ÖBB Geschäftsbericht 2023
Vorstand & Aufsichtsrat 4 Sicherheit und Sauberkeit bewältigen können, so haben wir das im letzten Jahr leider nicht immer geschafft. Es fehlte vor allem ab dem 4. Quartal 2023 an ausreichend Wagenmaterial für den Nahverkehr und ab Dezember auch für den Fernverkehr. Die Gründe dafür waren vielfältig: So hatten bestellte neue Züge eine Lieferverzögerung von über zwei Jahren, was zu einer deutlich intensiveren Nutzung des bestehenden Wagenmaterials geführt hat. Aufgrund der kürzeren Wartungsintervalle und häufigeren Stopps der bestehenden Züge in der Werkstatt waren Zugausfälle im Betrieb das Resultat. Neue Tag- und Nachtzüge und ein neues ÖBB Unternehmen in Deutschland Um künftig Engpässen beim Wagenmaterial entgegenzuwirken, investieren die ÖBB in den nächsten Jahren über sechs Milliarden Euro. Insgesamt sind mehr als 300 neue Züge im Anrollen. Mit einer Kapazitätssteigerung von rund 50 Prozent bis 2030 allein im Fernverkehr sehen wir uns für die Zukunft gut gerüstet. Neues gibt es aber nicht nur beim Wagenmaterial. Die ÖBB starteten im letzten Jahr den Zukauf des Bahnunternehmens Go-Ahead, das Nahverkehrsstrecken im Süden Deutschlands bedient. Die erbrachte Verkehrsleistung des neuen Tochterunternehmens entspricht dabei in etwa jener der ÖBB-Personenverkehr AG in Tirol und Vorarlberg. RCG behauptet sich trotz Rückgang der Transportmengen Die Güterverkehrssparte der ÖBB blickt auf ein weiteres schwieriges Jahr zurück, konnte aber dank der konsequenten Internationalisierungsstrategie der letzten Jahre dennoch ein positives Geschäftsergebnis erzielen. Hauptgrund dafür war der Erfolg der ausländischen Tochtergesellschaften der Rail Cargo Group (RCG) insbesondere im Bereich der End-to-end-Logistik. Die negativen Folgen der eingetrübten Weltwirtschaft, des anhaltenden Krieges in der Ukraine und des neuerlich aufgeflammten Nahostkonflikts konnten damit zu einem Gutteil kompensiert werden. Demgegenüber führte die aufgehende Preisschere zwischen Strom- und Dieselpreis – gekoppelt mit der inflationsbedingten Steigerung sonstiger Fixkosten – erneut zu einer Verzerrung des Wettbewerbs zugunsten des Straßentransports. Um diesem Trend entgegenzuwirken, investiert die RCG verstärkt in ein attraktives Bahnlogistik-Gesamtangebot: mit multimodalen Transportlösungen, die einen optimalen Mix der verschiedenen Verkehrsträger bieten, Digitalisierungsprojekten wie der Logistikplattform „MIKE“, die die Abwicklung von Transporten einfacher, transparenter und effizienter macht, sowie der weiteren internationalen Expansion. »Die Investitionen werden dazu beitragen, die notwendige Kapazitätssteigerung auf der Schiene zu erreichen – durch neue Strecken und durch die Digitalisierung des Bahnbetriebs.« CEO ANDREAS MATTHÄ. Vorstandsvorsitzender
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