ÖBB Geschäftsbericht 2025 – Gesamtbericht

Konzernlagebericht 102 E.  Nichtfinanzielle Erklärung E.1. Allgemeine Angaben E.2. Umweltinformationen E.3. Soziale Informationen E.4. Governance Informationen E.5. ESRS-Index Österreichische Bundesbahnen-Holding Aktiengesellschaft Konzernabschluss | Konzernlagebericht 59 Einbeziehung der nachhaltigkeitsbezogenen Leistung in Anreizsysteme Details zum allgemeinen Vergütungsprozess und der Einbeziehung der nachhaltigkeitsbezogenen Leistung sind im Abschluss unter Notes 32 zu finden. Klimaschutz ist eines der wesentlichen Themen der ÖBB Nachhaltigkeitsstrategie. Klimabezogene Aspekte fließen als Konzernziele in Anreizsysteme bzw. in den variablen Teil der Vergütung der Mitglieder von Leitungsorganen ein. Der Schwerpunkt für das MbO-Ziel 2025 lag auf der Verringerung der Auswirkungen des Sturmtiefs „Anett“ und der Steigerung der Resilienz im produktiven Bereich. Die klimabezogenen Ziele waren: „Operations / Back on Track“ (Gewichtung 10 %, dient der Steigerung der Resilienz, der Stabilisierung des Betriebs und der Wiederherstellung der Zuverlässigkeit und Qualität im Tagesgeschäft, das betrifft auch Anpassungen der Ziele für die Folgen des Klimawandels) und „Kund:innenzufriedenheit“ (Gewichtung 10 %, trägt zur nachhaltigen Servicequalität und langfristigen Kund:innenbindung bei). Ein stabiler und verlässlicher Betrieb fördert das Vertrauen der Kund:innen und unterstützt die Verkehrsverlagerung hin zur klimafreundlichen Mobilität mit Bahn und Bus (Dekarbonisierungseffekt für Österreich). ESRS E1.GOV-3.13 Übergangsplan für den Klimaschutz Auf den nachfolgenden Seiten wird der Übergangsplan für den Klimaschutz dargestellt. Die ÖBB spielen eine zentrale Rolle im Klimaschutz. Sie haben sich ehrgeizige Ziele gesetzt, um ihre Treibhausgasemissionen zu reduzieren und eine nachhaltige Wirtschaft zu fördern. Bereits 2017 veröffentlichten die ÖBB ihre Klimaschutzstrategie und beschreiben seit 2018 den Weg der Dekarbonisierung ihrer Wirtschaftstätigkeiten in Österreich. ESRS E1-1.14 Verständnis zu den bisherigen, aktuellen und künftigen Klimaschutzbemühungen der ÖBB Das Übereinkommen von Paris (Rahmenübereinkommen der Vereinten Nationen über Klimaänderungen vom Dezember 2015), die Erderwärmung auf 1,5 Grad Celsius zu begrenzen, und das EU-Ziel der Klimaneutralität bis 2050 geben den Rahmen für Klimaschutz und den Übergang zu einer nachhaltigen Wirtschaft vor. Entsprechend ihrer Ausrichtung auf Nachhaltigkeit und Klimafreundlichkeit sehen die ÖBB dafür Potenzial für die Zukunft. Dieses liegt darin, Verkehre auf die Schiene bzw. auf den öffentlichen Verkehr zu verlagern und somit eine Mobilitätswende weiterhin zu unterstützen. Der Verkehr ist der zweitgrößte Verursacher von THG-Emissionen in Österreich und der Straßenverkehr der weitaus größte Emittent im Verkehrssektor (Quelle: Umweltbundesamt, Umweltkontrollbericht 2025). 2025 haben die ÖBB durch ihre Verkehrsleistungen mit Bahn und Bus der heimischen Umwelt THG-Emissionen in der Höhe von rd. 4,2 Mio. t erspart. Dies entspricht der Menge an THG-Emissionen, die anfallen würden, wären die ÖBB Verkehrsleistungen statt mit Bahn und Bus ersatzweise mit Pkw und Lkw erbracht worden. Die ÖBB sind damit ein wichtiges Klimaschutzunternehmen Österreichs und leisten zusätzlich einen wesentlichen Beitrag für ihre Kund:innen und die Gesellschaft. ESRS E1-1.15 Dekarbonisierungsbereiche: Die ÖBB reduzieren aber auch ihre eigenen THG-Emissionen und gehen in der ÖBB-eigenen Dekarbonisierung entlang folgender Bereiche vor: ESRS E1-1.15 – Mobilität: Energieeinsatz für die Erbringung von Mobilitätsleistungen für Kund:innen (Schienen- und Busverkehr) und für innerbetriebliche Mobilität (innerbetrieblicher Fuhrpark) – Gebäude und Betriebsanlagen (im weiteren Bericht einheitlich als „Gebäude“ bezeichnet): Energieeinsatz in Gebäuden (Versorgung mit Strom, Heizung, Kühlung) und in Betriebsanlagen (Weichenheizungen …) – Scope 3-Emissionen: Betrachtung der THG-Emissionen aus der Wertschöpfungskette: v. a. THG-Emissionen durch beschaffte / hergestellte Kapitalgüter (z. B. Schieneninfrastruktur, Fahrzeuge wie Schienen- und Straßenfahrzeuge …) und aus eingekauften Verbrauchsgütern und Dienstleistungen. Zusätzlich Betrachtung weiterer Scope 3-Teilkategorien wie z. B. Emissionen aus Transport / Verteilung durch beauftragte Dritte, aus der Behandlung / Entsorgung von ÖBB Abfällen sowie aus der Nutzung verkaufter Produkte (Emissionen externer Eisenbahnverkehrsunternehmen auf dem ÖBB Schienennetz) Die Reduktionsmaßnahmen werden in den jeweiligen Dekarbonisierungspfaden abgebildet bzw. vorangetrieben. Neben der ÖBB-eigenen Dekarbonisierung tragen die ÖBB durch ihre Verkehrsleistungen mit Bahn und Bus zur Dekarbonisierung Österreichs bei. Die gesamtstaatlichen CO 2 -Effekte der ÖBB sind auch Teil des nationalen Energie- und Klimaplans (NEKP) zur Erreichung der Klimaziele Österreichs. Ein wichtiger Hebel zum weiteren Ausbau ist die Verkehrsverlagerung von Straßen- und Luftverkehr auf die Schiene. Das Ziel ist es, durch die Steigerung der Kapazität, Qualität und Produktivität die Wettbewerbsfähigkeit des ÖBB Konzerns zu forcieren. Die ÖBB beschreiten den Weg einer deutlichen Dekarbonisierung in Österreich schon seit 2018. Damals wurde mit der Umstellung des Bahnstroms (für den Antrieb der Züge) auf 100 % erneuerbare Energien ein erster wichtiger Meilenstein gesetzt. Bereits seit 2019 stammt der Drehstrom für die Gebäude in Österreich zu 100 % aus erneuerbaren Energieträgern. Durch die Umstellung im Bahnstrombereich konnten die THG-Emissionen im Scope 2 im Bereich Mobilität von 2017 auf 2018 um rd. 100.000 t gesenkt werden. Im Bereich Gebäude wurde von 2018 auf 2019 eine Scope 2-Reduktion von rd. 25.000 t erzielt. 2019 wurde die ÖBB Klimaschutzstrategie veröffentlicht – seitdem werden weitere Dekarbonisierungsziele verfolgt. ESRS E1-1.15 | LB59

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