Nachhaltigkeitsbericht 2021

ÖBB Nachhaltigkeitsbericht 2021 90 Gemeinsam mit Lamborghini für nachhaltige Logistik ATTRAKTIVIERUNGEN GÜTERVERKEHR. Mit einer Transitzeit von nur 48 Stunden transportiert die RCG Lamborghini-URUS-Karosserien von Deutschland nach Italien. Gemeinsam mit Lamborghini hat die RCG ein neues Transportkonzept auf Schiene gebracht. Dabei werden URUS-Karosserien vom VW-Werk in Zwickau, Deutschland, zum Lamborghini-Stammwerk in Sant‘Agata Bolognese, Italien, transportiert. Mit einer Transitzeit von nur 48 Stunden handelt es sich dabei um den schnellsten, effizientesten und umweltfreundlichsten Transport von Zwickau nach Modena. Ein Ganzzug mit 15 Waggons pro Woche transportiert 115 Karosserien von Deutsch- land nach Italien. Mit dem neuen Bahntransportkonzept tragen unsere nachhaltigen Schienentransporte dazu bei, die Klimabilanz von Lamborghini um 85 Prozent zu reduzieren. Diese ersparen dem Klima rund 2.000 Tonnen CO 2 pro Jahr und helfen, der Transitspirale auf der Brennerachse entgegenzuwirken. Diese Maßnahme wirkt in den Bausteinen: Klimaschutz. Leistbare und zugängliche Mobilität. Ökowaldinseln Ein funktionsfähiger und stabiler Wald als Schutz der Bahninfrastruktur vor Hangrutschungen, Muren oder Lawinen im alpinen Bereich ist von besonderer Bedeutung. Daher legt der Geschäftsbereich Streckenmanagement und Anlagen­ entwicklung (ÖBB Infrastruktur AG) auch einen hohen Wert auf Ökologisierung von bestehenden Anlagen. So wurden 2019 und 2020 mehrere Ökowaldinseln in beste- henden Bahnwäldern der ÖBB errichtet. Diese stellen einen wertvollen Lebensraum für Tiere und Pflanzen dar. Es finden auch ökologische Aspekte laufend Berück- sichtigung in den Regelwerken der ÖBB. Beispiele hierfür sind die nachhaltige und naturnahe Gestaltung von Entwässerungsanlagen oder Bahnböschungen. Nähere Informationen siehe Maßnahme Artenvielfalt & Biodiversität – „Umwelt am Zug“. Diese Maßnahme wirkt in den Bausteinen: Klimaschutz. Anpassung an den Klimawandel. Artenvielfalt & Biodiversität. clim_ect Mit dem Ziel, konkrete Maßnahmen zu entwickeln, um künftige schädliche, wetter- induzierte Wirkungen auf die Infrastruktur möglichst gering zu halten, arbeitet die ÖBB-Infrastruktur AG seit 2019 gemeinsam mit der Technischen Universität Wien, der Universität für Bodenkultur und der ZAMG am Projekt „clim_ect“. Schadensereignis- se der Vergangenheit wurden näher analysier t, damit einerseits bevorstehende Entwicklungen, andererseits jedoch auch die Auswirkungen von meteorologischen Phänomenen besser ein- und abgeschätzt werden können . Mit Abschluss des Projektes 2021 können auf Basis dessen Gefährdungskorridore entlang der ÖBB Trasse besser identifiziert und vorbeugende Maßnahmen gesetzt werden. Diese Maßnahme wirkt in den Bausteinen: Anpassung an den Klimawandel. INGEMAR Mit dem Projekt „INGEMAR – Intelligentes Naturgefahrenmanagement- und Risikobeurteilungssystem“ soll ein Allroundtool geschaffen werden. Ziel ist es, die wichtigsten Tätigkeiten zum Schutz der Bahn vor Naturgefahren in einem Tool abzu- bilden: Warnung / Information, Arbeiten / Tätigkeiten und Kommunikation, um beim Eintrittsereignis effizient und proaktiv vorgehen zu können. Die Informationen dafür kommen aus jahrelanger Erfahrung der ÖBB Mitarbeiter:innen und dem Wissen- stransfer der Arbeiten der ÖBB Lawinenkommission. Diese Maßnahme wirkt in den Bausteinen: Anpassung an den Klimawandel. 2 Anpassung an den Klimawandel Seite 26 Nachhaltigkeitsbausteine

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