ÖBB Geschäftsbericht 2023

Konzernlagebericht 58 Marktumfeld Personenverkehr Das Wachstum des Personenverkehrs setzte sich im Jahr 2023 weiter fort. Mit Ausnahme einer vorübergehenden Maskenpflicht im Winter 2022 / 2023 in öffentlichen Verkehrsmitteln in Wien war die Mobilität in Österreich im Jahr 2023 von keinerlei Maßnahmen zur Pandemiebekämpfung betroffen. Auch pandemiebedingte Einschränkungen im grenzüberschreitenden Verkehr sind entfallen. Entsprechend ist die Transportleistung auf allen Verkehrsträgern gewachsen. Am stärksten war der Zuwachs im innerösterreichischen Schienenpersonenverkehr mit knapp 12%. Damit wurde das Vor- Corona-Niveau um rd. 9% übertroffen. Gleichzeitig hat aber auch der motorisierte Individualverkehr deutlich zugenommen und ein neues Rekordniveau erreicht. Dennoch dürfte der Modalanteil der Schiene mit 13% – nach den coronabedingten Anteilsverschiebungen der Jahre 2020 und 2021 hin zum Individualverkehr – wieder das Niveau von 2019 erreichen. 23 Entwicklung der Personentransportleistung auf Schiene und Straße in Österreich Bahnpersonenverkehr (jährliche Änderung in %) Motorisierter Individualverkehr (jährliche Änderung in %) | LB13 * Vorläufige Schätzung. Quelle: Europäische Kommission, Statistik Austria, UIC, ÖBB, ASFINAG, eigene Berechnungen. Im Fernverkehr auf der Schiene setzte sich der Hochlauf weiter fort. Hier dürfte der Rekordwert für Personentransportleistung im Jahr 2022 mit einem erneuten Anstieg um knapp 12% im Jahr 2023 deutlich überschritten werden. Der Nahverkehr verzeichnet ersten Berechnungen zufolge mit rd. 11% ebenfalls ein Wachstum. Er liegt damit jedoch immer noch knapp 5% unter dem Niveau der Vor-COVID-19-Jahre. Direkte Ursachen für den aktuellen Bahnboom, vor allem im Fernverkehr, sind schwer zu identifizieren. Eine Reihe von Rahmenbedingungen wirkt aber sicherlich fördernd auf die aktuelle Entwicklung. So hat sich die Zahl der Klimaticketnutzer:innen weiter erhöht auf zuletzt rd. 272 Tsd. 24 Auch der Tourismus hat das Vor-COVID-19-Niveau wieder erreicht, insbesondere durch die Rückkehr ausländischer Gäste. Allerdings lassen sich keine wesentlichen Anteilsverschiebungen zwischen Inlands- und Auslandsnächtigungen bzw. einzelnen Herkunftsländern feststellen, die Rückschlüsse auf ein nachhaltig geändertes Reiseverhalten im Vergleich zu vor der Pandemie geben würden. Gleichwohl lag die Anzahl der Reisenden gerade in den Sommermonaten auf einem Rekordniveau. 25 Die Bahnunternehmen haben auf diese Entwicklung mit kontinuierlichen Angebotsausweitungen reagiert. Nicht nur die ÖBB, sondern auch Mitbewerber im Open-Access-Segment haben die Anzahl der Züge und Verbindungen 2023 deutlich erhöht. 23 Europäische Kommission, Statistik Austria, UIC, ÖBB, ASFINAG, eigene Berechnungen. 24 Orf.at. 25 WIFO.

RkJQdWJsaXNoZXIy NTk5ODUz