ÖBB Geschäftsbericht 2024 – Gesamtbericht
109 Konzern- lagebericht Klimaschutz war auch schon vor der Erstellung / Genehmigung des Übergangsplans ein wichtiges Themengebiet mit strategischem Fokus. Die ÖBB sehen in der Ausrichtung auf eine klimaneutrale Wirtschaftstätigkeit ein starkes Wachstumspotenzial und streben weitere Verlagerungen von Straßen- und Flugverkehr auf die klimafreundliche Schiene bzw. den Öffentlichen Verkehr an. Der Betrieb einer nachhaltigen Schienenverkehrsinfrastruktur und die klimafreundlichen Mobilitätslösungen mit Bahn und Bus sind ein wertvoller Teil der Strategie und des Geschäftsmodells der ÖBB. Um diese Rolle weiter abzusichern, wollen die ÖBB mit ihrem Übergangsplan für den Klimaschutz (ÖBB Klimaschutzstrategie seit 2017) als Teil der Nachhaltigkeitsstrategie die restlichen THG-Emissionen noch weiter reduzieren und Klimaneutralität erreichen. Strom aus erneuerbaren Energien ist die zentrale Säule für die Klimafreundlichkeit der Bahn. Allerdings ist damit zu rechnen, dass die Kosten für erneuerbare Energien weiter steigen werden. Dementsprechend setzt der ÖBB Konzern mit seiner Energiestrategie in Österreich auf höhere Eigenversorgung mit Bahnstrom aus erneuerbaren Energieträgern (Sonne, Wind, Wasser …). Außerdem soll die innerbetriebliche Energieeffizienz beispielsweise durch die Modernisierung des Bahnstromnetzes oder die Gebäudeoptimierung um 25 % gesteigert werden. Die sichere Bahnbetriebsführung, ein Optimum an Streckenverfügbarkeit und die Minimierung von Anlagen- und Fahrzeugstörungen sind Grundvoraussetzungen, damit die ÖBB ihre Mobilitätsdienstleistungen anbieten können. Um Beeinträchtigungen für Kund:innen und Mitarbeiter:innen möglichst minimal zu halten, hat die Anpassung an den Klimawandel sowie der Schutz ihrer Bahninfrastruktur und ihrer Assets für den ÖBB Konzern oberste Priorität. Der Übergang hin zu einer klimaneutralen Economy wird auch den ÖBB hohe Kosten verursachen bzw. Investitionen erfordern. An Bedeutung gewinnen zudem „Sustainable Finance“-Produkte, da dadurch die Transformation hin zu ökologisch nachhaltigen Produkten und Dienstleistungen finanziert werden soll. Dies ist vor allem für die am Kapitalmarkt operierenden ÖBB Konzerngesellschaften wichtig. In diesem strategischen Umfeld ist der Übergangsplan für den Klimaschutz (ÖBB Klimaschutzstrategie seit 2017) eingebettet. ESRS E1-1.16.h Der vorliegende Übergangsplan für den Klimaschutz wurde im Februar 2025 vom Vorstand der ÖBB-Holding AG genehmigt. Das Aufsichtsratsgremium der ÖBB-Holding AG wird gesondert informiert, die Freigabe / Genehmigung erfolgt durch die Aufsichtsratmitglieder im Zuge der Freigabe des Nachhaltigkeitsberichts im Lagebericht des Geschäftsberichts für 2024. Anschließend wird der Übergangsplan für den Klimaschutz in der Konzernstrategie bzw. Nachhaltigkeitsstrategie entsprechende Berücksichtigung finden. ESRS E1-1.16.i Fortschrittsberichte folgen ab dem Bericht für das Geschäftsjahr 2025. ESRS E1-1.16.j Wesentliche Auswirkungen, Risiken und Chancen und ihr Zusammenspiel mit Strategie und Geschäftsmodell Angesichts des fortschreitenden Klimawandels und seiner möglichen Auswirkungen ist es für den ÖBB Konzern von entscheidender Bedeutung, potenzielle Klimagefahren zu untersuchen. Eine umfassende Klimarisikoanalyse hilft dabei festzustellen, ob sich diese Gefahren zu Risiken entwickeln könnten, die die Geschäftstätigkeit erheblich beeinflussen. Zudem bildet die Klimarisikoanalyse die Grundlage, damit der ÖBB Konzern notwendige Anpassungsmaßnahmen an den Klimawandel ergreifen kann. Auf diese Weise wird die Klimaresilienz gestärkt und die Leistungsfähigkeit des Konzerns langfristig gesichert. Der zunehmende Klimawandel verändert die Dynamik von Klima- und Naturgefahren stark: Aufgrund der zunehmenden Häufigkeit von Extremwetterereignissen, längeren Hitzeperioden und Ähnlichem wird die Analyse von Klimarisiken mit einem langfristigen Zeithorizont immer wichtiger. Sie ermöglichen die Bewertung, ob bestehende Naturgefahren in naher, mittlerer oder ferner Zukunft zu Klimarisiken werden könnten. Für den ÖBB Konzern wurden folgende wesentliche klimabezogene physischen Risiken identifiziert (Details zum Prozess der durchgeführten Klimarisiko- und Vulnerabilitätsanalyse sind weiter hinten in diesem Kapitel zu finden. Klimarisiken 1) Physische Klimarisiken – Hitze (Hitzestress, Hitzewelle) – Kältewelle – Starke Niederschläge, Hochwasser – Lawinen – Sturm Transitorische Klimarisiken Eine umfassende Analyse relevanter transitorischer Klimarisiken für den ÖBB Konzern befindet sich in Ausarbeitung. Zum Zeitpunkt der Berichterstellung können daher noch keine konkreten Angaben gemacht werden. 1) ESRS E1.SBM-3.18. LB72 |
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