ÖBB Geschäftsbericht 2024 – Gesamtbericht

57 Konzern- lagebericht Ein weiterer Schwerpunkt liegt beim Ausbau der erneuerbaren Energien. Der Bau weiterer „Mini-Transformatoren“ ist neu im Rahmenplan. Damit gelangt der in ÖBB-eigenen Wind- und Sonnenkraftwerken nachhaltig produzierte Strom ins Bahnstromnetz – denn mittlerweile erzeugen die ÖBB in acht Wasserkraftwerken und mehr als 100 Photovoltaikanlagen sowie einer Windkraftanlage Strom aus erneuerbaren Energien. Ziel ist es, die Eigenproduktion von Strom weiter deutlich zu erhöhen. Auch die Modernisierung von Bahnhöfen und Haltestellen wird weiter vorangetrieben. Im Rahmen dessen soll der Zugang zur Bahn so einfach wie möglich gestaltet werden. Der barrierefreie Umbau von Bahnhöfen und Haltestellen ist ein wichtiger Baustein im Rahmenplan. Großraum Wien Nirgendwo sonst in Österreich steigt die Anzahl an Reisenden so stark wie in der Ostregion. Um mit diesem Wachstum Schritt zu halten, muss auch das Angebot an öffentlichen Verkehrsmitteln ausgebaut und verbessert werden. Mit dem S-Bahn-Wien-Upgrade modernisiert die ÖBB-Infrastruktur AG seit Oktober 2023 die Schieneninfrastruktur auf der Wiener Stammstrecke zwischen Wien Meidling und Wien Floridsdorf. Dafür werden auf 13 km Bau- und Tragwerke erneuert, Bahnsteige verlängert sowie das digitale Zugsicherungssystem ETCS für mehr Zuverlässigkeit im Gesamtsystem implementiert. Mit diesen und vielen weiteren Verbesserungsmaßnahmen entlang der Nord- und Südachsen werden die Voraussetzungen für einen dichteren Takt und kürzere Wartezeiten geschaffen. 2024 wurden bereits die ersten Meilensteine im Abschnitt Wien Praterstern und Wien Floridsdorf finalisiert. Mit dem Upgrade-Programm modernisieren die ÖBB-Infrastruktur AG aber nicht nur die S-Bahn in Wien, sondern auch gleichzeitig zahlreiche Strecken in Wien und Niederösterreich. Auf einem Streckennetz von 170 km werden Optimierungen vorgenommen, die alle eng ineinandergreifen. Auch auf der Südstrecke wurden daher während der Sommersperre in den Bahnhöfen Guntramsdorf-Thallern, Pfaffstätten, Kottingbrunn, Sollenau und Theresienfeld Bahnsteige verlängert sowie Gleise und Weichen erneuert. All diese Maßnahmen sind ein Beitrag um die Schieneninfrastruktur in der Ostregion zukunftsfit zu machen. Ein weiteres wichtiges Puzzlestück im innerstädtischen Nahverkehr ist die Attraktivierung der Verbindungsbahn zwischen Hütteldorf und Meidling. 2024 wurde das UVP-Verfahren fortgeführt. Im Jahr 2024 hat die ÖBB-Infrastruktur AG die Ausbau- und Modernisierungsmaßnahmen an der Pottendorfer Linie im Abschnitt Ebreichsdorf abgeschlossen. Mit dem viergleisigen Ausbau der Südstrecke zwischen Wien Meidling und Mödling inklusive der Errichtung zweier neuer Haltestellen wird das Mobilitätsangebot für den Süden von Wien und den Bezirk Mödling noch attraktiver. Dafür liefen 2024 die Planungen weiter. Der Norden profitiert vom Ausbau der Nordbahn, der im Abschnitt Wien Süßenbrunn – Gänserndorf zügig voranschreitet. Insgesamt werden rd. 66 km Strecke unter laufendem Betrieb modernisiert. Im Zuge dessen werden auch 17 Bahnhöfe und Haltestellen in diesem Abschnitt attraktiviert und barrierefrei adaptiert. Auch sollen das Park & Ride- und das Bike & Ride-Angebot ausgebaut werden. Hinzu kommt die Auflassung sämtlicher Eisenbahnkreuzungen, was höhere Fahrgeschwindigkeiten der Züge erlauben wird. Die Modernisierungen der Kamptalbahn, Traisentalbahn, Erlauftalbahn oder Mattersburger Bahn wurden im Berichtszeitraum ebenfalls vorbereitet bzw. errichtet. Weiters wurde mit den Arbeiten für den Ausbau der Franz-Josefs- Bahn begonnen. Das Projekt „Flughafenspange“ steht für eine attraktive Anbindung des Osten Österreichs an den Flughafen Wien Schwechat und die Stadt Wien. 2024 sind die Planungen weiter vorangeschritten, im Juni 2024 erfolgte der Startschuss für das UVP-Verfahren. Ausbau Weststrecke Rund ein Drittel aller Züge fahren auf der Weststrecke. Güter- und Personenverkehr nehmen laut Prognosen weiterhin zu. Umso härter waren die Auswirkungen auf den Bahnverkehr nach dem Extremwetterereignis im September 2024. Nach dem Hochwasser am 13.09.2024 konnte der Vollbetrieb auf der neuen Weststrecke zwischen Wien und St. Pölten am 15.12.2024 wieder aufgenommen werden. Aufgrund der Sperre des Atzenbrugger Tunnels wurde der gesamte Fern- und Güterverkehr auf der alten Weststrecke durch den Wienerwald abgewickelt. Für die Wiederinbetriebnahme wurden in knapp drei Monaten unter anderem 16 km Kabel für die Stromversorgung ausgetauscht und 60 km Lichtwellenleiter- Fasern neu verlegt. Weiters wurden 4 km Handlauf für die Notbeleuchtung erneuert, Brandmeldeanlagen, Notrufsäulen und Stromversorgung für die Feuerwehr ersetzt und 1,4 km Hochspannungsleitungen (10-KV-Leitung) ausgetauscht – um nur einige Beispiele zu nennen. Für die finale Reparatur muss die Strecke zwischen 12.05. und 05.06.2025 erneut gesperrt werden. Fernverkehrszüge werden in diesem Zeitraum wieder über die alte Weststrecke umgeleitet. LB20 |

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