ÖBB Geschäftsbericht 2024 – Gesamtbericht

Konzernlagebericht 180 Die ÖBB stellen hohe Anforderungen sowohl an die Arbeitsbedingungen im eigenen Unternehmen als auch in der gesamten Wertschöpfungskette und setzen dahingehend vielfältige Maßnahmen. Das soll zur Schaffung und Aufrechterhaltung attraktiver und sicherer Arbeitsstellen beitragen. Grundlage für die Zusammenarbeit mit Lieferanten bilden die allgemeinen Geschäftsbedingungen sowie der Supplier Code of Conduct (Verhaltenskodex für Lieferanten), die wichtigen sozialen und ökologischen Anforderungen in der Zusammenarbeit mit den ÖBB festhalten. Strategisch bedeutsame Lieferanten werden weiter zur Durchführung einer externen Nachhaltigkeitsbeurteilung aufgefordert. Die Lieferanten der ÖBB erreichen hierbei Bewertungen, die deutlich über dem Durchschnittswert der Branche liegen. Zusätzlich halten Qualitätskriterien, soziale und ökologische Ausschreibungskriterien sowie weitere Vertragsbestandteile Nachhaltigkeitsanforderungen fest. Nicht zuletzt legt der ÖBB Einkauf, wo es möglich ist, Wert auf den Abschluss langfristiger Verträge, um Planbarkeit für Lieferant sowie die Versorgungssicherheit zur fördern. Einen weiteren Schwerpunkt legen die ÖBB auf Maßnahmen, um Klein- und Mittelunternehmen zu unterstützen, beispielsweise indem teilweise große Ausschreibungen in kleinere Lose unterteilt werden. ESRS S2.SBM-3.11.d Die zu Beginn des Kapitels angeführte Tabelle veranschaulicht die wesentlichen Risiken und Chancen, die sich für das Unternehmen aus Auswirkungen und Abhängigkeiten im Zusammenhang mit den Arbeitskräften in der Wertschöpfungskette ergeben. ESRS S2.SBM-3.11.e Um ein tieferes Verständnis dafür zu entwickeln, welche Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette potenziell von negativen Auswirkungen betroffen sein könnten, wurde diese Fragestellung in einer Stakeholder:innenbefragung integriert und mit Vertreter:innen von Arbeitskräften adressiert. Die Analyse der Rückmeldungen ist noch ausständig und wird im kommenden Berichtsjahr mithilfe von Stakeholder-Round Tables konkretisiert. Im Rahmen dieser wird unter anderem auch diskutiert, in welchem Maße Arbeitskräfte mit bestimmten Merkmalen oder Arbeitskräfte in einem bestimmten Arbeitskontext stärker von wesentlichen Risiken betroffen sein könnten. ESRS S2.SBM-3.12, 13 Management der Auswirkungen, Risiken und Chancen Konzepte im Zusammenhang mit Arbeitskräften in der Wertschöpfungskette Die folgenden Konzepte spielen für den ÖBB Konzern in Bezug auf die wesentlichen Auswirkungen, Risiken und Chancen im Zusammenhang mit den Arbeitskräften der Wertschöpfungskette eine wichtige Rolle. Die Konzepte adressieren folgende wesentliche Chancen und Risiken: S2-A-1, S2-A-3, S2-F-1, S2-F-2 1) Die Strategien werden, sofern nicht für den gesamten ÖBB Konzern verabschiedet, vom jeweils zuständigen Vorstand beschlossen und gelten für die darin definierte Gesellschaft. ESRS 2.MDR-P.65.b, c; ESRS S2-1.16, 18 2) ESRS 2.MDR-P.65.a 3) ESRS 2.MDR-P.65.b, c. Nr. Konzepte 1) Beschreibung 2) S2-K-1 Allgemeine Geschäftsbedingungen bei Lieferant Beziehungen Die allgemeinen Geschäftsbedingungen, welche ein Teil der Verträge zwischen Lieferant und ÖBB Konzern darstellen, enthalten bereits einige Rahmenbedingungen für die Zusammenarbeit wie beispielsweise die Bereitstellung von nachhaltigkeitsrelevanten Daten oder weiterführenden Informationen. Diese umfassen, je nach Vertragsgegenstand, auch Anforderungen an die Produktsicherheit, welche sowohl für die Arbeitskräfte innerhalb des Unternehmens als auch in der Wertschöpfungskette wichtig sind sowie Sozialstandards und Sozialverantwortlichkeit. Dies wird durch die Perspektive des Datenschutzes und der Maßnahmen gegen Lohn- und Sozialdumping weiter unterstützt. Der Arbeitnehmer:innenschutz wird weiters forciert durch eine verpflichtende Einhaltung der Arbeitsrechte und Schutzvorschriften sowie eine verpflichtende Einhaltung dieser auch durch potenzielle Subunternehmer:innen und Lieferant. Der Anwendungsbereich bezieht sich auf die vor- und nachgelagerte Wertschöpfungskette, wo die AGBs als Vertragsgrundlage Anwendung finden. Die inhaltliche Überarbeitung obliegt dem Holding Konzerneinkauf in Abstimmung mit dem strategischen Konzerneinkauf der ÖBB- Holding AG, wobei die Verantwortung durch einen Vorstandsbeschluss gegeben ist. 3) Wo es relevant ist, werden Aspekte der Inklusion, vor allem die Barrierefreiheit, eingefordert, darüber hinaus besteht keine weitere Detaillierung für spezifischen Gruppen von Arbeitskräften. | LB143

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