railaxed - FRÜHLING 2021

Am Einstieg zur Einsiedelei: Von hier aus wandert man je nach Tempo ungefähr eine gemütliche Stunde hinauf zur Eremitage am Palfen. Glaube versetzt Berge: Schon seit dem 16. Jahrhundert pilgern die Menschen zur Kapelle oberhalb von Schloss Lichtenberg. 8 Einblicke Das Pinzgauer Heimatmuseum zählt zu den bedeutendsten Museen des Lan- des Salzburg. Auf vier Geschoßen findet man land- wirtschaftliches Brauchtum und frühgeschichtliche Funde. Ein Besuch auf Schloss Ritzen lohnt sich auch für Fans der Eremitage am Palfen. Infos: museum- saalfelden.at WhatsApp, Facebook, Zoom & Co. können wir immer noch miteinander reden, einander unterstützen und aufmuntern. Das virtuelle Tratscherl, das über den Bildschirm geteilte Arbeitsprojekt oder einfach ein kurzer Anruf bei der verunsicherten Oma können Wunder wirken. Nur ein Ersatz für menschliche Nähe ist es nicht. Mit Covid-19 kam die Leere, ein Gefühl, das viele nicht kannten. Dabei hängt die Widerstandskraft der Menschen gerade in Zeiten der Krise von ihren sozialen Bezie- hungen ab. Und mit steigender Einsamkeit sinkt die Wahrscheinlichkeit, die Situation zu akzeptieren, sie auch positiv deuten zu können und ihr mit Humor zu begegnen. So weit, so ungut. Lassen Sie uns nun in den Zug nach Saalfelden steigen, um Antworten beim Experten zu finden – und vor allem: neue Zuversicht. Der Eremit und die Einsamkeit Wo liegt eigentlich der Unterschied zwischen Einsamkeit und dem Alleinsein? Letzteres lässt sich anhand von Kontakten messen. Einsamkeit bedeutet dagegen das nagende, negative Gefühl, dass etwas fehlt, das man gerne hätte. Eine Nähe, einen Sinn. Nicht jeder, der sozial isoliert ist, ist einsam, und nicht jeder, der sozial eingebunden ist, fühlt sich geborgen. Unser Gesprächspartner kann das bestätigen: Denn er ist Österreichs einziger und derzeit letzter Eremit; wenn gerade auch (noch) außer Dienst. Matthias Gschwandtner ist evangelisch und sportliche 64 Jahre alt, Jazzfan, Bücherwurm und aus Bad Ischl. Nach seiner Pensionierung wollte er mal etwas Anderes ausprobieren, raus aus dem Trott des Alltags – manche gehen da pilgern, golfen oder machen eine Weltrei- se. Er jedoch wollte alleine sein. „Ich hatte schon länger mit dem Gedanken gespielt, eine Art klösterliches Leben zu führen, mit fixer Struktur, ohne viel Ablenkung und viel Zeit dafür, das eine oder andere persönliche oder gesellschaftliche Thema zu reflektie- ren“, erzählt er uns er im Heimatmuseum Saalfelden, in dem auch die 350-jährige Ge- sichte der Saalfeldner Eremitage beleuchtet wird. Die Einsiedelei am Palfen, wie sie auch genannt wird, wurde samt kleiner Kapelle  im 17. Jahrhundert oberhalb des Schlosses Lichtenberg auf einem Felsen erbaut. 35

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