ÖBB Geschäftsbericht 2025 – Gesamtbericht

49 Konzern- lagebericht LB6 | Österreichische Bundesbahnen-Holding Aktiengesellschaft Konzernabschluss | Konzernlagebericht 6 Auswirkungen der Budgetkonsolidierung auf die ÖBB Im Rahmen der Budgetkonsolidierung durch die österreichische Bundesregierung haben die ÖBB als eines der großen Unternehmen im Staatseigentum im Mai 2025 ein Einsparungsziel von ihrem Eigentümer erhalten. Dieses sah insbesondere Einsparungen im Rahmenplan vor. Insgesamt wurden die Investitionen laut Rahmenplan 2025 bis 2030 um rd. 300,0 bis 500,0 Mio. EUR jährlich gedrosselt. Im Vergleich zum Rekordwert 2024 bleiben sie mit rd. 3,2 Mrd. EUR pro Jahr jedoch weiterhin auf einem hohen Niveau. Dieses Einsparungsziel wurde gleichzeitig mit einem klaren Bekenntnis zum Infrastrukturausbau formuliert. Die konsequente Investition in die Instandhaltung der Schiene wird beibehalten, um die hohe Qualität der Schieneninfrastruktur in Österreich sicherzustellen. Nicht zuletzt, weil Investitionen in die Bahninfrastruktur die notwendige Verlagerung von der Straße auf die Schiene bringen und vor allem die ÖBB einen wichtigen Beitrag zur heimischen Wertschöpfung leisten und damit unverzichtbare Konjunkturimpulse setzen. Marktumfeld Aufgrund des sich zunehmend verschärfenden Wettbewerbsumfelds, allen voran im Güterverkehr, haben die ÖBB Mitte 2025 ein internes Effizienzprogramm ins Leben gerufen. Ziel ist es, die beeinflussbaren Plankosten konzernweit um 10 % zu senken und den Konzern wettbewerbsfit für die Zukunft aufzustellen. Entsprechend der unterschiedlichen Marktdynamiken und Herausforderungen der Teilkonzerne umfasst das Programm maßgeschneiderte Programme auf Teilkonzernebene, die unter dem Dach der ÖBB-Holding AG zusammengefasst werden. Insgesamt werden konzernweit rd. 300,0 Mio. EUR jährlich eingespart, etwa durch Synergien in den Querschnittsbereichen, die Reduktion von Verwaltungskosten und Sachaufwendungen sowie Prozessoptimierungen und Produktivitätssteigerungen. Personenverkehr ESRS 2.SBM-1.40.a, f Nach den Verwerfungen der Coronapandemie in den letzten Jahren und einem moderaten Wachstum 2024 folgte 2025 ein weiteres Jahr geringer Dynamik. Nach ersten Schätzungen stagnierte der Bahnpersonenverkehr, der motorisierte Individualverkehr stieg leicht. Dies führte nach einem Jahr der Stagnation das erste Mal seit 2020 zu einem leichten Rückgang des Bahnmodalanteils. Entwicklung der Personentransportleistung auf Schiene und Straße in Österreich Bahnpersonenverkehr und motorisierter Individualverkehr Modalanteil der Bahn (Pkm, Änderung zum Vorjahr in %) (in % am motorisierten Landverkehr in Pkm) * Vorläufige Schätzung. Quellen: Europäische Kommission, Statistik Austria, UIC, ÖBB, ASFINAG, eigene Quellen und Berechnungen. Die Ursachen für die mäßige Entwicklung des Schienenpersonenverkehr sind multifaktoriell. Wegen der Tauernsperre und der erneuten Sperre der neuen Weststrecke waren zwei österreichische Bahnhauptrouten zeitweise nur eingeschränkt nutzbar. Zudem kam es im Bereich des deutschen Ecks zu weiteren Beeinträchtigungen. Wie bereits 2024 war auch im Sommer 2025 ein Teil der Wiener Stammstrecke gesperrt. 13 13 Der Standard, OneMobility. ÖBB-Holding/Konzernstrategie, Unternehmensentwicklung und -organisation TLP grün (ÖBB-Konzern intern) 18.03.26 Bahn-Personenverkehr und motorisierte Individualverkehr [Änderung in %] 2021 2022 2023 2024* 2025* Seit 2019 13,7% 7,5% 54,1% 7,0% 12,2% 2,5% 2,9% 1,2% 0,2% 1,4% 12,5% -0,2% Bahn MIV 8% 9% 10% 11% 12% 13% 14% 2015 2020 2025* Modalanteil [in % an pkm]

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