ÖBB Geschäftsbericht 2024 – Gesamtbericht
63 Konzern- lagebericht Infrastruktur: Investitionen in die Zukunft für ein attraktives und leistungsfähiges System Bahn Die Bahn wird in den kommenden Jahren eine noch zentralere Rolle in der Mobilitätswende einnehmen. Diese Entwicklung wird durch die wachsende Bevölkerungszahl in den Ballungszentren und den zunehmenden Bedarf an nachhaltiger Mobilität verstärkt. Die Voraussetzungen für die ÖBB sind gut. Die Gesellschaft fordert immer stärker umweltfreundliche Verkehrslösungen und entsprechende nachhaltige Investitionen in die Bahninfrastruktur. Der Mobilitätsmasterplan des BMK unterstreicht die entscheidende Rolle des Verkehrssektors auf dem Weg zur Klimaneutralität bis 2040. Mit dem Investitionsprogramm des aktuellen ÖBB Rahmenplans werden die infrastrukturellen Grundlagen für die Mobilität der Zukunft geschaffen. Parallel dazu identifizieren die laufenden Arbeiten für das Zielnetz 2040 die wesentlichen Ausbauprojekte bis 2030 und darüber hinaus. Zudem erschließen neue digitale Technologien, wie etwa KI-gestützte Verkehrsoptimierung, völlig neue Potenziale für Effizienz und Kund:innenzufriedenheit. Die Folgen der Klimakrise haben das Potenzial zunehmende wetterbedingte Streckensperren und -einschränkungen zu verursachen. Um mögliche Folgewirkungen in Qualität, Zuverlässigkeit und Kosten zu reduzieren, haben sich die ÖBB das Ziel gesetzt, die Infrastruktur im Bau und Betrieb so effizient und klimaresilient wie möglich zu machen. Bis 2030 sollen entscheidende Fortschritte erzielt werden, um die Wettbewerbsfähigkeit der ÖBB-Infrastruktur AG weiter zu stärken. Dies umfasst unter anderem eine deutliche Erhöhung der Trassenkapazität, eine Erweiterung des Zugangs zu Bahnstrom aus erneuerbaren Energiequellen sowie die Steigerung der Umschlagsmöglichkeiten an den Terminals. Diese Maßnahmen sind unverzichtbar, um den Mobilitätsbedarf von Gesellschaft und Wirtschaft in einer klimafreundlichen Weise zu decken. Die ÖBB-Infrastruktur AG hat bereits 2021 mit ihrer Strategie #INFRA. Mobilitätswende klare Ziele bis 2030 definiert. Der Fokus liegt dabei auf einer sicheren, pünktlichen und leistbaren Zugfahrt bei einer gleichzeitigen Steigerung der Trassenkapazität. B.2. Wesentliche Risiken und Ungewissheiten Das Chancen- und Risikomanagement begleitet die relevanten Geschäftsprozesse und Finanzpositionen der wesentlichen Konzernunternehmen und versteht sich so als ein wichtiges Instrument der Unternehmensführung. Chancen und Risiken sind im ÖBB Konzern grundsätzlich als Ereignisse oder Entwicklungen definiert, die zu einer positiven oder negativen Ergebnisabweichung gegenüber den Planungsannahmen führen können. Die Überarbeitung des Chancen- und Risikoportfolios erfolgt synchron zur jeweiligen Planung. Eine Konzernrichtlinie und ein konzernweit verbindliches Chancen- und Risikomanagement-Handbuch definieren die Mindestanforderungen für alle einbezogenen Unternehmenseinheiten. Das oberste Ziel der Risikopolitik ist die Absicherung der Unternehmenstätigkeit. Risiken sollen nur dann bewusst eingegangen werden, wenn ihre Dimension abschätzbar ist und mit der erwarteten Steigerung der Erträge und des Unternehmenswerts einhergehen. Ende 2024 verteilen sich die wesentlichen Chancen und Risiken, von denen keines bestandsgefährdend ist, wie folgt auf die einzelnen Chancen- und Risikofelder. Strategische Steuerung des Risikoportfolios Die potenziellen Folgen einer Pandemie sind konzernübergreifend als Risiken in Hinblick auf eine Ergebnis- und Liquiditätsverschlechterung berücksichtigt. Risikomindernd wirken gegebenenfalls bereits erarbeitete verhaltensbezogene und organisatorische Maßnahmen und vorbeugende Gesundheitsmaßnahmen. Im Rahmen der Risikoüberarbeitungen wurde weiterhin Augenmerk auf mögliche Einflussfaktoren durch den Ukrainekonflikt gelegt. Konzernweite Maßnahmen zur Vermeidung von Sanktionsverstößen sind gesetzt und werden überwacht. Der mögliche Entfall von Förderungen sowie sich verändernde politische Rahmenbedingungen in ausländischen Märkten sind ebenfalls im Risikoportfolio abgebildet. Der Kontakt zu Behörden und einflussnehmenden Stellen wirkt in diesem Zusammenhang risikomindernd. Operativer Betrieb Einem Risiko durch Qualitätsproblemen bei Anlagen – beispielsweise bei Rollmaterial und Lokomotiven – werden regelmäßige Überprüfungen der Anlagen als Maßnahmen entgegengesetzt. Meldesysteme werden optimiert, Instandhaltungsleistungen werden auf zusätzliche Anbieter ausgeweitet und entgegenwirkende Notfallsysteme werden verbessert. Das Risiko terroristischer Attacken und Sabotageakte wird durch gezielte Maßnahmen und Anweisungen (Verhaltensempfehlungen) sowie durch die enge Zusammenarbeit und Abstimmung mit dem Bundesministerium für Inneres gemindert. Bestehende Notfall- und Krisenpläne werden regelmäßig evaluiert und im Rahmen entsprechender Übungen überprüft. Diese Aussagen gelten auch für das konzernweit betrachtete Risiko eines möglichen Blackouts. Für den Fall eines generellen Netzausfalles sind entsprechende Maßnahmen ausgearbeitet und auch in bewerteter Form im Risikomanagement abgebildet. Risiken aus höherer Gewalt und Naturgefahren wird mit etablierten Systemen und Programmen begegnet. So ist etwa ein Naturgefahrenmanagement implementiert (inkl. Wetterinformationssystem, Hochwasserinformationssystem, Naturgefahrenhinweiskarte). Das Risiko einer Nicht- oder Teilumsetzung geplanter Maßnahmen zur Produktivitätssteigerung wird durch ein laufendes Monitoring der Maßnahmen überwacht und minimiert. LB26 |
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