ÖBB Geschäftsbericht 2023
79 Konzern- lagebericht Der Norden profitiert vom Ausbau der Nordbahn, der zügig voranschreitet. In Deutsch-Wagram konnte 2023 die neu errichtete Unterführung der Landesstraße L6 für den Verkehr freigegeben werden. Die entsprechende Eisenbahnkreuzung wurde aufgelassen. Seit 2023 erstrahlt auch die Haltestelle in Helmahof, ein Ortsteil von Deutsch-Wagram, in neuem Glanz. Dafür wurde der S-Bahn-Halt auf der Strecke zwischen Wien Süßenbrunn und Gänserndorf runderneuert. Insgesamt werden rd. 66 km Strecke unter laufendem Betrieb modernisiert. Im Zuge dess werden auch 17 Bahnhöfe und Haltestellen entlang der Strecke attraktiviert und barrierefrei adaptiert. Auch sollen das Park&Ride- und das Bike&Ride-Angebot ausgebaut werden. Hinzu kommt die Auflassung sämtlicher Eisenbahnkreuzungen, was höhere Fahrgeschwindigkeiten der Züge erlauben wird. Die Elektrifizierung der Marchegger Ostbahn ist seit dem Fahrplanwechsel 2022 / 2023 abgeschlossen. Die Modernisierungen der Kamptalbahn, Traisentalbahn, Erlauftalbahn oder Mattersburger Bahn wurden im Berichtszeitraum ebenfalls vorbereitet bzw. errichtet. Weiters wurde mit den Planungen für den Ausbau der Franz-Josefs-Bahn begonnen. Als erste Meilensteine wurden mit Fahrplanwechsel im Dezember 2023 die modernisierten Bahnhöfe in Hadersdorf am Kamp, Langenlois und Horn in Betrieb genommen. Damit wurde ein erster Schritt der Attraktivierung der Kamptalbahn gesetzt, weitere folgen. Das Projekt „Flughafenspange” steht für eine attraktive Anbindung des Osten Österreichs an den Flughafen und die Stadt Wien. Die neue Verbindung bedeutet für Pendler:innen kürzere Fahrtzeiten und bringt Entlastung für die stark befahrenen Ortsdurchfahrten. 2023 sind die Planungen weiter vorangeschritten. Erfolgsgeschichte Weststrecke geht weiter Rd. ein Drittel aller Züge fahren auf der Weststrecke. Güter- und Personenverkehr nehmen laut Prognosen weiterhin zu. Der Ausbau zwischen Linz und Wels sowie der Ausbau zwischen Salzburg und Köstendorf ist notwendig, um der großen Nachfrage nach mehr Zügen und besseren Verbindungen auf diesen Strecken nachzukommen. Im Berichtszeitraum wurden die Bauarbeiten für den Ausbau der Weststrecke zwischen Marchtrenk und Wels sowie auf der Westseite des Linzer Hauptbahnhofs fortgeführt. Künftig werden vier statt bisher zwei Gleise höhere Kapazitäten auf der stark ausgelasteten Weststrecke sorgen. Das ermöglicht ein besseres Angebot im Nahverkehr mit einem dichteren S- Bahn-Angebot und einen Taktfahrplan zwischen Linz und Wels. Das gleiche gilt für den Fern- und Güterverkehr. Der Bahnhof Marchtrenk wird modernisiert. Für den Ausbau des Abschnittes zwischen Linz und Marchtrenk laufen die Bauvorbereitungen. Der Baustart ist für 2024 geplant. Für den Ausbau des Abschnittes zwischen Linz Verschiebebahnhof West und Linz Signalbrücke (inkl. Nahverkehrsknoten Linz Franckviertel) laufen die Planungen. Für die Haltestelle Seekirchen Süd fand 2023 der Baustart statt. Der viergleisige Ausbau der Weststrecke wird zwischen Köstendorf und Salzburg in zwei jeweils einröhrigen Tunnel verlaufen. Dafür liefen 2023 die UVP-Planungen und die vertieften Planungen parallel weiter. Auch wurden regelmäßige, intensive Gespräche mit Stakeholder:innen (z. B. in Form von institutionalisierten Dialogforen) geführt. Südstrecke in der Zielkurve Stück für Stück schreiten die Tunnelprojekte und Streckenausbauten voran. Die Großbauprojekte auf der Südstrecke werden es möglich machen, dass Reisende zukünftig in weniger als zwei Stunden zwischen Wien und Graz und in 45 Minuten zwischen Graz und Klagenfurt reisen können. Die Vortriebs-Arbeiten beim Jahrhundertprojekt Semmering-Basistunnel befinden sich auf der Zielgeraden. Mehr als 97% der zwei 27,3 km langen Röhren sind mittlerweile gegraben. Rd. 600 m sind noch zurückzulegen. Mit insgesamt 14 Vortrieben wird der Tunnel errichtet. Zehn sind bereits abgeschlossen, darunter alle im Fröschnitzgraben und im Abschnitt Grautschenhof. Wenn die Tunnelröhren fertig gegraben sind, wird die Betoninnenschale im Tunnel komplett fertiggestellt. Schon jetzt sind mehr als 25 km dieser Schale errichtet (von insgesamt rund 55 km in zwei Röhren). Danach beginnt die letzte Phase des Baus. Bevor die Züge durch den Berg fahren, erfolgt die bahntechnische Tunnelausrüstung. In dieser Phase werden Gleise, Leitungen und technische Anlagen in den Berg verbaut. 2030 fahren dann die ersten Züge durch den Semmering-Basistunnel. Die 130 km lange Koralmbahn startet indessen bereits jetzt in die finale Phase. 2023 wurde der gesamte Koralmtunnel mit Schienen ausgestattet und ein großer Teil der Strecke mit Bahntechnik ausgerüstet. Auch der neue Bahnhof Weststeiermark nimmt immer konkretere Formen an. Noch weiter ist man auf Kärntner Seite: Bereits Ende des Jahres 2023 wurde die gesamte Kärntner Koralmbahn zwischen Klagenfurt und St. Paul im Lavanttal fertiggestellt und für den Nahverkehr in Betrieb genommen. Es ist die bisher größte Teilinbetriebnahme auf der neuen Südstecke und gleichzeitig der Auftakt für den Zielsprint dieses Jahrhundertprojekts. Die Gesamtinbetriebnahme zwischen Graz und Klagenfurt – mitsamt Koralmtunnel – ist schließlich Ende 2025 geplant. LB34 |
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