ÖBB Geschäftsbericht 2023

49 Konzern- lagebericht Wirtschaftsentwicklung weltweit (Änderungen gegenüber dem Vorjahr in %) Kennzahlen und Prognosen zur globalen Wirtschaftslage 2022 2023 2024 Bruttoinlandsprodukt, real Eurozone 3,3 0,7 1,2 USA 2,1 2,1 1,5 China 3,0 5,0 4,2 Welt 3,5 3,0 2,9 Welthandel (Güter und Dienstleistungen), real 5,1 0,9 3,5 Wertschöpfung Industrieproduktion, real 2,4 1,4 2,4 Verbraucherpreise Industrieländer 5,4 4,0 2,8 Entwicklungs- / Schwellenländer 9,8 8,5 7,8 Rohölpreis (in USD) 39,2 -16,5 -0,7 Rohstoffpreis (in USD) 7,9 -6,3 -2,7 Quelle: IWF, Oxford Economics. Ein Eckpfeiler der globalen Konjunktur war das Wachstum in den USA, das mit 2,1% stärker als erwartet ausfiel. Ein „Shutdown” der Verwaltung durch Erreichen der Schuldenobergrenze im ersten Halbjahr 2023 konnte vermieden werden. Die im Vergleich zur Eurozone frühzeitige Straffung der Geldpolitik sorgte für eine Rückführung der Inflation, ohne dass die USA in eine Rezession rutschten. Die Arbeitslosenrate befand sich im Dezember 2023 mit 3,7% weiterhin auf einem sehr niedrigen Niveau, wobei der akute Arbeitskräftemangel, der 2022 noch für einen starken Preisdruck gesorgt hatte, nachließ. 2 Die Entwicklung der chinesischen Wirtschaft verlief im vergangenen Jahr hingegen weniger positiv. Nach der Insolvenz des Konzerns Evergrande im August 2023 befand sich die Immobilienwirtschaft, früher einer der Haupttreiber des Wachstums in China, auf Talfahrt. Deflationäre Tendenzen und eine hohe Jugendarbeitslosigkeit dämpfen den Ausblick und das Vertrauen der Verbraucher:innen in die chinesische Wirtschaft ist stark gesunken. Jährliche Wachstumsraten über 6,0%, wie sie vor der Pandemie üblich waren, scheinen mittelfristig unerreichbar. Dies hat auch Implikationen für die Entwicklung des Warenhandels mit dem Fernen Osten. 3 Im internationalen Warenhandel war 2023 mehrheitlich von einer Entspannung geprägt. Nach den turbulenten Pandemiejahren kehrte der Seehandelsverkehr im Jahresverlauf zur Normalität zurück. Der CCFI-Index, der Containerfrachtraten von und nach China misst, lag 2023 im Durchschnitt der Monatsendwerte bei 933 Indexpunkten – ein Minus von 65,4% gegenüber 2022. Der Global Supply Chain Pressure Index (GSCPI) lag zwischen Februar und Ende 2023 bei einem Wert unter oder marginal über 0, was keine signifikanten Lieferkettenstörungen im Welthandel bedeutet. 4 Allerdings sorgten zu Jahresende 2023 Angriffe auf Frachtschiffe im Roten Meer zu großräumigen Umleitungen und einem erneut deutlichen Anstieg der Spotraten. 5 2 FRED, J.P.Morgan. 3 FRED, der Standard, DW. 4 New York Fed. 5 Die Presse. LB4 |

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