ÖBB Geschäftsbericht 2025 – Gesamtbericht

105 Konzern- lagebericht Öste rreichische Bundesbah nen-Holding Aktiengesellscha ft Konzernabschluss | Konzernlagebericht 62 Bereich Mobilität (Scope 1 und Scope 2) Obwohl aktuell rd. 90 % der Verkehre auf der Schiene in Österreich elektrisch angetrieben durchgeführt werden (aktuell sind 77 % der ÖBB Strecken elektrifiziert), betreiben die ÖBB im In- und Ausland noch dieselbetriebene Lokomotiven und Triebwagen. Zusätzlich dazu werden im ÖBB Konzern dieselbetriebene Busse und im innerbetrieblichen Verkehr fossil betriebene Pkw und Nutzfahrzeuge eingesetzt. Dies stellt eine Herausforderung für die Erreichung der Emissionsreduktionsziele im Bereich Mobilität dar. Im ÖBB Konzern erfolgt daher eine Abwägung der weiteren Nutzung fossil angetriebener Fahrzeuge versus einer frühzeitigen Abschreibung (Wettbewerb / Kosten). Ein wesentliches Augenmerk wird hier vor allem auf die Österreichische Postbus AG gerichtet. Jedoch hängt der Fortschritt in der Dekarbonisierung überwiegend von den Leistungsvergaben der Besteller (Länder, Verkehrsverbünde …) ab. Bereich Gebäude (Scope 1 und Scope 2) Die ÖBB haben in Österreich über 3.500 Gebäude im Bestand. Zusätzlich dazu befinden sich einige wenige Bestandsgebäude der internen Tochtergesellschaften ebenfalls im Besitz des ÖBB Konzerns. Dabei handelt es sich generell um ältere Gebäude. Sie sind etwa durch Dämmung und Tausch der Heizsysteme energetisch zu sanieren. Ein Risiko für die Erreichung der Emissionsreduktionsziele im Bereich Gebäude sind die hohen Kosten, die mit der Sanierung älterer Gebäude einhergehen. Hier muss vorrangig eine Abwägung von Kosten / Nutzen durchgeführt werden. Vor allem in internationalen Bereichen sind die ÖBB vielfach in Fremdgebäuden eingemietet, wodurch die Einflussmöglichkeit der ÖBB auf energetische Sanierung der Gebäude begrenzt ist. Bereich Scope 3 Die ÖBB beschaffen Kapitalgüter, Verbrauchsgüter und Dienstleistungen und nutzen viele Materialressourcen (Infrastruktur: Bau und Instandhaltung, Fahrzeuge: Schienen- und Straßenfahrzeuge …). Damit sind die ÖBB bei der Reduktion ihrer Scope 3-Emissionen von den Dekarbonisierungsschritten der Branchen und Unternehmen in ihrer Wertschöpfungskette abhängig. Eine Gefährdung der Erreichung der Emissionsreduktionsziele im Bereich der Scope 3-Emissionen geht damit von der Abhängigkeit des Marktes und den technologischen Entwicklungen aus. Das Ziel ist es, die Dekarbonisierungsentwicklungen der Branchen und Unternehmen aus Kund:innensicht voranzutreiben und an den Entwicklungen optimal zu partizipieren. Dabei besteht einerseits das Risiko der Verteuerung (Kostenanstiege in der Beschaffung), andererseits entstehen beispielsweise durch die Förderung einer sinnvollen Kreislaufwirtschaft auch Chancen. Um die Gefährdung der Erreichung der gesetzten Emissionsreduktionsziele durch die beschriebenen potenziell eingeschlossenen Treibhausgasemissionen zu minimieren, haben die ÖBB die oben angeführten Themenstellungen in ihre Dekarbonisierungsziele integriert. Die mittel- / langfristigen Hauptschwerpunkte sind: – Bereich Mobilität: Ersatz von Diesel bzw. Umstieg auf alternative Antriebsformen (Hinweis: rd. 90 % der Traktionsleistungen im Schienenverkehr werden schon jetzt elektrisch angetrieben erbracht) – Bereich Gebäude: Ausstieg aus fossiler Energie (Heizöl und Fossilgas) – Bereich der Scope 3-Emissionen: optimale Nutzung / Forcierung der Dekarbonisierungsentwicklungen der vor- und nachgelagerten Wertschöpfungskette der ÖBB trotz Abhängigkeit von den Entwicklungen in den Branchen und Unternehmen der ÖBB Lieferkette Die ÖBB haben ihre ökologisch nachhaltigen Wirtschaftstätigkeiten identifiziert / definiert (inkl. Bewertung der Kriterien für einen „wesentlichen Beitrag“ bzw. Kriterien für „keine erhebliche Beeinträchtigung“). Nähere Informationen dazu finden sich in Kapitel E.2. Umweltinformationen unter „Freiwillige Umsetzung der EU-Taxonomie-Verordnung im ÖBB Konzern“. Die taxonomiekonformen Wirtschaftstätigkeiten der ÖBB leisten einen wesentlichen Beitrag zum Umweltziel „Klimaschutz“, aber nicht zum Umweltziel „Anpassung an den Klimawandel“. Durch diese Wirtschaftstätigkeiten liegen jedoch keine erheblichen Beeinträchtigungen für die „Anpassung an den Klimawandel“ im Sinne der DNSH-Kriterien vor (DNSH: Do No Significant Harm). Durch die ökologisch nachhaltigen Wirtschaftstätigkeiten sowie durch die Ausrichtung auf Nachhaltigkeit und Klimafreundlichkeit sehen die ÖBB auch weiteres Potenzial für die Zukunft. Beispielsweise ergibt sich durch die weitere Verlagerung des Straßen- und Flugverkehrs auf die klimafreundliche Schiene und den ÖBB Busverkehr ein hohes Wachstumspotenzial – siehe auch Dekarbonisierungshebel „Verkehrsverlagerungen auf die Bahn“. Hier soll vor allem durch den Ausbau der Kapazität und einer Steigerung von Qualität und Produktivität ein Effekt in der Wettbewerbsfähigkeit des ÖBB Konzerns erzielt werden. Umsatzerlöse und Investitionen zu diesen Wirtschaftstätigkeiten mit Bezug zu den Umweltzielen „Klimaschutz“ bzw. „Anpassung an den Klimawandel“ werden jährlich im Konzernlagebericht veröffentlicht (siehe Kennzahlen zur EU-Taxonomie-Verordnung). ESRS E1-1.16.e LB62 | E.2. EU-Taxonomie E1 Klimawandel E2 Umweltverschmutzung E4 Biologische Vielfalt und Ökosysteme E5 Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft

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