Nachhaltigkeitsbericht 2021
ÖBB Nachhaltigkeitsbericht 2021 46 Taxonomie Offenlegung gemäß Art. 8 EU-Taxonomie Verordnung Für den Wandel in Richtung Nachhaltigkeit muss viel Geld investiert werden. Die OECD schätzt, dass weltweit jährlich rund 6,35 Billionen Euro* nötig wären, um die Pariser Klimaziele zu erreichen. Das können die Staaten nicht alleine finanzieren, es braucht zusätzlich private Investitionen. Aus diesen Erkenntnis- sen heraus ist der EU-Aktionsplan mit zehn Maßnahmen entstan- den, um privates Kapital für nachhaltige Aktivitäten zu mobili- sieren. Unter diesen Maßnahmen fällt auch die Einführung eines Klassifikationssystems für nachhaltige Tätigkeiten – der soge- nannten EU-Taxonomie-Verordnung. Mithilfe der EU-Taxonomie wird definiert, welche wirtschaftlichen Tätigkeiten als ökolo- gisch nachhaltig gelten. Dadurch soll Greenwashing vermieden werden. Die EU-Taxonomie ist also ein Transparenzinstrument für Investor:innen und Unternehmen. So werden Anleger:innen bei Investitionen in Projekte und Wirtschaftstätigkeiten, die sich deutlich positiv auf Klima und Umwelt auswirken, künftig von einer einheitlichen Grundlage ausgehen können. Im Juli 2020 wurde die EU-Taxonomie-Verordnung (2020/852) veröffentlicht, laut dieser sind Wirtschaftsaktivitäten ökologisch nachhaltig, die einen wesentlichen Beitrag zur Erreichung von mindestens einem Umweltziel leisten und dabei kein anderes Umweltziel wesentlich beeinträchtigen. Die EU-Taxonomie enthält insgesamt sechs Umweltziele (Art. 9 EU-Taxonomie) – Klimaschutz, Anpassung an den Klimawandel, nachhaltige Nut- zung und Schutz von Wasser- und Meeresressourcen, Übergang zu einer Kreislaufwirtschaft, Vermeidung und Verminderung der Umweltverschmutzung, Schutz und Wiederherstellung der Biodiversität und der Ökosysteme. Für das erste Berichtsjahr 2021 wird die Verordnung europaweit in einer vereinfachten Umsetzung (Erleichterungsbestimmung) zur Anwendung kom- men. Die betroffenen Unternehmen müssen daher aktuell nur die Evaluierung der Taxonomiefähigkeit (Art. 8 EU-Taxonomie) ihrer wirtschaftlichen Aktivitäten auf Basis der ersten beiden Umweltziele (Klimaschutz und Anpassung an den Klimawandel) durchführen. Zur Umsetzung der EU-Taxonomie verpflichtet sind im Berichtsjahr 2021 Unternehmen von öffentlichem Interesse mit mehr als 500 Mitarbeiter:innen. Die ÖBB sind ein nachhaltig, klima- und umweltfreundlich agie- render Konzern. Aus diesem Grund wollen die ÖBB die Chancen der EU-Taxonomie nutzen und damit in der Lage sein, zukünf- tig nachhaltige Finanzierungsformen umsetzen zu können. Obwohl im ÖBB-Konzern derzeit nur die ÖBB-Infrastruktur AG ein Unternehmen von öffentlichem Interesse und somit ver- pflichtet ist, die ersten aus der EU-Taxonomie entstandenen Bestimmungen für das Geschäftsjahr 2021 zu erfüllen, erfolgt in diesem Nachhaltigkeitsbericht eine freiwillige Erstbewertung aus Konzernsicht (Muttergesellschaft ÖBB-Holding AG und alle vollkonsolidierten Töchter). Hinweis: Die ÖBB-Infrastruktur AG berichtet über ihre Verpflichtungen aus der EU-Taxonomie im Rahmen einer nichtfinanziellen Erklärung, die Teil des Konzern lageberichts ihres Konzernabschlusses ist. Vorgehensweise zur Eruierung taxonomie fähiger Wirtschaftsaktivitäten im ÖBB-Konzern Nach Veröffentlichung der EU-Taxonomie wurde ein Projektteam gebildet, das sich mit der EU-Taxonomie und ihren Auswirkun- gen befasst. Die Einstufung der Taxonomiefähigkeit beziehungs- weise die Prüfung der Konformität der eigenen Wirtschafts- aktivitäten mit der EU-Taxonomie ist für den ÖBB-Konzern noch nicht endgültig abgeschlossen. Aufgrund der erstmaligen Veröffentlichung sowie der sich derzeit noch entwickelnden Rechtslage können sich zukünftig noch Änderungen hinsichtlich der Einstufungen / Bewertungen und Offenlegung ergeben. Zur Ermittlung der drei Finanzkennzahlen wurde eine Liste der „taxonomiefähigen“ Wirtschaftsaktivitäten des ÖBB-Konzerns erstellt. Der 360-Grad-Screening-Prozess gliedert sich dabei in folgende Schritte: 1. Screening der NACE-Codes nach den Kriterien „zutreffend“, „vielleicht“, und „nicht zutreffend“ eingeteilt. 2. Vergleichen der NACE-Codes mit jenen der jeweiligen Wirt- schaftsaktivitäten im „Taxonomy Compass“. 3. Durchführen einer „Betroffenheitsanalyse“ auf Basis der Pro- zesse des ÖBB-Konzerns. 4. In Abstimmungsterminen mit Fachexpert:innen wurden dabei die unklaren bzw. nicht eindeutigen Wirtschaftstätigkeiten „Vielleicht-Kriterium“ näher betrachtet. 5. Auf Basis dieser Liste mit relevanten Wirtschaftsaktivitäten wur- de das bestehende Reportingsystem um eine Eingabemaske mit dem Rahmenwerk zuordenbaren Einzelmaßnahmen ergänzt, um eine entsprechende Datenerhebung zu ermöglichen. Die Liste der taxonomiefähigen Aktivtäten umfasst Aktivitäten, die aufgrund der Geschäftstätigkeit wesentlich sind und / oder Aktivitäten, die aufgrund der Nachhaltigkeitsstrategie der ÖBB Holding als wesentlich definiert werden. Die folgenden freiwilli- gen Erstangaben zu den taxonomiefähigen Wirtschaftsaktivitä- ten basieren auf den Rechnungslegungsgrundsätzen, die für die Finanzberichterstattung des Konzerns nach den anwendbaren Rechnungslegungsgrundsätzen (IFRS) gelten, um so die Ver- gleichbarkeit dieser Berichterstattung mit den Finanzinformatio- nen zu gewährleisten. Taxonomiefähige Wirtschaftsaktivitäten im ÖBB-Konzern Aus heutiger Sicht sind folgende taxonomiefähige Wirtschafts tätigkeiten relevant: Herstellung von CO 2 -armen Verkehrstechnologien (3.3.) Der Geschäftsbereich Technische Services bietet in Mittel- und Osteuropa Leistungen im Bereich Instandhaltung von Schienen- fahrzeugen an. Es wird dabei die komplette Instandhaltung und Weiterentwicklung von Schienenfahrzeugen – mit modernsten Technologien für maximale Sicherheit organisiert. In Verbindung mit einem umfangreichen Ersatzteilpool stellt sie die wirtschaftli- che Wartung im In- und Ausland sicher. Zu den Aufgabengebie- ten der Gruppe zählen: modulare Wartung (Light beziehungswei- se Heavy Maintenance von Schienenfahrzeugen in Teilschritten / Wartungsmodulen), Serviceleistungen entlang der wichtigsten Eisenbahnkorridore, Materialmanagement und mobile Wartung. Bei technischen Gebrechen oder Unfällen im Schienenverkehr räumen Hilfszugmannschaften der TS-Gruppe die betreffenden Nachhaltigkeitsbausteine * Quelle: https://www.klimaaktiv.at/bauen-sanieren/gebaeudedeklaration/ eu-taxonomie-immobilien-klimaaktiv-gebaeudebewertung.html
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