Nachhaltigkeitsbericht 2021
61 Compliance-Managementsystem Eine effektive, effiziente und transpa- rente Gestaltung der Geschäftsprozesse ist für den ÖBB-Konzern von großer Bedeutung. Zu deren Umsetzung be- darf es einer Organisation, die entsprechende Maßnahmen setzt und damit wesentlich zum nachhaltigen Erfolg des Unter- nehmens beiträgt. Daher wurde ein umfassendes Compliance- Managementsystem im ÖBB- Konzern implementiert, das sich an international anerkannten Standards orientiert. Da alle Organe und Be- dienstete des ÖBB-Konzerns unter den Amtsträgerbegriff des Strafgesetzbuches fallen, wodurch die verschärften Korruptions- strafrechtsbestimmungen zur Anwen- dung kommen, ist ein integres Verhal- ten unabdingbar. Als Kernpunkt der Compliance-Auffassung dient der Code of Conduct des ÖBB-Konzerns. Dieser verbindliche Verhaltenskodex beschreibt die ethischen Grundsätze und allgemeinen Prin- zipien, an denen der ÖBB-Konzern sein wirtschaft- liches Handeln ausrichtet. Um eine langfristige und nachhaltige Sensibilisierung zu compliancebezo- genen Themen bereichen zu erlangen, werden regelmäßig Schulun- gen, die auf die jeweilige Zielgruppe und entsprechenden Risiken zugeschnitten sind, durchgeführt. Ergänzt werden die- se Schulungen durch ein umfassendes, konzernweites E-Learning-Programm. Zudem werden dem Management und allen Mitarbeiter:innen individuelle Beratungen angeboten. Compliance geht jedem complian- cerelevanten Hinweis konsequent nach. Ergänzend werden anlassunabhängige Prüfungen und Gefährdungsanalysen durchgeführt, um die Einhaltung des Code of Conduct zu überwachen und mögliche Schwachstellen nachhaltig zu beheben. Weiters unterstützt Compli- ance die Rechtsabteilungen des ÖBB- Konzerns im Bereich des Wettbewerbs- Compliance Compliance ist für die Prä- vention, die Früherkennung und die Aufklärung von Sachverhalten hinsichtlich Wirtschaftskriminalität und Korruption zuständig. Das Compliance-Office des ÖBB- Konzerns ist in der ÖBB-Holding AG angesiedelt und wird vom weisungsfreien Chief-Compliance- Officer geleitet. Zusätzlich sind in den Teilkonzerngesellschaften weisungsfreie Compliance-Officers organisatorisch und dienstrecht- lich verankert. Menschenrechte im ÖBB-Konzern Die Menschenrechtspolitik der ÖBB verfügt über vier Schwerpunkte. Der ÖBB-Konzern handelt gemäß den gesetz- lichen Vorschriften in Österreich, in Europa sowie an allen Unternehmensstandorten au- ßerhalb Europas. Die Teilkonzerngesellschaft Rail Cargo Group (RCG) beschäftigt internatio- nal rund 9.400 Mitarbeiter:innen in 15 Län- dern. Die Vorstände der Rail Cargo Group sowie die jeweiligen Geschäftsführer:innen haben im Jahr 2019 die „Children´s Rights, Human Rights and Forced Labour Policy“ unterschrieben. Dementsprechend soll die im Jahr 2019 eingeführte Menschenrechtspolitik die Menschenrechte aller Mitarbeiter:innen an allen Standorten sicherstellen und menschen- rechtswidrige Arbeitspraktiken ausschließen. Dies beinhaltet vier Schwerpunkte: 1. Die Mitarbeiter:innen haben das Recht, ohne Zwang den Beschäftigungsbedin- gungen zuzustimmen, und sie können ihr Arbeitsverhältnis mit angemessener Kündi- gungsfrist jederzeit freiwillig beenden. 2. Kinderarbeit, Menschenhandel sowie Zwangsarbeit wird in den Aktivitäten der RCG in keiner Weise betrieben, unterstützt noch toleriert. 3. Der unfreiwillige Dienst eines Beschäf- tigten, die Ausbeutung von Kindern sowie deren Einsatz für gefährliche Arbeiten, körperliche Bestrafung oder Miss- brauch werden nicht geduldet. 4. Mitarbeiter:innen sind in ihrer Position ausnahmslos legal beschäftigt. Es wird sichergestellt, dass die örtlichen Gesetze für die Beschäftigung, das Studium, ein Praktikum oder eine Lehrstelle eingehalten werden. Zur Weiterentwicklung der Politik und Umset- zung in Maßnahmen wurde im Jahr 2020 in der Rail Cargo Group eine Risikoanalyse für Menschenrechtsverletzungen durchgeführt. Dort wo Schwerpunkte identifiziert wurden, wurden auch Maßnahmen definiert. Eine der Maßnahmen, Sensibilisierung und Training zum Thema „Menschenrechte innerhalb des Unternehmens“, wurde in 2021 ausgerollt und wird in den nächsten Jahren weiterverfolgt. Details siehe Maßnahmenliste 100 Prozent der Lieferant:innen mit Neuverträgen, abgeschlossen über die ÖBB Einkaufsplattform, verpflichten sich zur Einhaltung ethischer Grundsätze und allgemeiner Prinzipien. beiter:innen und Kund:innen ist ein absolut vertraulicher Umgang mit Informationen sicherzustellen
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