ÖBB Geschäftsbericht 2024 – Gesamtbericht
Konzernlagebericht 88 In Bezug auf die aktuellen finanziellen Effekte der wesentlichen Risiken und Chancen auf seine Finanzlage, Ertragslage und Zahlungsströme sowie die wesentlichen Risiken und Chancen bei denen im nächsten Berichtszeitraum ein erhebliches Risiko einer wesentlichen Anpassung der Buchwerte der im zugehörigen Abschluss ausgewiesenen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten besteht, kann Folgendes berichtet werden: Wenn der ÖBB Konzern eine gegenwärtige Verpflichtung (rechtlicher oder faktischer Natur) aus einem vergangenen Ereignis hat und es in Folge wahrscheinlich ist, dass die Erfüllung der Verpflichtung mit einem Abfluss von Ressourcen einhergeht und auf dieser Grundlage eine verlässliche Schätzung des Betrags für die Rückstellung möglich ist, dann werden für diese finanziellen Effekte in der Konzernbilanz Rückstellungen gebildet. Dabei werden bei der Verpflichtung inhärente Risiken und Unsicherheiten berücksichtigt. Nähere Informationen dazu werden in Erläuterung 26 in den Erläuterungen zum Konzernabschluss gemacht. Verpflichtungen, deren Höhe nicht ausreichend verlässlich geschätzt werden kann oder Verpflichtungen, für die der Abfluss von Ressourcen zur Regulierung nicht wahrscheinlich ist, werden in Eventualverbindlichkeiten (siehe Erläuterung 28) in den Erläuterungen zum Konzernabschluss dargestellt. Alle übrigen Risiken und Chancen werden außerhalb der bilanziellen Berücksichtigung im Rahmen des Chancen- und Risikomanagement des ÖBB Konzerns, das alle relevanten Geschäftsprozesse und Finanzpositionen begleitet und dessen Ziel es ist, rechtzeitig Chancen und Risiken zu erkennen und proaktiv durch geeignete Maßnahmen zu steuern, festgehalten. ESRS 2.SBM-3.48.d Die ÖBB sind mit ihren Assets im Bahnbetrieb und in der Schieneninfrastruktur auf Langfristigkeit ausgelegt. Diese langfristige Ausrichtung begünstigt die Widerstandsfähigkeit der Strategie und des Geschäftsmodells des Unternehmens. Ein zentrales Steuerungsinstrument im ÖBB Konzern ist das Chancen- und Risikomanagement. Alle identifizierten Chancen und vor allem Risiken werden regelmäßig in Bezug auf potenzielle Eintrittswahrscheinlichkeit und Auswirkungen bewertet, sowie etwaige daraus resultierende und notwendige Gegensteuerungsmaßnahmen gesetzt. Die Analyse von Risiken durch höhere Gewalt und Naturgefahren gehört bereits seit Jahren zum Risikomanagement des Konzerns. Angesichts zunehmender Extremwetterereignisse und längerer Hitzewellen gewinnt auch eine langfristige Betrachtung von Klimarisiken an Bedeutung und stärkt bei adäquater Gegensteuerung damit die Belastbarkeit des Konzerns weiter. Durch die Fokussierung auf eine nachhaltige Steigerung der Kapazitäten, der Qualität und der Resilienz des Bahnsystems werden bedarfsgerechte Mobilitäts- und Logistikdienstleistungen kontinuierlich weiterentwickelt. Eingebunden in transeuropäische Schienennetze verbinden die ÖBB nicht nur Menschen und Regionen, sondern sind auch ein bedeutender Wirtschaftsmotor und übernehmen Verantwortung als verlässlicher Partner in der Logistikkette der Wirtschaftsstandorte. Aus der Analyse der ermittelten Auswirkungen, Risiken und Chancen zeigt sich, dass die grundlegende strategische Ausrichtung des Geschäftsmodells des ÖBB Konzerns nachhaltig langfristig und zukunftsfit ausgerichtet ist. ESRS 2.SBM- 3.48.f Management der Auswirkungen, Risiken und Chancen Angaben zum Verfahren für die Wesentlichkeitsanalyse Beschreibung des Verfahrens zur Ermittlung und Bewertung der wesentlichen Auswirkungen, Risiken und Chancen Der Prozess zur Ermittlung wesentlicher Auswirkungen, Risiken und Chancen des ÖBB Konzerns sowie der vor- und nachgelagerten Wertschöpfungskette orientiert sich am Leitfaden der EFRAG „Implementation Guidance – EFRAG IG 1 – Materiality Assessment“. ESRS 2.IRO-1.53.b Die Wesentlichkeitsanalyse ist seit vielen Jahren ein Fixpunkt der Nachhaltigkeitsstrategie des ÖBB Konzerns und wurde zuletzt 2021 durchgeführt. Sie wurde nun an die Anforderungen der ESRS bezüglich der Ermittlung von Auswirkungen, Chancen und Risiken sowie der Einbindung der Interessensträger:innen angepasst und erfährt auch in Zukunft eine kontinuierliche Weiterentwicklung. Die Bewertung der Ergebnisse der Doppelten Wesentlichkeitsanalyse erfolgt regelmäßig und liefert wichtige Erkenntnisse zur Ausrichtung der Nachhaltigkeitsthemen des ÖBB Konzerns. ESRS 2.IRO- 1.53.h Prozess zur doppelten Wesentlichkeitsanalyse Zu Beginn der doppelten Wesentlichkeitsanalyse definieren die verantwortlichen Risikomanager:innen, Nachhaltigkeitskoordinator:innen und Vertreter:innen aller Teilkonzerngesellschaften unter der Leitung des Nachhaltigkeitsteams der ÖBB-Holding AG je eine Arbeitsgruppe zu den 10 ESRS-Themen. Die Arbeitsgruppen setzen sich aus Mitarbeitenden mit Themen-Expertise zu ESRS Themen, dem Nachhaltigkeitsmanagement der unterschiedlichen Teilkonzerngesellschaften und der ÖBB-Holding AG, sowie Kolleg:innen aus dem Risikomanagement zusammen, um einen teilkonzernübergreifenden Blick zu gewährleisten. In einem ersten Schritt entwickeln die Arbeitsgruppen ein gemeinsames Verständnis über die Grundlagen und Anforderungen der ESRS. Eine umfassende GAP-Analyse schafft einen Überblick über bereits vorhandene Informationen und noch bestehende Lücken. | LB51
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