ÖBB Geschäftsbericht 2024 – Gesamtbericht

Konzernlagebericht 108 Bereich Gebäude und Betriebsanlagen (Scope 1 und Scope 2) Die ÖBB haben in Österreich über 3.500 Gebäude im Bestand. Zusätzlich dazu befinden sich einige wenige Bestandsgebäude der internen Tochtergesellschaften ebenfalls im Besitz des ÖBB Konzerns. Generell handelt es sich dabei um ältere Gebäude, die energetisch zu sanieren sind, beispielsweise durch Dämmung und Tausch der Heizsysteme. Ein Risiko für die Erreichung der Emissionsreduktionsziele im Bereich Gebäude und Betriebsanlagen sind die hohen Kosten, die mit der Sanierung älterer Gebäude einhergehen. Hier muss vorrangig eine Abwägung von Kosten / Nutzen durchgeführt werden. Vor allem in internationalen Bereichen sind die ÖBB vielfach in Fremdgebäuden eingemietet, wodurch die Einflussmöglichkeit der ÖBB auf energetische Sanierung der Gebäude begrenzt ist. Bereich Scope 3 (zusätzliche Information) Die ÖBB beschaffen Kapitalgüter, Verbrauchsgüter und Dienstleistungen und nutzen viele Materialressourcen (Infrastruktur: Bau und Instandhaltung, Fahrzeuge: Schienen- und Straßenfahrzeuge …). Damit sind die ÖBB bei der Reduktion ihrer Scope 3 Emissionen von den Dekarbonisierungsschritten der Branchen bzw. Unternehmen in ihrer Wertschöpfungskette abhängig. Eine Gefährdung der nicht Erreichung der Emissionsreduktionsziele im Bereich der Scope 3-Emissionen, geht damit von der Abhängigkeit des Marktes und den technologischen Entwicklungen aus. Das Ziel ist, die Dekarbonisierungsentwicklungen der Branchen bzw. Unternehmen aus Kundensicht voranzutreiben und an den Entwicklungen optimal zu partizipieren. Dabei besteht einerseits das Risiko der Verteuerung (Kostenanstiege in der Beschaffung), andererseits entstehen beispielsweise durch die Förderung einer sinnvollen Kreislaufwirtschaft auch Chancen. Um die Gefährdung der Erreichung der gesetzten Emissionsreduktionsziele durch die beschriebenen potenziell eingeschlossenen Treibhausgasemissionen hintanzuhalten, haben die ÖBB die oben angeführten Themenstellungen in ihre Dekarbonisierungsziele integriert. Die mittel- / langfristigen Hauptschwerpunkte sind: – Bereich Mobilität: Ersatz von Diesel (Hinweis: über 90 % der Traktionsleistungen im Schienenverkehr wird schon jetzt elektrisch angetrieben erbracht) bzw. Umstieg auf alternative Antriebsformen – Bereich Gebäude und Betriebsanlagen: Ausstieg aus fossiler Energie (Heizöl und Fossilgas) – Bereich der Scope 3-Emissionen: optimale Nutzung / Forcierung der Dekarbonisierungsentwicklungen der vor- und nachgelagerten Wertschöpfungskette der ÖBB trotz Abhängigkeit von den Entwicklungen in den Branchen bzw. Unternehmen der ÖBB Lieferkette Die ÖBB haben ihre ökologisch nachhaltigen Wirtschaftstätigkeiten identifiziert / definiert (inkl. Bewertung der Kriterien für einen „wesentlichen Beitrag“ bzw. Kriterien für „keine erhebliche Beeinträchtigung“) – siehe Informationen zur Umsetzung der Taxonomie-Verordnung im ÖBB Konzern im jährlichen Konzernlagebericht (Geschäftsbericht). Die taxonomiekonformen Wirtschaftstätigkeiten der ÖBB leisten einen wesentlichen Beitrag zum Umweltziel „Klimaschutz“, aber keinen wesentlichen Beitrag zum Umweltziel „Anpassung an den Klimawandel“. Durch diese Wirtschaftstätigkeiten liegen keine erheblichen Beeinträchtigungen für die „Anpassung an den Klimawandel“ im Sinne der DNSH-Kriterien vor (DNSH: Do No Significant Harm). Durch die ökologisch nachhaltigen Wirtschaftstätigkeiten bzw. durch die Ausrichtung auf Nachhaltigkeit und Klimafreundlichkeit sehen die ÖBB auch weiteres Potenzial für die Zukunft. Beispielsweise ergibt sich durch die weitere Verlagerung vom Straßen- und Flugverkehr auf die klimafreundliche Schiene bzw. den ÖBB Busverkehr ein hohes Wachstumspotenzial – siehe auch Dekarbonisierungshebel „Verkehrsverlagerungen auf die Bahn“ (Dekarbonisierungs- bereich Mobilität: Dekarbonisierungseffekt für Österreich). Hier soll vor allem durch den Ausbau von Kapazität und der Steigerung von Qualität und Produktivität ein Effekt in der Wettbewerbsfähigkeit des ÖBB Konzerns erzielt werden. Umsatzerlöse und Investitionen zu diesen Wirtschaftstätigkeiten mit Bezug zu den Umweltzielen „Klimaschutz“ bzw. „Anpassung an den Klimawandel“ werden jährlich im Konzernlagebericht veröffentlicht (siehe Kennzahlen zur EU- Taxonomie-VO). ESRS E1-1.16.e | LB71

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