungsbeziehung und der kumulierten Änderungen des beizulegenden Zeitwerts des gesicherten Grundgeschäfts in Bezug auf das gesicherte Risiko. Zur Ermittlung der kumulierten Änderungen des beizulegenden Zeitwerts des gesicherten Grundgeschäfts in Bezug auf das Risiko der Änderungen des Rohstoffpreises wird ein hypothetisches Derivat gebildet. Eine etwaige Ineffektivität der Hedge-Beziehung (soweit die kumulierte Fair-Value-Änderung des Sicherungsgeschäfts größer ist als die kumulierte Fair-Value-Änderung des gesicherten Cashflows) wird im Finanzergebnis erfasst.

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