railaxed - FRÜHLING 2024
Ein Juwel, das gehegt und gepflegt werden will: Die historische Schafbergbahn verbindet die Bundesländer Oberösterreich und Salzburg äußerst elegant. Ob am Schafberg, am Schneeberg oder am Achensee: Die letzten drei Zahnradbahnen sorgen in den schönsten Regionen Österreichs für atemberaubende Ausblicke. Text – Janina Lebiszczak Zeitzeuginnen mit Zähnen as für ein Panorama! Schon während der Fahrt mit der steilsten Zahnradbahn Österreichs genießt man die Pracht der Natur: Bei einer Steigung von bis zu 26 Prozent werden fast 1.200 Höhenmeter überwunden, am Gipfel angekommen, glitzern die Seen des Salz- kammerguts verführerisch im Tal, der Blick reicht vom Böhmerwald im Norden bis zu den Alpen im Süden. Doch für die Schafbergbahn gilt auch das Motto: „Der Weg ist das Ziel!“, und dieser führt uns nicht nur nach oben, sondern direkt in ihre spannende Geschichte. Lange vorbei sind die Zeiten, als sich Anfang des 19. Jahrhunderts Adelige und besser- gestellte Herrschaften noch tragen ließen. Heute undenkbar, aber dank historischer Aufzeichnungen ist belegt, dass sich in W St. Wolfgang schon früh der Beruf des „Sessel- trägers“ entwickelte. Oft waren es arbeitslose Salinenarbeiter, die sich so einen neuen Brot- erwerb schufen, das Tragen von Lasten waren sie gewohnt. Aber nicht jedes Blaublut wollte faul emporschweben: Von Kaiserin Elisabeth etwa weiß man, dass die Sesselträger nur sicherheitshalber mitgingen – Sisi selbst nahm das Wandern lieber sportlich. Nicht so der Gatte: Seit 1893 fährt jene Zahnradbahn auf den 1.783 Meter hohen Schafberg, die schon Kaiser Franz Josef gerne benützte, wenn er die Sommermonate im nahen Bad Ischl verbrachte. Mit Volldampf in die Zukunft An ihrer Faszination hat sie seitdem nichts eingebüßt. Die bei Nostalgiefahrten ein- gesetzten Dampflokomotiven haben stolze 125 Jahre auf dem Buckel und zählen zu den ältesten noch betriebsfähigen der Welt (heute leisten den Hauptanteil der Fahrten moderne Antriebswägen mit Dieselelektrik und Leicht- öl). Doch nicht nur die Technik begeistert: Immerhin wartet ab der Haltestelle Schafberg- alpe eine der beeindruckendsten Berg- wanderungen Oberösterreichs – von den Südabstürzen der „Spinnerin“ zum maleri- schen Mönichsee und schließlich entlang der fast senkrechten Nordwand. Ausruhen kann man später im neuen „Erlebnis- Quartier“, es ersetzt die Talstation und bietet eine Museumszone, die neben der haus- eigenen Historie auch die „Wolfgangsee- Schifffahrt“ beleuchtet, und ein schickes Anreise Schafbergbahn: Mit dem Railjet im Stundentakt von Wien oder Salzburg nach Attnang-Puchheim und weiter mit dem REX bis nach Bad Ischl, dann mit dem Bus 546 bis zum Schafbergbahnhof in St. Wolfgang. Infos: schafbergbahn.at 42 43 railaxed Frühling 2024 Bahnabenteuer Foto: Salzburg AG Tourismus Fotos: Patrick Kirchberger/Helge Kirchberger Photography
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