ÖBB Geschäftsbericht 2023

Konzernlagebericht 78 Investitionsschwerpunkte 2023 Die ÖBB-Infrastruktur AG arbeitete auch 2023 intensiv an der Umsetzung des größten Bauprogramms aller Zeiten. Mit der im Rahmenplan 2023 bis 2028 gesicherten Investitionssumme von rd. 19,0 Mrd. EUR setzt die ÖBB-Infrastruktur AG im Auftrag des Bundesministeriums für Klimaschutz in den kommenden sechs Jahren zahlreiche Neubau- sowie Modernisierungsprojekte sowie Erhaltungsarbeiten um. Der Ausbau und die Qualitätssicherung des Schienennetzes bilden die Voraussetzungen dafür, dass insgesamt mehr Züge auf dem Schienennetz fahren können. Das bedeutet höhere Kapazitäten sowie bessere und schnellere Verbindungen für Bahnreisende. ÖBB Großprojekte wie der Semmering-Basistunnel, die Koralmbahn und der Brenner Basistunnel laufen planmäßig weiter. Darüber hinaus wird der Fokus auf den Ausbau des Nahverkehrs in Ballungsräumen gelegt. Im Sinne des Klimaschutzes ist es den ÖBB zudem wichtig, die Regionalbahnen zu attraktivieren und ein entsprechendes Elektrifizierungsprogramm zu forcieren. Ein Teil der Investitionen wird zukunftsorientiert in die Digitalisierung fließen. Die Schiene wird außerdem weiter fit für den Güterverkehr gemacht. Programme zum Bau von sogenannten güterzuglangen Überholgleisen haben den größtmöglichen Effekt, da die gemeinsame Nutzung derselben Strecken durch Güter- und Personenverkehr effizienter abgewickelt werden kann. Auch die Unterstützungsmaßnahmen für Anschlussbahnen und eine Modernisierungswelle für Verschiebebahnhöfe verankern die aktuelle Güterverkehrsoffensive im Rahmenplan. Ein weiterer Schwerpunkt liegt beim Ausbau der erneuerbaren Energien. Der Bau weiterer „Mini-Unterwerke” ist neu im Rahmenplan. Sie machen es möglich, dass der in ÖBB-eigenen Wind- und Sonnenkraftwerken nachhaltig produzierte Strom ins Bahnstromnetz gelangen kann. Auch die Modernisierung von Bahnhöfen und Haltestellen wird weiter vorangetrieben. Im Rahmen dessen soll der Zugang zur Bahn so einfach wie möglich gestaltet werden. Der barrierefreie Umbau von Bahnhöfen und Haltestellen ist ein wichtiger Baustein im Rahmenplan. Großraum Wien Bahnfahren erlebt eine echte Renaissance. Nirgendwo sonst in Österreich steigt die Anzahl an Reisenden so stark wie in der Ostregion. Um mit diesem Wachstum Schritt zu halten, muss auch das Öffi-Angebot ausgebaut und verbessert werden. Mit dem S-Bahn-Wien-Upgrade modernisiert die ÖBB-Infrastruktur AG seit Oktober 2023 auf der Wiener Stammstrecke zwischen Wien Meidling und Wien Floridsdorf die Schieneninfrastruktur. Dafür werden Bau- und Tragwerke ernuert und das Zugsicherungssystem für mehr Zuverlässigkeit im Gesamtsystem digitalisiert. Von Unterretzbach bis Payerbach- Reichenau wurden außerdem die Bahnsteige auf 220 m verlängert. Damit können zukünftig längere Züge fahren, die mehr Sitzplätze und damit mehr Komfort für Bahnreisende bieten. Ein weiteres wichtiges Puzzlestück im innerstädtischen Nahverkehr ist die Attraktivierung der Verbindungsbahn zwischen Hütteldorf und Meidling. Sie soll in Zukunft einen 15-Minuten-Takt der S80 zwischen Hütteldorf und Wien Aspern Nord ermöglichen. 2024 wird das UVP-Verfahren fortgeführt. Im Jahr 2023 hat die ÖBB-Infrastruktur AG zudem intensiv am Ausbau der Pottendorfer Linie gearbeitet. Diese Maßnahme soll die Situation für die Pendler:innen aus dem Süden weiter zu verbessern, denn rd. 40% aller Pendler:innen kommen aus dieser Richtung. Der zweigleisige Ausbau der rd. 50 km langen Pottendorfer Linie zwischen Wien Meidling und Wiener Neustadt stellt eine wichtige Maßnahme zur Kapazitätserweiterung auf der Südstrecke dar. Das Ziel ist die Viergleisigkeit gemeinsam mit der Südbahn zwischen Wien und Wiener Neustadt. Der Ausbau schafft für Tausende Pendler:innen südlich von Wien die Voraussetzungen für ein besseres Angebot sowohl im Fernverkehr als auch im Nahverkehr. Ende 2023 wurde die durchgehende Zweigleisigkeit zwischen Wien und Wiener Neustadt fertiggestellt. Eröffnet wurde auch der Bahnhof Ebreichsdorf. Mit dem viergleisigen Ausbau der Südstrecke zwischen Wien Meidling und Mödling inklusive der Errichtung zweier neuer Haltestellen wird das Mobilitätsangebot für den Süden von Wien und den Bezirk Mödling noch attraktiver. Gemeinsam mit der Pottendorfer Linie stehen dann mit Projektabschluss sechs leistungsfähige Gleise im Süden von Wien zur Verfügung. Dafür liefen 2023 die Planungen weiter. | LB33

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