ÖBB Geschäftsbericht 2024 – Gesamtbericht

Konzernlagebericht 210 Unternehmensspezifische Informationen Als Konzern der Mobilitätsdienstleistungen anbietet, sind nachfolgende Kennzahlen für das Verständnis der Geschäftstätigkeiten des ÖBB Konzerns notwendig. Unternehmensspezifische Kennzahlen zu Verbraucher:innen und Endnutzer:innen 2024 2023 Veränderung Veränderung in % Anzahl Bike & Ride Stellplätze 1) 52.966 51.549 1.417 3 % Neue Errichtung / Instandhaltung von Bike & Ride Stellplätzen pro Jahr 1) 2.419 2.356 63 3 % Anzahl Barrierefreie Bahnhöfe 2) 481 452 29 6 % Anzahl Rail & Drive Stationen 1) 51 48 3 6 % Anzahl Rail & Drive Fahrzeuge 1) 412 400 12 3 % Anzahl Rail & Drive E-Fahrzeuge 1) 71 57 14 25 % Pkm PV Schiene Gesamt (Nah- und Fernverkehr; In- und Ausland; inkl. IC-Busse) in Mio. 3) 15.263,2 14.647,5 615,7 4 % Gefahrene Kilometer pro Tag Straße (Postbus und CSAD) 3) 474.189 473.745 442,0 0 % 1) Unternehmensspezifische Angabe in Zusammenhang mit IRO S4-A-7 nach ESRS 2.SBM-3.48.h. 2) Unternehmensspezifische Angabe in Zusammenhang mit IRO S4-A-4 nach ESRS 2.SBM-3.48.h. 3) Unternehmensspezifische Angabe in Zusammenhang mit IRO S4-A-5 nach ESRS 2.SBM-3.48.h. Weitere Informationen für einen sicheren, pünktlichen und zuverlässigen Bahnbetrieb Ein sicherer, pünktlicher und zuverlässiger Bahnbetrieb ist entscheidend für die Kund:innenzufriedenheit und die Effizienz des gesamten Verkehrssystems. Im Jahr 2024 waren 93,6 % (VJ: 95 % ) der ÖBB Züge im Personenverkehr pünktlich, wovon 78,2 % (Vj: 80,3 %) der ÖBB Züge im Fernverkehr und 94,3 % (Vj: 95,7 %) der ÖBB Züge im Nahverkehr pünktlich waren. Die Züge der Rail Cargo Austria AG verkehrten im ÖBB Netz mit einer Pünktlichkeit von 76,1 % (Vj: 78,4 %). 48 Davon betroffen sind im Vergleich zu den Verbraucher:innen und Endnutzer:innen wie sie unter S4 beschrieben sind, nur Endkunden (im Sinne von Unternehmen) wenn bestellte Gütertransporte nicht rechtzeitig ans Ziel kommen. Die Pünktlichkeit im Jahr 2024 war wesentlich durch Herausforderungen in der Fahrzeugverfügbarkeit, durch das ambitionierte Bauprogramm am Bestandsnetz und durch den nach wie vor starken negativen Einfluss der Nachbarbahnen auf das System beeinflusst. Zusätzlich wirkten sich Extremwetterereignisse deutlich negativ auf die Gesamtperformance aus. In Folge der Umsetzung des Bauprogramms (Rahmenplan) sowie des laufenden Substanzerhalts galt es, die Einschränkungen und Abweichungen aus der Abwicklung dieser Baustellen so gering wie möglich zu halten. Eine in diesem Zusammenhang bereits in den Vorjahren eingeführte Maßnahme war die konsequente Erstellung von Abweichungsfahrplänen, diese wurde im Jahr 2024 fortgeführt. Nach wie vor wirkt sich die nicht zufriedenstellende Performance einzelner Nachbarbahnen auf die Pünktlichkeit von Fernverkehrslinien auf den nationalen Hauptachsen aus. Durch gezieltes Brechen (Kurzführung von Linien) einzelner Züge auf österreichischer Seite konnte der Einfluss auf die Pünktlichkeit etwas minimiert werden. Dennoch sind die negativen Auswirkungen der Grenzverspätungen nach wie sehr hoch und mit einem Anteil von ca. einem Drittel ein Treiber der Unpünktlichkeit im ÖBB Fernverkehr. Auch der Güterverkehr kämpft auf Grund seiner internationalen Ausrichtung stark mit den Einflüssen einzelner Nachbarbahnen. Das Jahrhunderthochwasser im September 2024 führte zu beispiellosen Beschädigungen an den Infrastrukturanlagen auf der Weststrecke zwischen Wien und St. Pölten. Das Hochfahren des Betriebes konnte abhängig von der Wiederverfügbarkeit der Anlagen in mehreren Stufen erfolgen. Erst mit der durchgehenden Herstellung der Zweigleisigkeit auf der alten Westbahnstrecke über Rekawinkel konnte der Fahrplan wieder stabilisiert werden. Bis dahin kam es über rund vier Wochen zu erheblichen Verspätungen und Zugausfällen und damit einem großen negativen Einfluss auf die Performance. In Zukunft wird es entscheidend sein, die Resilienz des Bahnsystems zu stärken, insbesondere vor dem Hintergrund massiv steigender Zugkilometerleistungen, dem weiter zunehmenden Bauprogramm und den Auswirkungen auf Grund von Extremwettereignissen. Es braucht daher eine engere Zusammenarbeit zwischen den Nachbarbahnen, wirksame Investitionen in die Resilienz gegenüber Naturgefahren, eine kundenorientierte Maßnahmenplanung entlang der europäischen Korridore, ausreichend Puffer und Reserven im Fahrplan und Fuhrpark sowie weitere Umsetzungsschritte in der Digitalisierung der Betriebsführung. 48 Die angeführten Kennzahlen zur Pünktlichkeit werden unbereinigt im Hinblick auf die Extremwetterereignisse im Herbst 2024 berichtet. | LB173

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