ÖBB Geschäftsbericht 2023
Konzernlagebericht 50 Entwicklung von Transportpreisen und Börsenindizes Preisentwicklung für Rohstoff- und Containertransporte DAX und Dow Jones (Index 2020=100) Baltic Dry und CCFI-Indizes (Indexpunkte) Quelle: investing.com , container-news, finanzen.at . Die Entwicklung auf den Energiemärkten verlief 2023 turbulent. Insgesamt war eine Entspannung zu beobachten, insbesondere bei den Gaspreisen. Jedoch sorgte das Commitment des Kartells OPEC+, die Fördermengen zu reduzieren, auf dem Ölmarkt zwischenzeitlich wieder für einen signifikanten Preisanstieg. Nach einem relativ niedrigen Ölpreis (Brent) im Juni 2023 – zwischen 70 und 80 Dollar pro Barrel – stiegen die Preise bis Ende des dritten Quartals 2023 auf über 95 Dollar. Bis zum Jahresende kam es trotz der Unruhen im Nahen Osten jedoch wieder zu einem Rückgang auf unter 80 Dollar je Barrel. Der weltweite Erdgaspreis pro MMBtu (Million British Thermal Units) bewegte sich zwischen knapp unter 10 Dollar im Sommer 2023 und 20 Dollar zum Ende des Jahres 2023. Damit lag der Preis zwar deutlich über dem Niveau vor 2022, es ist aber auch eine eindeutige Entspannung zum Erdgaskrisenjahr 2022 – mit Zwischenhochs von bis zu 70 Dollar – erkennbar. 6 Die Finanzmärkte zeigten sich von den turbulenten Entwicklungen der Realwirtschaft weitgehend unberührt. So blieben trotz der zum Teil deutlichen Zinsschritte der Notenbanken die Realzinsen angesichts der hohen Inflationsraten weiterhin negativ. Die Verluste der wichtigsten Aktienindizes im Zuge der Ukrainekrise wurden im Jahr 2023 mehr als wettgemacht. Positive Aussichten für die Weltwirtschaft und das Zinsniveau sowie eine boomende Technologiebranche in Amerika führten zu einem Allzeithoch von DAX und Dow Jones im Dezember 2023. 7 Die fiskalische Situation vieler Staaten bleibt angespannt. Einerseits reduzierte die starke Inflation die Schuldenquoten in vielen Ländern erheblich. Die Leitzinsen erhöhen jedoch mittelfristig die Kosten des Schuldendienstes deutlich. Die weltweite Staatsschuldenquote tendiert bis 2025 zu knapp unter 10,0% des BIP. Der IWF schätzt, dass Staaten mit niedrigen und mittleren Einkommen bis 2027 im Durchschnitt 10,0% ihrer Steuerbasis für Zinsen aufwenden werden müssen. Dazu kommen die Herausforderungen der „Grünen Transformation”, die weltweit große Investments verlangt. Der Ausblick für die nahe Zukunft ist verhalten positiv. Das Ziel einer „weichen Landung”, bei der die Inflation auf den Normalwert sinkt, ohne dass die Weltwirtschaft in eine Rezession schlittert, scheint erreicht. Abwärtsrisiken für die nächsten Jahre kommen vor allem aus China. Das Risiko einer Finanzkrise im Stil des Jahres 2008 besteht weiterhin. Eine solche hätte weitreichende Auswirkungen auf die weltweite Nachfrage nach Gütern. Darüber hinaus ist infolge der angespannten geopolitischen Situation (Krieg in der Ukraine, hegemoniale Bestrebungen Chinas, Krisenherde im Nahen Osten) das Risiko von Rohstoffpreisschwankungen wieder gestiegen. Sollten sich diese Risiken nicht manifestieren, stehen die Zeichen der Weltwirtschaft auf Wachstum. 6 Tagesschau. 7 FAZ, CBS. Ϭ ϱϬϬ ϭ͘ϬϬϬ ϭ͘ϱϬϬ Ϯ͘ϬϬϬ Ϯ͘ϱϬϬ ϯ͘ϬϬϬ ϯ͘ϱϬϬ ϰ͘ϬϬϬ ϭ Ϯ ϯ ϰ ϱ ϲ ϳ ϴ ϵ ϭϬ ϭϭ ϭϮ ϭ Ϯ ϯ ϰ ϱ ϲ ϳ ϴ ϵ ϭϬ ϭϭϭϮ ϮϬϮϮ ϮϬϮϯ ĂůƚŝĐ ƌLJ &/ ϵϱ ϭϬϱ ϭϭϱ ϭϮϱ ϭϯϱ ϭϰϱ ϭ Ϯ ϯ ϰ ϱ ϲ ϳ ϴ ϵ ϭϬ ϭϭ ϭϮ ϭ Ϯ ϯ ϰ ϱ ϲ ϳ ϴ ϵ ϭϬ ϭϭ ϭϮ ϮϬϮϮ ϮϬϮϯ Žǁ :ŽŶĞƐ y | LB5
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