railaxed - HERBST 2023

Idylle mit See- blick: Terrasse für Terrasse bietet das UNESCO-Welterbe Lavaux spekta- kuläre Aussichten. ein französischer Name Lac Léman geht auf das keltische „Lem an“ („Großes Wasser“) zurück. Mit 582 km2 Fläche ist der Genfersee der zweitgrößte See Mitteleuropas. Was liegt also näher, als seine Dimensionen auf traditio- nelle Weise auszuloten? Eine Rundfahrt mit einem der acht Schaufelraddampfer der CGN hat beinahe schon historische Dimensionen, sind die eleganten Belle-Epoque-Schiffe doch seit über 130 Jahren auf dem See unterwegs. Wer es eiliger hat, lässt sich von einer Möwe tragen: Die „Mouettes genevoises“ genannten kleinen gelben Bootstaxis verbinden die beiden Ufer des Genfersees. Und wo, wenn nicht im See, findet sich das wahrscheinlich bekann- teste Wahrzeichen Genfs, der 140 Meter hohe Wasserstrahl des Jet d’eau? 1886 leitete ein Wasserkraftwerk den Wasserüberdruck in den See ab – der Rest ist Geschichte und viel fotografierte Touristenattraktion. Genf, Carouge & CERN Genf gilt als kleinste Metropole der Welt und aufgrund ihres multikulturellen Charakters als internationalste Stadt der Schweiz. Von Alpen, Weinbergen und dem Genfersee umgeben, lockt die Wiege der Uhrmacher- kunst mit Geschichte, Kultur und Schokolade. Weil wir in der Schweiz sind, gehen tatsäch- lich alle Uhren präzise – dank Satelliten- steuerung selbst die aus über 6.500 Blumen bestehende „LʹHorloge Fleurie“ im Englischen Garten. Weitere Meisterwerke aus fünf Jahrhunderten Uhrmacherkunst, Musik- automaten und Emaillen können im „Patek Philippe Museum“ bewundert werden. Viel zu sehen gibt es auch in der Altstadt. 2.000 Jahre Geschichte haben ihre Spuren hinterlassen. Zahlreiche Geheimgänge ver- binden die Gassen, die von der Kathedrale St. Peter, der Hochburg der Reformation, dominiert werden. Der Aufstieg über die S Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft: Blick über die Genfer Altstadt und den Genfersee, der Sitz der UNO im Palais des Nations und der weltweit größte Teilchen- beschleuniger im CERN. 157 Stufen bis zur Turmspitze wird mit einem atemberaubenden Panoramablick belohnt. Das Herz der Stadt ist der charmante Place du Bourg-de-Four, der älteste Platz Genfs. Von hier ist es nicht weit zur Grand-Rue, wo 1712 der Philosoph Jean-Jacques Rousseau geboren wurde. Nur noch ein paar Schritte, dann lädt die wahrscheinlich längste Holzbank der Welt zum Verweilen. Sie erstreckt sich 120 Meter über die gesamte Länge der Promenade de la Treille und bietet eine wunderschöne Aussicht auf den Parc des Bastions und den Mont Salève, den Genfer Hausberg. Nach dieser Verschnaufpause warten im multikulturellen Bäderviertel zahlreiche Galerien und Aus- stellungen auf einen Besuch. Moderne Kunst wird im MAMCO, dem größten Museum für zeitgenössische Kunst der Schweiz, gezeigt. Gegenüber vom Palais des Nations, dem europäischen Hauptsitz der UNO, befindet sich das Internationale Museum des Roten Kreuzes und des Roten Halbmondes, das bewegende und interaktive Einblicke in die Arbeit der humanitären Organisation gibt. Falls genug Zeit ist, empfiehlt sich ein Ab- stecher in die von italienischen Architekten entworfenen Stadt Carouge, deren medi- terrane Häuser und kleine Dorfstraßen südländischen Charme ausstrahlen. Weil wir gerade bei Abstechern sind: Im CERN, dem Europäischen Zentrum für Kernforschung, wird nichts weniger als der Aufbau der Materie erforscht. Und zwar mit Hilfe des „Large Hadron Colliders“, dem 2008 in Betrieb genommenen größten und leistungs- stärksten Teilchenbeschleuniger der Welt. Grund genug, dem Teilchenphysiklabor, in dem 1989 das World Wide Web „erfunden“ wurde, einen Besuch abzustatten. Lausanne und Lavaux Weiter geht es nach Lausanne. Die Haupt- stadt des Kantons Waadt punktet nicht nur mit ihrer malerischen Lage auf drei von Weinbergen umgebenen Hügeln. Über 1.000 Jahre lang war sie Bischofssitz, davon zeugen die frühgotische Kathedrale Notre-Dame und das Bischofsschloss aus dem 12. Jahrhundert. Dessen Turm sowie der Ale-Turm aus dem Jahr 1340 sind die letzten der rund 50 Türme der mittelalterlichen Stadtmauer. Mittelalterlich ist auch der Kern der Altstadt mit dem Anfang des 15. Jahrhunderts fertiggestellten Château Saint-Maire. Doch in Lausanne findet sich nicht nur Geschichte auf Schritt und Tritt, sondern auch eine ferngesteuerte U-Bahn. Kunstfans können ebenfalls aus dem Vollen schöpfen: Neben der „Collection de l'Art Die gotische Kathedrale Notre-Dame dominiert die Altstadt von Lausanne. Idylle mit Seeblick: Terrasse für Terrasse bietet das UNESCO-Welterbe Lavaux spektakuläre Aussichten. Mit dem ÖBB Nightjet geht es ab Wien, Linz und Graz über Nacht bis nach Zürich. Wer lieber tagsüber unter- wegs ist, nimmt ab Wien den Railjet Xpress bzw. den EC ab Graz. In Zürich gibt es An- schlussverbindungen nach Lausanne und Genf, die Fahrzeit bis Genf beträgt rund 2 h 45 min. Infos: oebb.at/schweiz Tipp 26 27 railaxed Herbst 2023 FOTOS: Foto: Switzerland Tourism/Lorenz Richard Foto: Switzerland Tourism/Jan Geerk Foto: CERN-Daniel Dominguez Foto: Schweiz Tourismus/Heinz Schwab Foto: Switzerland Tourism/Andre Meier

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