ÖBB Geschäftsbericht 2023

Konzernlagebericht 60 Entwicklung der Gütertransportleistung auf Straße und Schiene in Österreich Bahngüterverkehr (Änderung zum Vorjahr in %) Straßengüterverkehr (Änderung zum Vorjahr in %) | LB15 Entwicklung der Gütertransportleistung auf Straße und Schiene in Österreich * Vorläufige Schätzung. Quelle: Statistik Austria, ASFINAG, eigene Berechnungen. Nach dem starken Anstieg im Vorjahr waren die Straßentransportpreise 2023 in Europa wieder rückläufig. Trotz der weiterhin hohen Inflation ging der Transporeon-Frachtratenindex im Vergleich zum Peak des Sommers 2022 um über 3,0% zurück. Im Gesamtjahr 2023 lagen die Frachtraten jedoch noch immer deutlich über dem Vorkrisenniveau. Hauptgrund für den deutlichen Rückgang der Frachtraten ist die schwache allgemeine Konjunktur in Europa und ein dadurch entstehender Mismatch zwischen freier Transportkapazität und Transportbedarf. 28 Auch wenn es zu einer Entspannung bei Kapazitäten und Frachtraten kam, konnte auch das den Abschwung der Transportleistung auf der Straße nicht aufhalten. Der Schienengüterverkehr hatte im Jahr 2023 ebenfalls zu kämpfen. Insbesondere im zweiten Quartal war der Einbruch mit 10,0% im Vergleich zum Vorjahreszeitraum besonders stark. Allerdings verlief die Entwicklung auch in den anderen Quartalen nicht viel besser. 29 Einerseits dämpfte die schwache Konjunktur die Transportnachfrage insgesamt. Andererseits wurde der Kostendruck im Vergleich zur Straße noch größer Die Bahnstrompreise stiegen weiter an, während beim Dieselpreis zwischenzeitlich wieder eine Erholung einsetzte. Die für 2024 geplante drastische Erhöhung der Stornogebühren für Trassen in Deutschland ist für den Schienengüterverkehr ebenfalls keine förderliche Maßnahme. 30 Besonders im kombinierten Verkehr ist die Lage prekär. Auf zweistellige Transportleistungsverluste 2022 folgten in den ersten drei Quartalen 2023 jeweils weitere Rückgänge von ca. 15,0% gegenüber der Vorjahresperiode. 31 Verantwortlich dafür war vor allem Abkühlung im globalen Seecontainerhandel und damit des Hafenhinterlandverkehrs, einer wichtigen Leistung im kombinierten Verkehr. Denn auch am Schiffsverkehrsmarkt litt und großen freien Kapazitäten und unzureichender Nachfrage, insbesondere an den europäischen Nordseehäfen. 32 Auch die sogenannte „Neue Seidenstraße” zwischen Europa und Asien erlebte nach Jahren des Hochlaufs einen drastischen Einbruch. Aufgrund des Ukrainekriegs entwickeln sich die Verkehrsströme zuletzt langsam von der Nordroute über Russland hin zum sogenannten „mittleren Korridor” über die Türkei und Aserbaidschan. Auf dieser Route durch den Kaukasus sind zwar eindeutige Anstiege der Frachtmenge erkennbar, sie wird aber dennoch auf absehbare Zeit ein Nischenmarkt bleiben. 33 Kapazitätsmängel und andere operationelle Gründe sorgen am Mittelkorridor für lange Laufzeiten im Vergleich zur Route über Russland. 28 Transporeon Insights, Verkehrsrundschau. 29 Statistik Austria, ASFINAG. 30 Rail Business. 31 UIRR. 32 DVZ. 33 DVZ.

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