Nachhaltigkeitsbericht 2021

95 Pottendorfer Linie Der zweigleisige Ausbau der rund 50 Kilometer langen Pottendorfer Linie zwi- schen Wien Meidling und Wiener Neustadt stellt eine wichtige Maßnahme zur Kapazitätserweiterung auf der Südstrecke dar . Für Tausende Pendler:innen süd- lich von Wien schafft das die Voraussetzungen für ein besseres Angebot sowohl im Fern- als auch im Nahverkehr. Bei der Errichtung wird aber auch auf Artenvielfalt ge- achtet. Ein wesentliches Ziel ist es, die Biodiversität entlang der Strecke durch spezielle Gestaltung der Bahndämme und Böschungen zu erhöhen . Dazu wurde hochwertiges Saatgut eingesetzt und über sieben Hektar neu gepflanzte Waldflächen mit einem Wiesenstreifen – ähnlich wie beim Bahndamm – umgeben. Darauf finden sich wiederholt Glaubsteinhaufen verschiedener Größe und Totholzhaufen aus Wur- zelstöcken, um Schlangen, Eidechsen und diverse holzliebende Insekten, vor allem Käferarten, sowie Dachsen und Füchsen einen Rückzugsort zu bieten. An den Flächen wurden auch Mulden ausgebildet, in denen sich Regen- oder Schmelzwasser sam- meln kann. Dadurch wurden Voraussetzungen geschaffen, damit sich auch temporäre Kleingewässer bilden können, die in weiterer Folge Amphibien, Libellen und anderen Kleinstlebewesen Lebensräume bieten und auch Wildtieren als Tränke dienen. Diese Maßnahme wirkt in den Bausteinen: Artenvielfalt & Biodiversität. Zur Erhöhung der Biodiversität entlang der Strecke wird Wert auf eine spezielle Gestaltung der Bahndämme und Böschungen gelegt. Planung und Bau der Anlagen sind bereits auf die Förderung von verschiedene Vegetationstypen am Bahndamm abge- stimmt, um die Vielfalt der Fauna und Flora weiter zu forcieren. Die Bahnbegleitflächen fungieren aufgrund ihrer extensiven Bewirtschaf- tung als Rückzugsraum und Migrationskorridor für seltene Tier- und Pflanzenarten sowie als verbindendes Element zwischen verschiedenen Lebensräumen in Österreich. ÖBB Schienenbienen Bienen sind als Bestäuber für Biodiversität und Ernährungssicherheit unverzichtbar. Mit dem Projekt „ÖBB Schienenbienen“ wird besonders Bienen ein Lebensraum geboten. Die Blühwiesen entlang der Bahn sind ein Schatz, der der ÖBB-Infrastruktur AG ausreichend zur Verfügung steht und der nun diesen Tieren und vielen anderen Insekten gehört. Gestartet wurde 2021 mit acht ÖBB Flächen in ganz Österreich, die als potenzielle Bienenstandorte definiert wurden. Mit Ende 2021 konnte bereits auf insgesamt 12 Bahngrünflächen in sechs Bundesländern erweitert werden. In Kooperation mit einem Netzwerk rund um den Imker Markus Bleich ( beehero.at ) werden die Flächen mit Bienenbehausungen bestückt und die Bienenvölker angesie- delt. Seit Herbst 2021 gibt es nun einen eigenen ÖBB Schienenhonig im Webshop, den Bahnbistros sowie den Rail- und Nightjets der ÖBB – biozertifiziert natürlich. Diese Maßnahme wirkt in den Bausteinen: Artenvielfalt & Biodiversität. Erd&Äpfel Mit dieser bewusstseinsbildenden Maßnahme wird seit April 2021 den ÖBB Mitar­ beiter:innen naturnahes Gärtnern und die Förderung von Artenvielfalt und Biodiversität nähergebracht . Begeisterte Hobbygärtner:innen werden dabei vor den Vorhang geholt. Sie verraten ihre Tipps und Tricks und zeigen, wie zahlreiche ÖBB Kleingärten, Gärten, Balkone oder Fensterbänke erblühen und jeder seinen Beitrag zum Baustein Artenvielfalt & Biodiversität leisten kann. Diese Maßnahme wirkt in den Bausteinen: Artenvielfalt & Biodiversität.

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