railaxed - SOMMER 2021

8 Frühstückslieferantin: Zu den hofeigenen Pro­ dukten gehört frische Milch, die man auch euterwarm verkosten darf. Jetzt wird ausgemistet: Zweimal am Tag wollen die Kühe gefüttert wer- den – und am anderen Ende ebenso versorgt. Anreise Der ÖBB Railjet bringt Sie täg- lich direkt nach Südtirol, z.B. nach Brixen oder Bozen und retour. Weiters stehen Ihnen täglich zwi- schen Innsbruck und Bozen 21 Zugverbindungen pro Richtung zur Verfügung. Die Fahrtdauer beträgt etwas mehr als 2h. Bitte informieren Sie sich über etwa- ige coronabeding- te Einschränkun- gen unter oebb.at . mannshoher Statur und stemme – freiwillig und zur körperlichen Ertüchtigung – schwere Gewichte. „Gut am Pflug“ – so nennt man das, glaub‘ ich. Und seit meinem Besuch in Südtirol weiß ich: Auch gut am Heurechen. Anheuern beim Nachheuen Unter Heuernte versteht man das Mähen, Trocknen, Bergen und Einlagern des auf der Wiese geschnittenen und getrockneten Futtergrases, das in der kalten Jahreszeit als Viehfutter benötigt wird. Nach Errei- chen der gewünschten Halmlänge wird die Futterwiese gemäht, das geschnittene Gras durch Aufbreiten und Wenden getrocknet, anschließend linienförmig aufgezeilt, mit dem Ladewagen aufgenommen und in die Scheune gebracht. Abschließend – und hier komme ich ins Spiel – wird das Feld noch mit dem Handrechen bearbeitet, um durch das „Nachheuen“ einen möglichst großen Ernte­ ertrag und auch die gewünschte Ordnung herzustellen. Das kann als befriedigend oder auch als meditativ empfunden werden – in meinem Falle dominierten gemischte Gefühle. Einerseits jubelte mein Herz, denn der Bauernhof, den ich für meine Reise mit den ÖBB besuchen durfte, befindet sich am schönsten Flecken Südtirols: Der denkmalge- schützte Bauernhof Schloss Gravetsch liegt in ruhiger, sonniger Lage auf 950 Meter Mee- reshöhe, umringt von saftigen Wiesen und tiefgrünen Wäldern und bietet eine atembe- raubende Aussicht auf die Dolomiten. Das er- leichtert die Arbeit ungemein, während man sich bei dem Nachheuen die Hände schwielig schuftet und Bauer Martin Pupp geduldig auf seinem Traktor darauf wartet, dass man meterlange Heulinien auf den Wiesen zieht, die er schließlich als riesige Ballen in die Scheune befördert. Gerade bei den steileren Stücken ist Handarbeit angesagt und jede helfende Hand willkommen. Bevor Sie mir nun sommerliche Selbstausbeutung attestie- ren: Begleitet wurde ich von Klemens, dem jüngsten Spross der Bauernfamilie – und bei ihm wirkte es wie ein Spaziergang auf den 12 Hektar Wiesen und Feldern des Hofes.

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