railaxed - HERBST 2024

musste sogar die Verordnung erlassen werden, dass jeder, der Bier brauen wollte, über einen eigenen Gewölbekeller verfügen musste. Noch heute können die Felsenkeller besichtigt werden, die ein rund 20.000 Quadratmeter großes unterirdisches Labyrinth bilden. Erfurt – die Schatzkammer In der Zeit zurückversetzt fühlt man sich auch in der Erfurter Altstadt. Ihr mittel- alterlicher Kern ist einer der größten und am besten erhaltenen Deutschlands. Fachwerkhäuser wie das „Haus zum Güldenen Krönbacken“, ein ehemaliger Handelshof, dessen älteste Bestandteile aus dem 12. Jahrhundert stammen, bezaubern Flanierende. Bis ins Jahr 1100 reichen die Anfänge der Alten Synagoge zurück. Sie ist eine der ältesten, größten und am besten er- haltenen mittelalterlichen Synagogen Europas und beherbergt inzwischen ein Museum. Im Kellergewölbe kann der „Erfurter Schatz“ aus dem 14. Jahrhundert besichtigt werden. Zum etwa 28 kg schweren gotischen Schatz gehören nicht nur tausende Silbermünzen, Gold- und Silberschmiedearbeiten, sondern auch ein weltweit einzigartiger jüdischer Hochzeitsring. Um 1250 wurde das Steinerne Haus erbaut – bis heute sind u.a. zwei Portale, die Westfassade und eine farbig gefasste Holzbalkendecke erhalten. Gemeinsam mit der Alten Synagoge und der Mikwe am Ufer der Gera wurde es zum jüdisch-mittelalter- lichen UNESCO-Welterbe ernannt. Nürnberger Frauenkirche: Seit 1509 defilieren mittags beim „Männleinlaufen“ sieben Kurfürsten an Kaiser Karl IV. vorbei. Das Albrecht-Dürer-Denkmal erinnert an den wohl berühmtesten Sohn Nürnbergs. Geflügelte Drachen tragen einen Tempel: Der jüdische Hochzeitsring aus purem Gold ist das Prunkstück des „Erfurter Schatzes“. Teil des jüdisch-mittelalterlichen UNESCO-Welterbes: die Alte Synagoge in Erfurt. Ein Wahrzeichen Erfurts ist die mit bunten Fachwerkhäusern bebaute Krämerbrücke. Vom Fluss aus wird ersichtlich, dass es sich bei der 1325 gebauten Krämerbrücke nicht um ein idyllisches Gässchen, sondern tat- sächlich um eine Brücke handelt. Mit 120 Metern ist sie die längste mit Häusern bebaute und bewohnte Brücke Europas. Kleine Galerien und Geschäfte bieten hier allerlei (kunst)handwerklichen „Kram“ wie etwa Thüringer Blaudruckstoffe, handbe- malte Keramik und Lauschaer Glas feil. Von den Brückenkopfkirchen ist nur die Ägidien- kirche erhalten geblieben, von deren Turm aus sich eine tolle Aussicht bietet. Die Ursprünge des Doms, der ältesten Kirche Erfurts, reichen ins 8. Jahrhundert zurück. Begonnen wurde der Bau im romanischen, vollendet im gotischen Stil. Nur zu be- sonderen Anlässen wird die „Gloriosa“ geläutet. Die „Königin aller Glocken“, die Nicole Makarewicz ist eine Wiener Autorin und Journalistin. Sie sammelt Geschichten, wo immer sie ihr begegnen – ob auf Reisen oder in ihrer Heimatstadt. Denn Spannendes, Skurriles und Sonderbares will erzählt werden. Anreise Ins nahe Nürnberg gelangt man ab Wien in etwa 4 h 15 min, um dort mittelalterliches Flair neben modernen Highlights zu erleben. Von der mittel­ fränkischen Großstadt erreicht man mit dem Regionalzug in weni­ ger als einer Stunde die Stadt Bamberg, deren historischer Stadtkern seit 1993 Weltkulturerbe ist. Wer die mittelalter­ lichen Sehenswürdig­ keiten von Erfurt entdecken möchte, nimmt am besten den direkten ICE ab Wien, Fahrzeit ca. 6 h. Infos: oebb.at/ deutschland Illustration: © Blagovesta Bakardjieva, carolineseidler.com 24 Fotos: Uwe Niklas (Foto links), Birgit Fude (Foto Mitte), Stadtverwaltung Erfurt/Vitalik Gürtler, (großes Foto + Foto unten), Thüringisches Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Weimar/B. Stefan (kleines Foto rechts oben) 25 railaxed Herbst 2024

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