ÖBB Geschäftsbericht 2023

39 Corporate Governance Genderaspekte Die ÖBB verfolgen eine aktive Gleichstellung von Frauen und Männern. Im ÖBB-Konzern arbeitet ein institutiona- lisiertes System von regionalen Gleichstellungsbeauftragten. Es ist mit der Einhaltung des Gleichbehandlungs- gesetzes betraut und sorgt für die Gleichbehandlung aller Mitarbeiter:innen. 2023 wurde der Anwendungsbereich der ÖBB Gleichbehandlungspolicy, die seit 2011 im ÖBB-Konzern Inland gilt, auch auf die ÖBB Auslandsgesellschaften mit mehr als 100 Mitarbeiter:innen erweitert. Seit 2022 werden alle ÖBB Lehrlinge im ersten Lehrjahr in Gleichbehandlung sensibilisiert und mit dem internen System zur Sicherstellung der Gleichbehandlung im ÖBB-Konzern vertraut gemacht. 2023 wurde zudem eine Qualifizierungs- bzw. Bildungs- offensive für Führungskräfte und Teamkoordinator:innen gestartet mit den Schwerpunkten in der Kompetenz- entwicklung: „Gleichbehandlung – Rechte und Pflichten für Führungskräfte und Teamkoordinator:innen“, „Diversity & Inclusive Leadership“ sowie „sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz“. Es ist ein strategisches Diversity-Ziel, den Frauenanteil im Gesamtkonzern zu erhöhen. Um dieses Ziel konsequent und nachhaltig voranzutreiben, wurde der Frauen-Karriere-Index (FKi) erhoben. Im Anschluss an die Tiefen- exploration wurde mit Interviews ein Maßnahmenkatalog für die Teilgesellschaften erstellt und die Vorbereitung zur Umsetzung und zum Monitoring vorangetrieben. 2023 erfolgte eine neuerliche Indexierung. Der ÖBB-Konzern Inland konnte sich in allen Indexbereichen verbessern und liegt mit dem Gesamtindex von 80 Punkten im Bench- mark mit anderen FKi-indexierten Unternehmen weit über dem Durchschnitt. Darüber hinaus trägt eine Vielzahl an Programmen zum Empowerment bei. Ein wichtiger Faktor für die Arbeitgeberattraktivität ist gute Vereinbarkeit von Beruf und Privat. Dieses Thema ist auch Teil der ÖBB Gleichbehandlungspolicy. Sie sieht unter anderem konkrete Maßnahmen zur Förderung der Vereinbarkeit von Beruf und Privat vor. Dazu zählen etwa die österreichweite Kinderbetreuung in den Ferien sowie an Fenster- und Landesfeiertagen oder betriebsnahe Kindergärten. Weitere Maßnahmen sind Nannies4ÖBB-Kids sowie RailMap*Vereinbarkeit Beruf und Privat, ein Informationsportal zu Karenz, Pflege und Vereinbarkeitsange- boten der ÖBB. Darüber hinaus unterstützt die digitale Plattform für Pflege- und Entlastungsberatung „Alles Clara“ die ÖBB Mitarbeiter:innen bei der Pflege von nahen Angehörigen. 2023 wurde eine konzernweite Vereinbar- keitsstrategie – mit Schwerpunkt auf Kinderbetreuung in der Fläche – verabschiedet und die regionalen Angebote bei der österreichweiten Kinderbetreuung in den Ferien sowie an Fenster- und Landesfeiertagen erweitert. Der Gesamtanteil der Frauen im ÖBB-Konzern hat sich im Vergleich zum Vorjahresstichtag um 1,0 Prozent erhöht und liegt nun bei 16,1 Prozent. Bei Lehrlingen ist der Anteil um 0,4 Prozent gestiegen und liegt aktuell bei 18,9 Pro- zent (exkl. Stiftungslehrlinge). 45,8 Prozent (59,4% ohne Belegschaftsvertreter:innen) der Aufsichtsratsmandate der inländischen Aktiengesellschaften wurden zum Bilanzstichtag von Frauen gehalten. Auch bei den Führungskräften zeigt sich eine Steigerung um 1,1 Prozent von 18,0 Prozent im Vorjahr auf 19,1 Prozent. Bei den Weiterbildungs- programmen der ÖBB akademie lag der Frauenanteil im Jahr 2023 bei 42,0 Prozent.

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