Nachhaltigkeitsbericht 2021
39 Gestaltung der Bahndämme und Böschungen gelegt. Planung und Bau der Anlagen sind bereits auf die Förderung von verschiedene Vegetationstypen am Bahndamm abgestimmt, um die Vielfalt der Fauna und Flora weiter zu forcie- ren. Die Bahnbegleitflächen fun- gieren aufgrund ihrer extensiven Bewirtschaftung als Rückzugs- raum und Migrationskorridor für seltene Tier- und Pflanzenarten sowie als verbindendes Element zwischen verschiedenen Lebens- räumen in Österreich. Um die Berücksichtigung der jewei- ligen Roten Listen der gefährdeten Arten zu gewährleisten, kommen zusätzlich zu den Genehmigungsverfahren bei sämtli- chen Neu- und Ausbauprojekten, welche im Einklang mit Natur- und Artenschutz- recht geplant und umgesetzt werden, auch spezifische, umwelt- und na- turschutzbezogene Regelwerke (Richt- linien und Vor- schriften für das Straßenwesen, RVS bzw. Richtlinien und Vorschriften für das Eisenbahn- wesen, RVE) zum Einsatz. Ein Highlight des Jahres 2021 war der Abschluss des Vertrages mit dem Land Oberösterreich zur naturschutzfachlichen Pflege von 33 besonders wertvollen Flächen mit einer Gesamtausdehnung von 4,5 Hektar, die sich auf Bahngrund befinden. Das Land Oberösterreich übernimmt damit die erforderlichen Pflegemaßnahmen wie Einzelstammentnahmen, Mahd, Rückschnitt, Neophytenbekämpfung und Abtransport des Grünschnitts, um die schützenswerten Biotoptypen zu erhalten. Eine Win-win-Situation für den Naturschutz und die Bahn. Ausblick 2022 Im Dezember 2017 hat die EU-Kommissi- on die mögliche Nutzung von Glyphosat um fünf Jahre verlängert. Mit Beginn des Jahres 2022 soll das angestrebte Ziel der ÖBB-Infrastruktur AG, kein Glyphosat auf Gleisanlagen der ÖBB auszubringen und die Pflanzenschutzmittel mit diesem Wirkstoff durch Alternativen zu erset- zen, verwirklicht werden. Hier soll eine Umstellung auf alternative verfügbare Pflanzenschutzmittel erfolgen. Zusätzlich dazu beteiligt sie sich weiterhin intensiv an Forschungsprojekten, zukünftig wird ein Methodenmix – chemisch, mecha- nisch, physikalisch (thermisch/elektrisch) – zum Einsatz kommen. Bis weitere Vorgehensweisen die Wirksamkeit und Gleistauglichkeit erreicht haben, bleibt die Behandlung der Gleisanlagen mit Pflanzenschutzmitteln im Zuge der che- mischen Vegetationskontrolle allerdings die wichtigste Maßnahme, um Gleise be- wuchsfrei zu halten. Die ÖBB-Infrastruk- tur AG steht auch bei dieser Thematik im internationalen Austausch mit anderen Bahnbetreibern, um bei dieser für den gesamten Eisenbahnsektor gleichartigen Problematik Lösungen zu finden. < GRI 304-2 Fokus auf Artenvielfalt und Naturschutz Die Berücksichtigung von Arten- und Naturschutz erfolgt bereits bei der Planung von Bau- und Erhaltungsmaß- nahmen auf Grundlage der entsprechenden Bundes- und Landesgesetze. Maßnahmen, die einen Eingriff in die Natur bedeuten, werden so umgesetzt, dass negative Auswirkungen vermieden, so gering wie möglich gehalten oder durch Ersatzmaß- nahmen ausgeglichen werden. Maßnahmen. Artenvielfalt & Biodiversität Vegetationskontrolle Vogelschutz Projekt „Reserve“ Pottendorfer Linie ÖBB Schienenbienen Erd&Äpfel > Details ab Seite 94 1.710 Hektar kontrollierte Flächen, die im Jahr 2021 tatsächlich behandelt wurden. 2020: 2.012 ha Bienen ein Lebensraum entlang der Bahn geboten und der ÖBB Schienenhonig ist im Webshop erhältlich
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