ÖBB Geschäftsbericht 2025 – Gesamtbericht
Konzernlagebericht 106 E. Nichtfinanzielle Erklärung E.1. Allgemeine Angaben E.2. Umweltinformationen E.3. Soziale Informationen E.4. Governance Informationen E.5. ESRS-Index Österreichische Bundesbahnen-Holding Aktiengesellschaft Konzernabschluss | Konzernlagebericht 63 Klimaschutz war auch schon vor der Erstellung / Genehmigung des Übergangsplans ein wichtiges Themengebiet mit strategischem Fokus. Die ÖBB sehen in der Ausrichtung auf eine klimaneutrale Wirtschaftstätigkeit ein starkes Wachstumspotenzial. Dementsprechend streben sie weitere Verlagerungen von Straßen- und Flugverkehr auf die klimafreundliche Schiene bzw. auf den öffentlichen Verkehr an. Der Betrieb einer nachhaltigen Schienenverkehrsinfrastruktur und die klimafreundlichen Mobilitätslösungen mit Bahn und Bus sind ein wertvoller Teil der Strategie und des Geschäftsmodells der ÖBB. Um diese Rolle weiter abzusichern, wollen die ÖBB mit ihrem Übergangsplan für den Klimaschutz (ÖBB Klimaschutzstrategie seit 2017) als Teil der Nachhaltigkeitsstrategie die restlichen THG- Emissionen noch weiter reduzieren und Klimaneutralität erreichen. Strom aus erneuerbaren Energien ist die zentrale Säule für die Klimafreundlichkeit der Bahn. Allerdings ist damit zu rechnen, dass die Kosten für erneuerbare Energien weiter steigen werden. Dementsprechend setzt der ÖBB Konzern mit seiner Energiestrategie in Österreich auf eine höhere Eigenversorgung mit Bahnstrom aus erneuerbaren Energieträgern (Sonne, Wind, Wasser). Außerdem soll die innerbetriebliche Energieeffizienz, zum Beispiel durch die Modernisierung des Bahnstromnetzes oder die Gebäudeoptimierung, um 25 % gesteigert werden. Die sichere Bahnbetriebsführung, ein Optimum an Streckenverfügbarkeit und die Minimierung von Anlagen- und Fahrzeugstörungen sind Grundvoraussetzungen, damit die ÖBB ihre Mobilitätsdienstleistungen anbieten können. Um Beeinträchtigungen für Kund:innen und Mitarbeiter:innen möglichst minimal zu halten, haben die Anpassung an den Klimawandel sowie der Schutz ihrer Bahninfrastruktur und ihrer Assets für den ÖBB Konzern oberste Priorität. Der Übergang hin zu einer klimaneutralen Wirtschaft wird auch für den ÖBB Konzern hohe Kosten verursachen und Investitionen erfordern. An Bedeutung gewinnen zudem „Sustainable Finance“-Produkte. Die Transformation soll über ökologisch nachhaltige Produkte und Dienstleistungen finanziert werden. Dies ist vor allem für die auf dem Kapitalmarkt operierenden ÖBB Konzerngesellschaften wichtig. In diesem strategischen Umfeld ist der Übergangsplan für den Klimaschutz (ÖBB Klimaschutzstrategie seit 2017) eingebettet. ESRS E1-1.16.h Der vorliegende Übergangsplan für den Klimaschutz wurde im Februar 2025 vom Vorstand der ÖBB-Holding AG genehmigt. Das Aufsichtsratsgremium der ÖBB-Holding AG wurde gesondert informiert. Die Freigabe / Genehmigung erfolgte durch die Aufsichtsratmitglieder im Zuge der Freigabe der Nichtfinanziellen Erklärung im Lagebericht des Geschäftsberichts für 2024. Der Übergangsplan für den Klimaschutz ist in der Konzernstrategie bzw. Nachhaltigkeitsstrategie berücksichtigt. ESRS E1-1.16.i Der Fortschrittsbericht 2025 im Vergleich zum Vorjahr findet sich im Unterkapitel „THG-Bruttoemissionen der Kategorien Scope 1, 2 und 3 sowie Gesamtemissionen“ . ESRS E1-1.16.j Wesentliche Auswirkungen, Risiken und Chancen und ihr Zusammenspiel mit Strategie und Geschäftsmodell Angesichts des fortschreitenden Klimawandels und seiner möglichen Auswirkungen ist es für den ÖBB Konzern von entscheidender Bedeutung, potenzielle Klimagefahren zu untersuchen. Eine umfassende Klimarisikoanalyse hilft dabei festzustellen, ob sich diese Gefahren zu Risiken entwickeln könnten, die die Geschäftstätigkeit erheblich beeinflussen. Zudem bildet die Klimarisikoanalyse die Grundlage, damit der ÖBB Konzern notwendige Anpassungsmaßnahmen an den Klimawandel ergreifen kann. Auf diese Weise wird die Klimaresilienz gestärkt und die Leistungsfähigkeit des Konzerns langfristig gesichert. Der zunehmende Klimawandel verändert die Dynamik von Klima- und Naturgefahren stark: Aufgrund der zunehmenden Häufigkeit von Extremwetterereignissen, längeren Hitzeperioden und ahnlichem wird die Analyse von Klimarisiken mit einem langfristigen Zeithorizont immer wichtiger. Sie ermöglichen die Bewertung, ob bestehende Naturgefahren in naher, mittlerer oder ferner Zukunft zu Klimarisiken werden könnten. Für den ÖBB Konzern wurden folgende wesentliche klimabezogenen physischen Risiken identifiziert (Details zum Prozess der durchgeführten Klimarisiko- und Vulnerabilitätsanalyse sind weiter hinten in diesem Kapitel zu finden): Klimarisiken *) Physische Klimarisiken – Hitze (Hitzestress, Hitzewelle) – Kältewelle – Starke Niederschläge, Hochwasser – Lawinen – Sturm Transitorische Klimarisiken – Nichteinhaltung der CO 2 -Emissionsreduktionsziele – Verbot des Einsatzes von F-Gasen in Kältemitteln *) ESRS E1.SBM-3.18. Resilienz der Strategie und des Geschäftsmodells im Kontext des Klimawandels In Anbetracht der zunehmenden Auswirkungen aufgrund von Extremwetterereignissen (welche in Häufigkeit und Intensität stetig zunehmen), aber auch massiv steigender Zugkilometerleistungen wird es entscheidend sein, die Widerstandsfähigkeit des Bahnsystem zu erhöhen und zu stärken. Aufgrund erheblicher Infrastrukturschäden und damit verbundener betrieblicher Einschränkungen durch das Hochwasser in Wien und Niederösterreich 2024 wurde 2025 gezielt auf Maßnahmen zur Stabilisierung, Sanierung und Verbesserung der Prozesse gesetzt. Ergänzend wird daran gearbeitet, das Kerngeschäft kurz-, mittel- und langfristig gegenüber dem Klimawandel weiterzuentwickeln. ESRS E1.SBM-3.AR.8.b | LB63
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