railaxed - HERBST 2024

und sehe mich als Vermittlerin für das höhere Selbst“, meint die freundliche Kräuterhexe. Mit ihrer Hilfe visualisiere ich eine bevor- stehende Aufgabe und werfe die Runen- stäbchen. Sie prophezeien mir: „eine span- nende Reise, der ich mit viel innerer Sicherheit begegnen werde.“ Was sich übrigens be- wahrheiten soll. Kuriositäten: der Schwammerling und eine echte Mumie Tag drei und noch hat das E-Auto genügend Energie, um mich zu einer weiteren Weitsicht zu bringen, bevor es mit dem Nachmittagszug retour in Richtung Hauptstadt geht. Das Motto der Burgruine Ruttenstein lautet: „Big is beautiful.“ Mit rund 4.800 Quadratmetern Fläche gilt sie als größte Wehranlage Öster- reichs, teils durch Felswände geschützt, teils durch eine Ringmauer mit sieben Türmen. Prachtwetter sei Dank: Von einem dieser Riesen bietet sich ein grandioser Ausblick bis hin zum schneebedeckten Dachstein. Am Weg von den Tälern der Großen und der Kleinen Naarn zu meiner letzten Station muss allerdings ein wichtiger Zwischenstopp ein- gelegt werden. Der Naturpark Mühlviertel bietet einen bekannten Foto-Hotspot: Der Schwammerling erhielt seine ungewöhnliche Form durch sogenannte Wollsackverwitterung – so bezeichnet man den Zerfall von Fest- gesteinen in abgerundete Blöcke. Das Natur- wunder ruht quer auf einem dreieinhalb Meter hohen Stein und darf gerne „gewackelt“ werden. Ich tue also, was ich tun muss, bevor es weiter nach St. Thomas am Blasenstein geht. Dort zwänge ich mich erst einmal durch die berühmte „Bucklwehluck’n“, einen der weiteren unzähligen Kraftplätze des Mühl- viertels. Nach altem Glauben hilft das Durch- schlüpfen durch den engen Spalt gegen Kreuzschmerzen. Mit solchen Beschwerden muss der „Luftg’selchte Pfarrer“ in der Wall- fahrtskirche daneben nicht mehr kämpfen. Tatsache: In der Gruftkammer kann man eine Mumie bestaunen. Warum der Körper des unverwüstlichen Chorherrn aus dem 18. Jahr- hundert so gut erhalten ist, darüber streiten sich bis heute die Geister: Gerbsäure, Queck- silber, Luftabschluss oder ein Luftzug (daher der Ausdruck „luftgeselcht“), radioaktive Strahlung oder sogar ein Wunder. Und ebenso wunderbar wunderlich wie diese Erklärungen ist auch seine Heimat. Ich konnte während meiner Tour nur einen Bruchteil ihrer mystischen Highlights be- staunen, der Rest findet sich bei Erscheinen dieser Ausgabe im railaxed-Reiseblog. Mein Fazit: Zwischen der Donau im Süden und dem Böhmerwald im Norden gibt es auch zwischen Himmel und Erde mehr zu entdecken, als man es sich erträumen mag. • Orakel in der Burgruine: Mit „Kräuterhexe“ und Waldbademeisterin Sabine Eilmsteiner blicke ich in die Zukunft. Regionaler Räuchergenuss: Peter Haudum, Miterfinder des spirituellen „Granitpilgerns“, bietet auch fleischliche Versuchungen. Die idyllische Waldkapelle Maria Rast liegt auf einer ehemaligen keltischen Kultstätte. Gleich daneben: das „Heilige Wasser“. Aufrechte Haltung: Die berühmte „Bucklwehluck’n“ soll mich vor Kreuzschmerzen bewahren. Atemberaubende Aussicht: Die Burgruine Ruttenstein gilt als größte Wehranlage Österreichs. Stein des Anstoßes: der Schwammerling im Naturpark Mühlviertel als ideales Fotomotiv. Gut gehalten: In St. Thomas am Blasenstein kann man eine „magische“ Mumie be- staunen. Mehr Magie gibt es unter oberoesterreich.at Weitere Ausflugs- tipps fürs Mühlviertel gibt es auf railaxed.at 17 railaxed Herbst 2024 16

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