ÖBB Geschäftsbericht 2024 – Gesamtbericht
Konzernlagebericht 104 Übergangsplan für den Klimaschutz Auf den nachfolgenden Seiten wird der Übergangsplan für den Klimaschutz dargestellt. Die ÖBB spielen eine zentrale Rolle im Klimaschutz und haben sich ehrgeizige Ziele gesetzt, um ihre Treibhausgasemissionen zu reduzieren und eine nachhaltige Wirtschaft zu fördern. Bereits 2017 veröffentlichten die ÖBB ihre Klimaschutzstrategie und beschreiben seit 2018 den Weg der Dekarbonisierung ihrer Wirtschaftstätigkeiten in Österreich. ESRS E1-1.14 Verständnis zu den bisherigen, aktuellen und künftigen Klimaschutzbemühungen der ÖBB Das Übereinkommen von Paris (Rahmenübereinkommen der Vereinten Nationen über Klimaänderungen im Dezember 2015) die Erderwärmung auf 1,5 Grad Celsius zu begrenzen und das EU-Ziel der Klimaneutralität bis 2050 geben den Rahmen für Klimaschutz und den Übergang zu einer nachhaltigen Wirtschaft vor. Durch ihre Ausrichtung auf Nachhaltigkeit und Klimafreundlichkeit sehen die ÖBB dafür Potenzial für die Zukunft – vor allem, um Verkehre auf die Schiene bzw. auf den öffentlichen Verkehr zu verlagern und eine Mobilitätswende weiterhin zu unterstützen. Der Verkehr ist der zweitgrößte Verursacher von THG-Emissionen in Österreich, der Straßenverkehr der weitaus größte Emittent im Verkehr (Quelle: Umweltbundesamt, Klimaschutzbericht 2024). 2023 haben die ÖBB durch ihre Verkehrsleistungen mit Bahn und Bus der heimischen Umwelt THG-Emissionen in der Höhe von rd. 4,2 Mio. t erspart. Dies entspricht der Menge an THG-Emissionen, die anfallen würden, wären die ÖBB Verkehrsleistungen statt mit Bahn und Bus ersatzweise mit Pkw und Lkw erbracht worden. Die ÖBB sind damit ein wichtiges Klimaschutzunternehmen Österreichs und leisten zusätzlich einen wesentlichen Beitrag für ihre Kund:innen und die Gesellschaft. ESRS E1-1.15 Die ÖBB reduzieren aber auch ihren eigenen THG-Emissionen und gehen in der ÖBB-eigenen Dekarbonisierung entlang folgender Bereiche vor: ESRS E1-1.15 – Mobilität: Energieeinsatz für die Erbringung von Mobilitätsleistungen für Kund:innen (Schienen- und Busverkehr) und für innerbetriebliche Mobilität (innerbetrieblicher Fuhrpark) – Gebäude und Betriebsanlagen: Energieeinsatz in Gebäuden (Versorgung mit Strom, Heizung, Kühlung) und in Betriebsanlagen (Weichenheizungen, Zugvorheizungen …) – Scope 3-Emissionen: Betrachtung der THG-Emissionen aus der Wertschöpfungskette: v. a. THG-Emissionen beschaffter / hergestellter Kapitalgüter (z. B. Schieneninfrastruktur, Fahrzeuge wie Schienen- und Straßenfahrzeuge …) und aus eingekauften Verbrauchsgütern und Dienstleistungen. Zusätzlich Betrachtung weiterer Scope 3-Teilkategorien wie z. B. Emissionen aus Transport / Verteilung durch beauftragte Dritte, aus der Behandlung / Entsorgung von ÖBB Abfällen sowie aus der Nutzung verkaufter Produkte (Emissionen externer Eisenbahnverkehrsunternehmen auf dem ÖBB Schienennetz) Die Reduktionsmaßnahmen werden in jeweiligen Dekarbonisierungspfaden abgebildet bzw. vorangetrieben. Neben der ÖBB-eigenen Dekarbonisierung tragen die ÖBB durch ihre Verkehrsleistungen mit Bahn und Bus zur Dekarbonisierung Österreichs bei. Die gesamtstaatlichen CO 2 -Effekte der ÖBB sind auch Teil des nationalen Energie- und Klimaplans (NEKP) zur Erreichung der Klimaziele Österreichs. Ein wichtiger Hebel zum weiteren Ausbau ist die Verkehrsverlagerung von Straßen- und Luftverkehr auf die Schiene. Ziel ist, es durch die Steigerung der Kapazität, Qualität und Produktivität die Wettbewerbsfähigkeit des ÖBB Konzerns zu forcieren. Die ÖBB beschreiten den Weg einer deutlichen Dekarbonisierung in Österreich schon seit 2018. Damals wurde mit der Umstellung des Bahnstroms (für den Antrieb der Züge) auf 100 % erneuerbare Energien ein erster wichtiger Meilenstein gesetzt. Bereits seit 2019 stammt der Drehstrom für die Gebäude und Betriebsanlagen zu 100 % aus erneuerbarer Energie. Durch die Umstellung im Bahnstrombereich konnten die THG-Emissionen im Scope 2 im Bereich Mobilität von 2017 auf 2018 um rd. 100.000 t gesenkt werden. Im Bereich Gebäude wurde von 2018 auf 2019 eine Scope 2-Reduktion von rd. 25.000 t erzielt. 2019 wurde die ÖBB Klimaschutzstrategie veröffentlicht – seitdem werden weitere Dekarboni- sierungsziele verfolgt. ESRS E1-1.15 Emissionsreduktionsziele Mit ihren Zielsetzungen leisten die ÖBB einen Beitrag auf dem Weg zu einer klimaneutralen Wirtschaft in Europa 2050. Die ÖBB sind ein im In- und Ausland agierender Konzern – auch mit Konzernteilen außerhalb Österreichs bzw. außerhalb der EU. Die Dekarbonisierung nach europäischen Vorgaben bzw. das Erreichen der Klimaneutralität bis 2050 steht dabei im Fokus. Das Konzernziel der ÖBB (In- und Ausland) bis zum Jahr 2050 ist Net-Zero (- 90 % THG-Reduktion gegenüber dem Basisjahr 2022) bzw. Klimaneutralität (Ausgleich der im Zieljahr verbliebenen Restemissionen). Als Zielbeitrag zum österreichischen Ziel der Klimaneutralität 2040 wird prioritär die Reduktion des ÖBB Fußabdrucks in Österreich forciert – in den Bereichen Mobilität und Gebäude mit signifikanter Reduktion schon bis 2035. Die THG-Reduktion in den internationalen Bereichen – innerhalb und außerhalb der EU – orientiert sich am Klimaziel 2050. Die ÖBB unterstützen das Übereinkommen von Paris mit dem Ziel der Klimaneutralität bis 2050 und orientieren sich am 1,5-Grad-Ziel bzw. am aktuell vorliegenden sektorübergreifenden Reduktionspfad. Der sektorübergreifende Reduktionspfad basiert auf dem „Pathways to Net-zero“ – SBTi Technical Summary mit den Zielsetzungen - 42 % THG-Reduktion bis 2030 bzw. - 90 % THG-Reduktion bis 2050 (SBTi: Science Based Targets Initiative). ESRS E1-1.16.a | LB67
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