railaxed - FRÜHLING 2024

abends weiter, wenn sich der Park in eine Open-Air-Disco verwandelt. Ums Eck liegt die „Kulturbrauerei“, eine riesengroße alte Brauerei voller Nachtleben und Konzert- locations, die aber auch architektonisch interessant ist. Nicht verpassen! Bleiben wir beim pulsierenden Nachtleben: Ein Zwischenstopp sollte auf jeden Fall der „Klunkerkranich“ auf dem Dach eines Shop- pingzentrums in Neukölln sein. In der warmen Jahreszeit gibt es ab morgens Strandbar- atmosphäre bei elektronischer Musik sowie einen genialen Blick über Berlin. Ein Besuch lohnt sich, auch wenn man unbedingt außerhalb der Stoßzeiten (etwa unter der Woche) kommen sollte, um lange Warte- schlangen zu vermeiden. Ein weiterer Tipp abseits der touristischen Landkarte ist das „BrewDog DogTap“. Die etwas abgelegene Craft-Bier-Brauerei ist auf dem ehemaligen Gelände eines Gaswerkes untergebracht. Es gibt Bierverkostungen, Minigolf, Shuffleboards, Kegelbahnen und einen Biergarten, in dem es sich wirklich lange aushalten lässt. Ab auf die Spree Ein Stopp auf der Insel der Jugend muss auch mit rein ins Sightseeing-Programm, wenn man mich fragt. Sie ist mit einem Kanu- und Bootsverleih Ausgangspunkt für Berlin am Wasser. Per Ruder- bzw. Tretkraft lässt sich so die Umgebung rings um den Treptower Park wunderbar er- kunden – vom Großen Müggelsee bis zur Spree, den Highlights entlang bis zur Oberbaum- brücke und Media- SASCHA KUJAWIAK Zur Person Ein echter Berliner – hier geboren und aufge- wachsen – das ist Sascha Kujawiak. Fürs Studium machte der heute 35- Jährige zwar anderswo Zwischenstopps, aber: „Man kriegt den Berliner einfach nicht aus mir her- aus“, sagt der Marketing- Manager, Hobbyfußballer und stolze Papa. Er kennt die City wie kaum ein anderer – nicht zuletzt durch seinen Opa, der als Taxifahrer viele Fakten wie Kuriositäten wusste und an den Enkel weitergegeben hat. spree. Sprich: Sightseeing individuell, je nach Lust und Laune. Gegenüber liegt der ehemalige Freizeit- park „Spreepark Plänterwald“ – heute ein vergessener Ort, also ein sogenannter „Lost Place“. Große Teile des verfallenen Parks inklusive Riesenrad stehen noch und können bei Führungen mit der „Grün Berlin GmbH“ besichtigt werden. Eine Empfehlung, denn das ist echt skurril – und eben auch ein Stück Geschichte zum Anfassen. Einfach typisch Berlin – wie der Berliner Flughafen Tempelhof: Man lässt die alten Gebäude einfach stehen und macht die Fläche begehbar. Interessant – und ebenfalls an der Spree gelegen – ist das genossenschaftliche Stadtquartier „Holzmarkt 25“. Hier ist alles aus Holz und dazu gibt es eine entspannte, chillige Atmosphäre, also Berlin-Vibes zum Einsaugen. Ideal zum Niederlassen, zum Lauschen von Elektro- und Techno-Sound und, um die coole alternative Szene, für die Berlin bekannt ist, zu begutachten. Bislang touristisch nicht so erschlossen ist mein nächster Tipp, der Drachenberg. Die Erhebung aus Trümmerschutt aus dem Zweiten Weltkrieg liegt im Grunewald im Schatten seines großen Bruders, des Teufelsbergs. Auf letzterem befindet sich eine ehemalige US-Abhörstation, die mit Führungen besichtigt werden kann. Die beste Aussicht darauf – wie auch auf die Stadt – hat man aber definitiv vom Drachenberg aus. Hinauf führt eine etwas versteckte Treppe vom Parkplatz an der Teufelsseechaussee. Von oben reicht der 360°-Blick bis zur Skyline mit Fernseh- turm, Olympiastadion, Funkturm und über das viele Berliner Grün. Mein Tipp: Bei Schönwetter unbedingt einen vollen Picknickkorb mitnehmen! Das „Café am Neuen See“ ist ein weiteres „Muss“, wenn auch kein Geheimtipp mehr. Mitten im Tiergarten liegt das Restaurant mit Biergarten, einem der wohl schönsten in ganz Europa. In toller Atmosphäre sitzt man direkt am See – tagsüber im lauschigen Grün, abends inmitten von Lampions. Ein guter Reise- ausklang, wenn der Rhythmus Berlins ein wenig langsamer wird. • Ab Wien, St. Pölten oder Linz geht’s zweimal täglich direkt mit dem ICE nach Berlin. Mit der neuen Frühverbindung kann man bereits den ganzen Nachmittag in der Stadt an der Spree genießen. Wer die Reisezeit lieber schlafend verbringen möchte, kann ab Wien oder Graz auch den ÖBB Nightjet nehmen. Infos: oebb.at/deutschland Tipp ... bevor im luftigen Biergarten „Café am Neuen See” die Seele baumeln darf. Genuss pur: Im Berliner Tiergarten dreht man am Neuen See eine Runde mit dem Ruderboot ... Weitere Reisetipps für Berlin gibt es auf railaxed.at Idealer Zwischenstopp: die lokale Brauerei „BrewDog DogTap“. Holzig & alternativ: Der „Holzmarkt 25“ ist voller Handwerkstände und gemütlicher Plätzchen. Einen tollen Blick auf die Stadt bietet die Rooftop-Bar „Klunkerkranich“. 32 33 railaxed Frühling 2024 Fotos: Content Creation GmbH/Florian Mistlbacher (c) Julian Nelken/Klunkerkranich Fotos: Content Creation GmbH/Florian Mistlbacher

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