railaxed – SOMMER 2026

auberkeit ist weit mehr als eine Frage der Optik. Marktforschungen zeigen: Verschmutzungen wie Fäkalien, Müll oder stark sichtbarer Vandalismus beeinflussen nicht nur das Sauberkeitsempfinden, sondern auch das Sicherheitsgefühl der Reisenden. Besonders sensibel reagieren Fahrgäste auf Gerüche und auf jene Bereiche, die sie direkt nutzen. Genau dort wird deshalb priorisiert gereinigt. Gleichzeitig nehmen aggressive Verschmutzungen und Vandalismus zu – eine zusätzliche Herausforderung für das Reinigungspersonal im täglichen Betrieb. Zugreinigung im täglichen Großbetrieb Täglich sind knapp 5.000 ÖBB Personenzüge unterwegs – und jeder Einzelne davon will sauber gehalten werden. Dafür betreiben die ÖBB sieben Außenreinigungsanlagen, vier davon mit besonders wassersparender Technik. Bis zu 60 Prozent des eingesetzten Wassers werden aufgefangen, aufbereitet und wiederverwendet. In den Zügen werden jährlich rund 160 Quadratkilometer Innenflächen gesäubert – das entspricht in etwa der Fläche des Fürstentums Liechtenstein. Möglich macht das ein modulares Reinigungssystem an den Standorten – von schnellen Sichtreinigungen über Teil- und tägliche Vollreinigungen bis hin zur umfassenden Generalreinigung. Dazu kommen noch 1,8 Millionen kleine Reinigungsvorgänge im laufenden Betrieb. Damit die Sauberkeit im Zug möglichst lange erhalten bleibt, braucht es die Mithilfe der Fahrgäste – zum Beispiel, indem Sitzplatz oder WC so zurückgelassen werden, wie man sie selbst gerne vorfindet. S Sauberkeit im XXL-Format Vom Zug-WC bis zum Müllsack am Bahnsteig: Ein Blick hinter die Kulissen eines Systems, das täglich Millionen Reisenden Komfort, Hygiene und ein sicheres Gefühl auf ihrer Reise bietet. Die verborgenen Feinde der Zug-WCs Besonders sensibel sind die Zugtoiletten. Fallen sie aus, ist der Ärger schnell groß. Was oft übersehen wird: Hinter einer unscheinbaren WC-Anlage steckt ein komplexes Zusammenspiel aus Technik, Wartung und Gebrauch. „Da die Abflussrohre im Zug nur 4 cm Durchmesser und damit rund 6 cm weniger als jene in Haushalten haben, sind die Rohre anfälliger für Verstopfungen durch Kalk oder unsachgemäß entsorgte Gegenstände“, erklärt Daniel Pfister von ÖBB Technische Services. Sein Appell an die Fahrgäste: „Bitte niemals Windeln, Hygieneprodukte, Feuchttücher oder andere Fremdkörper ins Zug-WC werfen. Schon kleine Unachtsamkeiten können dazu führen, dass das Schieberventil nach der Spülung nicht mehr richtig abdichtet, dann geht die Anlage außer Betrieb.“ Extreme, aber reale Beispiele für folgen­ reiche Fehlspülungen: Socken oder eine ganze Jeans. Gegen flüssige „Störenfriede“ wie kalk­ haltiges Wasser schaffen geringe Mengen von biologischen Entkalkungsmitteln Abhilfe. 3: Sie halten täglich 1.057 Bahnhöfe sauber: 555 Mitarbeiter:innen von ÖBB Operative Services sind österreichweit in der Reinigung im Einsatz. 4: Achtet auf Dosierung und Inhaltsstoffe der Reinigungsmittel an den Bahnhöfen: Ulrike Skop, Pro­ duktmanagement Reinigung. 1: Daniel Pfister von ÖBB Technische Services kennt die heimlichen Feinde der Zug-Toiletten. 2: Ein stilles Örtchen zum Wohlfühlen bedarf auch der Mithilfe und Aufmerksamkeit der Fahrgäste. Nachhaltige Sauberkeit am Bahnhof Um das Wohlbefinden der Fahrgäste schon vor der Abfahrt zu steigern, müssen 1.057 Bahnhöfe im Land in Schuss gehalten werden. Bei der täglichen Reinigung von Böden, Glasflächen oder Handläufen setzt man auf umweltfreundliche Reinigungsmittel in hoher Konzentration, erklärt Ulrike Skop von ÖBB Operative Services: „Je höher der Reiniger konzentriert ist, desto weniger Chemie, Verpackung und Transport braucht es insgesamt. Durch Dosieranlagen stellen wir sicher, dass genau die Menge ein­ gesetzt wird, die tatsächlich erforderlich ist.“ Weniger ist mehr, gilt auch bei der Müll­ entsorgung: Mit einer Folienstärke von gerade einmal 23 Mikrometern sind die verwendeten Müllsäcke weniger als halb so dick wie ein menschliches Haar. Die Reinigung von Zügen und Bahnhöfen passiert oft unbemerkt, hat aber großen Einfluss auf das Wohlbefinden der Reisenden. Wenn wir alle einen kleinen Beitrag leisten und einfache Grundregeln einhalten, etwa: „Schuhe nicht auf die Sitze“, „Müll nicht liegen lassen“ oder „nichts außer Toilettenpapier ins WC“, wird das Bahnfahren für alle angenehmer und das System dahinter spürbar entlastet. • 160 1,8 km 2 gereinigte Innenflächen pro Jahr. Mio. kleine Reinigungen pro Jahr. 60 Prozent der Reiniger sind mit Umweltzeichen zertifiziert. 3 km 2 Boden­ fläche wird an den Bahnhöfen jährlich gereinigt. 2 3 4.228 7.350 31 Mio. Spülungen pro Jahr. Zug-WCs. Pro WC rund Insgesamt Spülungen jährlich. 4 1 54 55 railaxed Sommer 2026 Fotos: ÖBB/Marek Knopp (links), ÖBB/Harald Eisenberger (rechts) Fotos: ÖBB/Andreas Scheiblecker (oben), privat (unten) Inside ÖBB

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