ÖBB Geschäftsbericht 2024 – Gesamtbericht
Konzernlagebericht 114 Nr. Konzepte 1) Beschreibung 2 ) E1-K-1 ÖBB Klimaschutzstrategie Die ÖBB bekennen sich zu einer nachhaltigen Ausrichtung ihres unternehmerischen Handelns. Mit der ÖBB Nachhaltigkeitsstrategie werden dabei alle drei Säulen (Ökologie, Ökonomie und Soziales) in ein ausgeglichenes Verhältnis gebracht. Klimaschutz ist ein wichtiger Teil davon und nimmt damit einen wesentlichen Stellenwert in der unternehmerischen Ausrichtung des Unternehmens ein. Der Verkehr ist der zweitgrößte Verursacher von THG-Emissionen in Österreich, der Straßenverkehr der weitaus größte Emittent im Verkehr. 2023 haben die ÖBB durch ihre Verkehrsleistungen mit Bahn und Bus der heimischen Umwelt THG-Emissionen in der Höhe von rd. 4,2 Mio. t erspart. Die ÖBB sind damit ein wichtiges Klimaschutzunternehmen des Landes und leisten einen wesentlichen Beitrag, um zukünftig mögliche Straf- oder Kompensationszahlungen bei Nichterreichung der österreichischen Klimaziele 2030 gering zu halten. Die ÖBB sehen in der Ausrichtung auf eine klimaneutrale Wirtschaftstätigkeit ein starkes Wachstumspotenzial und streben weitere Verlagerungen von Straßen- und Flugverkehr auf die klimafreundliche Schiene bzw. den öffentlichen Verkehr an. Um diese Rolle weiter abzusichern, wollen die ÖBB die verbleibenden THG-Emissionen noch weiter reduzieren. Mit Dekarbonisierungspfaden planen die ÖBB schrittweise ihre Reduktionsmaßnahmen. Strategischer Fokus liegt aktuell prioritär auf Reduktion des CO 2 - Fußabdrucks in Österreich. Zielsetzungen finden sich in Kapitel E.2 „Umweltinformationen“ unter „Klimawandel“ bei „Übergangsplan für den Klimaschutz“. Stoßrichtungen: Die ÖBB gehen zur Dekarbonisierung entlang folgender drei Bereiche vor: – Mobilität: Elektrifizierung von Strecken (AT), alternative Antriebe – Schiene, alternative Antriebe – Straße, erneuerbare Energien, Energieeffizienz und Erhöhung der Auslastung im Verkehr – Gebäude: Ausstieg aus ölbefeuerten Heizungsanlagen bis 2030, Ausstieg aus Fossilgas- Heizanlagen bis 2035, Umsetzung Gebäudeoptimierungsplan Konzern 2030 / 2040 und Ausrollung Konzernpolicy zur Energieträgerauswahl in Gebäuden – Scope 3-Emissionen: Bilanzierung Scope 3 gezielt erweitern bzw. weiterentwickeln, Reduktionsmaßnahmen entlang der bereits definierten Toptreiber aus der Beschaffung bzw. für weitere große Verursacher prüfen und umsetzen, Primärdaten soweit möglich forcieren … – Zusätzliche Stoßrichtung: weitere Verkehrsverlagerungen – Kapazität und Wettbewerbsfähigkeit (Qualität und Produktivität) E1-K-2 Anpassung an den Klimawandel Die Anpassung an den Klimawandel als Teil der ÖBB Nachhaltigkeitsstrategie befasst sich mit den Herausforderungen der der Klimawandel weltweit mit sich bringt. Veränderungen beeinflussen eine Reihe von Sektoren, Systemen und Institutionen. Bei den ÖBB betrifft das im Besonderen die Infrastruktur und die Assets des Unternehmens sowie in weiterer Folge den Umfang und die Qualität ihrer Mobilitätsdienstleistungen. Die sichere Bahnbetriebsführung, ein Optimum an Streckenverfügbarkeit und die Minimierung von Anlagen- und Fahrzeugstörungen sind Grundvoraussetzungen, damit die ÖBB ihre Mobilitätsdienstleistungen anbieten können. Für die ÖBB haben daher der Schutz ihrer Bahninfrastruktur und ihrer Assets oberste Priorität. Zugleich sollen Beeinträchtigungen für Kund:innen sowie Mitarbeiter:innen möglichst minimal gehalten werden. Um eine effektive Anpassung an den Klimawandel bestmöglich zu erwirken, ist neben der Umsetzung von Präventivmaßnahmen auch die Etablierung von Monitoring- und Frühwarnsystemen von großer Wichtigkeit. Entlang der Stoßrichtungen soll im Jahr 2025 wo möglich weiter konkretisiert und weitere Maßnahmen zugeordnet werden. E1-K-3 ÖBB Energiestrategie Im Juni 2023 wurde die neue Energiestrategie der ÖBB vorgestellt, die als wichtiger Beitrag zur konkreten Umsetzung der Dekarbonisierungsziele dient. Das ambitionierte Ziel bis 2030: Durch den Ausbau und die Modernisierung der eigenen Wasser-, Solar-, und Windkraftanlagen den Eigenversorgungsgrad beim Bahnstrom in Kooperation mit Partnern von 60 auf 80 % steigern. Außerdem soll die innerbetriebliche Energieeffizienz beispielsweise durch die Modernisierung des Bahnstromnetzes oder die Gebäudeoptimierung um 25 % erhöht werden. Um die Ziele der Energiestrategie umzusetzen, investieren die ÖBB gesamt rd. 1,6 Mrd. EUR. Die gesetzten Maßnahmen sollen vor allem dazu beitragen, dem Konzern im Energiebereich mehr Unabhängigkeit zu verschaffen – denn Versorgungssicherheit und Abfederung weiterer möglicher Teuerungen sind das klare Ziel. 1) Strategien / Konzepte werden vom Vorstand der ÖBB-Holding AG beschlossen und finden Anwendung für den gesamten ÖBB Konzern. 2) ESRS 2.MDR-P.65.a, b, c. 3) Die ÖBB Klimaschutzstrategie wird durch den „Übergangsplan für den Klimaschutz“ des ÖBB Konzerns adaptiert bzw. geht in diesen über. Weitere Überlegungen zu strategisch relevanten Themen in Bezug auf Klimaschutz und Anpassung an den Klimawandel werden nachfolgend angeführt. | LB77
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