Nachhaltigkeitsbericht 2021
ÖBB Nachhaltigkeitsbericht 2021 94 Vegetationskontrolle Bereits ab 2022 wird auf Gleisanlagen der ÖBB kein Glyphosat mehr ausgebracht und die Pflanzenschutzmittel mit diesem Wirkstoff werden durch Alternativen ersetzt. Zukünftig wird ein Methodenmix – chemisch, mechanisch, physikalisch (ther- misch / elektrisch) – zum Einsatz kommen. Bis weitere Methoden die Wirksamkeit und Gleistauglichkeit erreicht haben, bleibt die Behandlung der Gleisanlagen mit Pflanzenschutzmitteln im Zuge der chemischen Vegetationskontrolle allerdings die wichtigste Maßnahme, um Gleise bewuchsfrei zu halten . Die ÖBB-Infrastruktur AG steht auch bei dieser Thematik im internationalen Austausch mit anderen Bahnbe- treibern, um bei dieser für den gesamten Eisenbahnsektor gleichartigen Problematik Lösungen zu finden. Diese Maßnahme wirkt in den Bausteinen: Artenvielfalt & Biodiversität. Vogelschutz Die ÖBB-Infrastruktur AG setzt auch im Bereich Vogelschutz einige Maßnahmen. Sie ist beispielsweise Partner im EU-LIFE-Projekt „Danube Free Sky“ (siehe https://danubefreesky.eu ). Im Zuge dieses Projektes werden unter anderem 63 Kilo- meter an drei Bahnstrecken im für den Vogelschutz in Österreich bedeutsamen öst- lichen Niederösterreich mit umfangreichen Vogelschutzmaßnahmen ausgerüstet, um Stromschlag und Leitungskollision möglichst auszuschließen. Zusätzlich dazu werden in Abstimmung mit der Vogelschutzorganisation Bird Life Austria auf beson- ders gefährdeten Streckenabschnitten in ganz Österreich Kunststoffschutzkappen auf den Mastspitzen angebracht, um Großvögel vor Stromschlägen zu schützen. Um Vogelanprall an Glasflächen zu verringern, werden seit mehreren Jahren Vogelschutzmarkierungen in Form von 4 Millimeter starken schwarzen Linien im Abstand von 50 Millimetern auf Glasflächen angebracht. Die Vorgaben dazu sind im internen Regelwerk der ÖBB-Infrastruktur AG festgelegt. Somit ist gewährleistet, dass diese Vogelschutzmaßnahme standardisiert umgesetzt wird. Diese Maßnahme wirkt in den Bausteinen: Artenvielfalt & Biodiversität. Projekt „Reverse“ Die ÖBB-Infrastruktur AG ist auch eines der Bahninfrastrukturunternehmen, die sich aktiv beim Projekt „Reverse“, das vom Internationalen Verband der Eisenbahnen (UIC) getragen wird, einbringen. Es soll negative und positive Auswirkungen der Bahn auf die natürliche Vielfalt genau analysieren und für den Bahnsektor Leitlini- en und einen Aktionsplan entwickeln , um die Beiträge der Bahn zum Sustainable Development-Goal 15 (Life on Land) darstellen zu können. Die ÖBB-Infrastruktur AG stellt den Vorsitzenden dieser Arbeitsgruppe und ist wesentlicher Treiber dieses internationalen Projektes zum Schutz der biologischen Vielfalt (siehe: https://uic.org/ projects/article/reverse ). Diese Maßnahme wirkt in den Bausteinen: Artenvielfalt & Biodiversität. 5 Artenvielfalt & Biodiversität Seite 38 Nachhaltigkeitsbausteine
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