ÖBB Geschäftsbericht 2025 – Gesamtbericht
101 Konzern- lagebericht Österreichische Bundesbahnen-Holding Aktiengesellschaft Konzernabschluss | Konzernlagebericht 58 Nr. Wesentliche Auswirkungen, Risiken und Chancen 1) 2) Art der Auswirkung bzw. Risiko / Chance 3 ) Zeithorizont 3 ) Angaben zur Wertschöpfungskette (WK) bei Auswirkungen 3 ) Unterthema: Energie E1-A-7 Zur Erbringung von Mobilitätsleistungen im Schienen- und Busverkehr sowie im innerbetrieblichen Verkehr wird Energie verbraucht, dadurch entstehen THG-Emissionen. Negativ Kurzfristig – Eigene Geschäftstätigkeit E1-A-8 Energieerzeugung aus erneuerbaren Energien (Wasserkraft, Windkraft, Photovoltaik) steigert die Unabhängigkeit von fossilen Brennstoffen und schont die natürlichen Ressourcen. Positiv Kurzfristig – Eigene Geschäftstätigkeit E1-F-9 Gesetzliche Regelungen und unsichere Weltpolitik (kriegerische Auseinandersetzungen etc.) führen zu Veränderungen auf dem Energiemarkt. Die Kosten für Energie steigen. Risiko Kurzfristig E1-F-10 Der Ausbau der Eigenproduktion reduziert die Abhängigkeit von externen Energieanbietern und schwankenden Strompreisen. Dadurch können Kosten reduziert werden. Chance Kurzfristig 1) Wesentliche Auswirkungen sind als tatsächlich zu erachten, außer es wird explizit auf Gegenteiliges hingewiesen. ESRS 2.SBM-3.48.c. 2) Die Aktualisierung der Doppelten Wesentlichkeitsanalyse hat zu geringfügigen Anpassungen (Art der Auswirkung bzw. Risiko / Chance, Zeithorizont und Angaben zur Wertschöpfungskette) im Vergleich zum Vorjahr geführt.ESRS 2.SBM-3.48.g. 3) ESRS 2.SBM-3.48.c. Klimabedingte physische Risiken – Die Bewertung von Risiken durch Naturgefahren ist seit Jahren Teil des Risikomanagements. Angesichts zunehmender Extremwetterereignisse gewinnt die langfristige Analyse von Klimarisiken an Bedeutung. Daher wurde 2022 erstmals eine Klimarisiko- und Vulnerabilitätsanalyse für den ÖBB Konzern durchgeführt (inkl. relevanter Gesellschaften und Untersuchungsobjekte). Der gesamte Prozess wurde von GeoSphere Austria begleitet. Betrachtet wurden physische Klimarisiken für kurze (Berichtsjahr), mittlere (bis 2030) und lange (bis 2050) Zeiträume, basierend auf ÖKS15-Daten und dem Klimaszenario RCP 8.5. ESRS E1.IRO-1.AR.11.a, b – Zunächst wurden gemäß EU-Verordnung 2021 / 2139 nicht zutreffende Klimagefahren ausgeschlossen. Die verbleibenden Gefahren wurden hinsichtlich potenzieller Beeinträchtigungen der wirtschaftlichen Aktivitäten und Vermögenswerte bewertet. Analysiert wurden u. a. Gebäude, Wagenmaterial, Schienennetz und Personal sowie Wirkungsketten mehrerer Gefahren. Die Bewertung erfolgte für folgende ÖBB Gesellschaften: ÖBB-Infrastruktur AG, ÖBB-Personenverkehr AG, Arverio Baden-Württemberg GmbH, Rail Cargo Group, ÖBB-Produktion GmbH und ÖBB- Technische Services-GmbH. Interne Expert:innen beurteilten Schwere und Eintrittswahrscheinlichkeit unter Berücksichtigung von Standortexposition und Vulnerabilität. Potenzielle Risiken ergeben sich aus Eintrittswahrscheinlichkeit multipliziert mit der Auswirkung. Es wurde auf eine quantitative Bewertung verzichtet. ESRS E1.IRO-1.AR.11.c, d – Die Analyse zeigte, dass die Ausprägung von Klimagefahren je nach Zeithorizont variiert. Neben kleinen Standortaktualisierungen bei allen ÖBB Gesellschaften und der weiteren Detaillierung einzelner Untersuchungsobjekte gab es keine signifikanten Änderungen. Es wurden verschiedene Klimagefahren wie Hitzewellen, Wind, Flusshochwasser, Küstenüberflutungen, Niederschlagsänderungen und extreme Niederschläge berücksichtigt. Die neuen Klimadaten (ÖKS26) erfordern voraussichtlich eine deutlich erweiterte Überarbeitung der Klimarisiko- und Vulnerabilitätsanalyse im Jahr 2026. ESRS E1.IRO-1.20.b, 21 Klimabedingte Übergangsrisiken und -chancen Im Geschäftsjahr 2025 wurde die Analyse klimabedingter Übergangsrisiken und -chancen für den ÖBB Konzern fortgesetzt und vertieft. In einem ersten Schritt wurden die im Rahmen der Doppelten Wesentlichkeitsanalyse identifizierten klimabezogenen Übergangsrisiken den Kategorien politische, rechtliche, technologische sowie Markt- und Reputationsrisiken zugeordnet. Anschließend erfolgte die Klassifizierung nach Zeithorizonten (kurzfristig = Berichtsjahr; mittelfristig = bis 2030; langfristig = bis 2050) und die Bewertung nach Ausmaß und Eintrittswahrscheinlichkeit. Im Prozess wurde die gesamte Wertschöpfungskette berücksichtigt. ESRS E1.IRO-1.20.c, AR.12.a Für die qualitative Einschätzung der potenziellen Risiken wurde das „Transition“-Szenario des österreichischen Umweltbundesamts herangezogen. Die Bewertung der klimabezogenen Übergangsrisiken und -chancen erfolgt anhand ihres möglichen Ausmaßes und ihrer Eintrittswahrscheinlichkeit unter Berücksichtigung der im Szenario getroffenen Annahmen. Es wurden zwei wesentliche Übergangsrisiken identifiziert. Dabei wurden keine Vermögenswerte und Geschäftstätigkeiten festgestellt, die nicht mit einem Übergang zu einer klimaneutralen Wirtschaft vereinbar sind. Die verwendeten Klimaszenarien sind konsistent mit den klimabezogenen Annahmen im Abschluss, da ein Abgleich von Brutto- und Nettorisiken erfolgte. ESRS E1.IRO-1.AR.12.b, c, d, AR.15; ESRS E1.IRO-1.20.c, 21 LB58 | E.2. EU-Taxonomie E1 Klimawandel E2 Umweltverschmutzung E4 Biologische Vielfalt und Ökosysteme E5 Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft
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