Nachhaltigkeitsbericht 2021
91 Bestehende Maßnahmen infra:wetter ist ein streckenbezogenes Wetterwarnsystem der ÖBB-Infrastruktur AG mit Informationen über meteorologische Verhältnisse inklusive Wettervorschau auf die nächsten 72 Stunden und mit Warnungen, die per E-Mail oder SMS verschickt werden. Naturgefahrenhinweiskarten weisen potenzielle Bereiche der Betroffenheit durch Naturgefahren (Steinschlag, Wildbach) aus. In Kombination mit infra:wetter sind sie ein wichtiges Tool, um im Bedarfsfall kurzfristig lokale Maßnahmen zu setzen. Bahnstrecken mit potenzieller Hochwasserbetroffenheit werden bereits seit Län- gerem in Plänen dargestellt. Für diese Streckenabschnitte gibt es bereits bestehende Maßnahmenkonzepte, die als Grundlage für spätere Planungsprojekte dienen. Diese Maßnahme wirkt in den Bausteinen: Anpassung an den Klimawandel. Leisere Strecken und leisere Wagen Die Europäische Interoperabilitätsrichtlinie NOI TSI schreibt „leisere Stecken“ vor, auf denen ab 8. Dezember 2024 nur mehr leise Güterwagen verkehren dürfen. Auch 2021 gewährt die ÖBB-Infrastruktur AG für ihr Schienennetz die seit der Netzfahrplanperiode 2018 eingeführte Reduktion des Infrastrukturbenützungsentgelts („Lärmbonus”) für Güterverkehrsleistungen von Eisenbahnverkehrsunternehmen – sofern sie mit leisen Bremssohlen nachgerüstete Güterwagen einsetzen (dieser Lärmbonus ist gemäß Artikel 4 der Durchführungsverordnung [EU] 2015/429 gestaltet). Dies führte dazu, dass beispielsweise Ende 2021 bereits circa 90 Prozent der österreichischen Flotte der Rail Cargo Group (RCG) als leise Wagen umgerüstet worden sind. Diese Maßnahme wirkt in den Bausteinen: Emissionen (exkl. CO 2 ). Wirkungsvolle Schallschutzmaßnahmen. Rollende Räder erzeugen Schall aufgrund physikalischer Gesetze, welche sich nicht außer Kraft setzen lassen. Die ÖBB unternehmen jedoch alles, um Schallemissionen des Schienenverkehrs einzudämmen und zu verringern. Im Zuge von Lärmsanierung bei Bestandsstrecken werden Schallschutzwände und Schallschutzfenster errichtet und gefördert. Bei Neu- und Ausbaustrecken werden Lärmschutzmaßnahmen von Beginn an mitberücksichtigt und umgesetzt. Dadurch befanden sich im Jahr 2021 im Netz der ÖBB-Infrastruktur AG rund 1.000 Kilometer an Schallschutz- wänden und Schallschutzdämmen. Monitoring Schallemission Eisenbahnverkehr Wörthersee Im Frühjahr 2021 wurde der erste Bericht „Monitoring Schallemissionen Eisenbahnver- kehr Wörthersee“ veröffentlicht, welcher auf Messungen der Zugsfahrten auf der zweigleisigen Südstrecke im Zentralraum Kärnten beruht. Im Kalenderjahr 2020 betrug der Anteil an leisen Güterwagen im Jahresschnitt 64 Prozent aller vorbeifahren- den Güterwagen und der durchschnittliche Vorbeifahrtspegel (Median) im Messpunkt der Messstelle in 7,5 Metern von der Gleisachse beträgt für die Güterzüge 88,2 dB und für die Personenzüge 77,5 dB. Exemplarisch wurden auch Schallimmissionspegel gemäß Schallausbreitungsrechnungsvorschriften errechnet: Dabei ergibt sich im ex- emplarischen Abstand von 30 Metern zur Bahnstrecke ohne Schallschutzmaßnahmen ein Beurteilungspegel-Nacht von 60 dB, während mit entsprechendem bahnseitigem Schallschutzwand in Form einer 2 Meter hohen Lärmschutzwand ein Beurteilungs pegel-Nacht von 48 dB erreicht wird. Diese Maßnahme wirkt in den Bausteinen: Emissionen (exkl. CO 2 ). 3 Emissionen inkl. Lärm (exkl. CO 2 ) Seite 28
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