railaxed - SOMMER 2021

9 railaxed Sommer 2021 Da freut sich das Stadt- kind: Im Hühnerstall wird Janina frühmor- gens fündig. Und ahnt bereits: Heut gibt es Eierspeis‘ für alle! Glückliche Hühner: Anders als der leicht reiz- bare Hahn sind die Hennen der Pupps sehr entspannt und legen Eier in allen Farben und Formen. Natur schmecken Ich jedenfalls habe noch nie so tief und fest geschlafen wie nach meiner ersten Heuernte in Villanders. Und zwar in einer großen, schicken, völlig fliegenlosen Ferienwohnung mit Küche und Terrasse, über die auch die Hofkatze pünktlich zum Frühstück erschien. Und dieses – liebevoll zubereitet von Bäuerin Dorothea – hat es in sich: Die hofeigenen Produkte, darunter frische Milch, noch war- me Eier aus dem Hühnerstall, hausgemachte Marmeladen, selbst geräucherter Speck, Nüsse und Dörrfrüchte aus der Umgebung, Apfel-Birnensaft aus eigenem Anbau, knusp- rige Brötchen, frisch gebackene Kuchen und Gemüse aus dem Hof-Garten, verheißen einen optimalen Start in den Tag. Satt bleibt man jedenfalls bis zum Abend – also als Gast bei den Pupps. Bauer Martin selbst steht täglich um 5 Uhr morgens auf und lässt das Mittagessen deshalb selten aus. Er und seine Familie führen ein arbeitsreiches, aber rei- ches Leben und haben mit ihrer freundlichen, bescheidenen Art sofort mein Herz erobert. Auf ihrem Hof durfte ich drei ereignisreiche Tage verbringen und mich beim Heurechen, Apfelklauben, Ausmisten, Kräuterzupfen und als Eierdiebin im Hühnerstall versuchen. Bauernhof am Schloss Doch wo befinden wir uns eigentlich? Die Geschichte von Schloss Gravetsch geht weit zurück, erstmals erwähnt wurde es im Jahre 1147. Der Name stammt höchstwahrschein- lich vom lateinischen Wort „carra”, also Felsplatte – auf den ersten Blick ist davon allerdings kaum etwas zu erkennen, eher hat man das Gefühl, dass sich das Schloss samt seinem modernen Anbau auf einer sanften Anhöhe befindet. Eine Täuschung, denn es bedeckt den Felshügel zur Gänze. In den Kel- lergemächern, zu denen ich mit der Bauernfa- milie durch ein gotisches Portal hinabsteigen darf, ist der harte Dioritfels deutlich zu erken- nen. Im großen Schuppen sind Werkzeuge und Mobiliar aus bäuerlicher Tradition aus- gestellt, die ursprüngliche Küche stammt aus dem 17. Jahrhundert und dient heute noch

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