railaxed - HERBST 2024

umien, Hexen, Gespenstergeschichten – gerade im Herbst, wenn wir die dunkle Jahreszeit begrüßen, mag ich es geheim- nisvoll. Im Mühlviertel kann ich aus dem Vollen schöpfen, keine andere Region Österreichs bietet eine derart kompakte Vielfalt an Attraktionen, die faszinieren, inspirieren und für eine angenehme Gänsehaut sorgen. Mit seinen spektakulären Granit- formationen, den vielen Burgen und Schlössern, der hügeligen Landschaft und dem höchstgelegenen Waldhochmoor Österreichs verzaubert es mit einer Mischung aus Kuriositäten und Authentizität. An manchen Tagen verschwindet das Mühlviertel im dichten Nebel, an anderen lädt der goldene Herbst zum Wandern und Sonnenbaden ein. Ich werde beides erleben dürfen. Das Programm ist dicht, die Plätze mitten in der Natur, weshalb ich ab dem Linzer Hauptbahnhof diesmal auf vier Rädern unterwegs bin – mit einem geliehenen Elektroauto von ÖBB Rail&Drive. Zwischen Speck und Spiritualität Der erste Stopp bringt mich zu einem Mann, der die sprichwörtlich magische Anziehungskraft seiner Heimat früh entdeckt und dementsprechend kultiviert hat. Gastwirt Peter Haudum aus der 1.500-Seelen-Gemeinde Helfenberg ist einer der Initiatoren des „Granitpilgerwegs“. In drei bis vier Tagesetappen führt dieser auf einer Länge von rund 95 Kilometern durch die südöstliche Region des Bezirkes Rohrbach. Granit ist im Mühlviertel all- gegenwärtig, seine Hügelketten sind die Reste eines Gebirges, das um einiges älter ist als die Alpen. „Er lädt zum Innehalten und Reflektieren ein“, so der findige Wirt, der in seiner „Speckwerkstatt“ auch selbst geräucherte Köstlichkeiten anbietet. „Vielleicht weil dank ihm die eigene Vergänglichkeit vor Augen geführt wird – und man lernt, den Moment wieder bewusst zu genießen.“ Bewusst sind in diesem Sinne auch insgesamt 15 Kraftplätze und Naturdenkmäler in die Wanderroute ein- gebunden. Bei der Waldkapelle Maria Rast etwa zeugen keltische Steinkreise von einer Kultstätte aus vorchristlicher Zeit, wenige Gehminuten entfernt findet sich das „Heilige Wasser“, das vor allem Augenleiden lindern soll. Als die Dämmerung her- einbricht, erreichen wir die Burg Piberstein nahe der Ortschaft Ahorn, ein imposantes Gemäuer aus dem 13. Jahrhundert. In ihrem historischen Ambiente finden tagsüber kulturelle Veranstaltungen statt, Wer auf der Suche nach spirituellen und (über-) sinnlichen Erlebnissen ist, beißt hier garantiert nicht auf Granit. Wackelsteine, Moorlandschaften und Kraftplätze: Oberösterreichs Schatzkiste verzaubert – besonders im Herbst. Mystisches Mühlviertel M Text – Janina Lebiszczak Fotos – Leander Höfler Burg Piberstein dient oft als Location für Kultur- events. Wer hier nachts allein flaniert, genießt eine angenehme Gänsehaut. 13 railaxed Herbst 2024 12 Mühlviertel

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