ÖBB Geschäftsbericht 2024 – Magazin

Für ein stabiles Morgen 18 Ein ehrgeiziges Ziel Anfang Oktober wurde der Fahrplan für die schrittweise Rückkehr zum Normal- betrieb bekannt gegeben. Bis 4. No- vember sollte die neue Weststrecke im Bereich Wienerwald und Lainzer Tunnel sowie der Pendelverkehr zwischen Wien Westbahnhof und Tullnerfeld wieder in Betrieb genommen werden. Am 9. No- vember folgte die Wiederinbetriebnah- me der S80 zwischen Wien Hütteldorf und Wien Hauptbahnhof sowie der S40 zwischen Tulln und Tullnerfeld. Und mit dem Fahrplanwechsel am 15. Dezember ist schließlich die Vollinbetriebnahme der neuen Weststrecke gelungen. Ein äußerst ambitioniertes Ziel war erreicht, das einmal mehr nur durch den enormen Einsatz der ÖBB Mitarbeiter:in- nen in die Tat umgesetzt werden konnte. Auf der gesamten Strecke mussten unterspülte Gleise repariert und kaput- te Weichen ausgetauscht werden. Im Lainzer Tunnel und im Knoten Haders- dorf mussten betriebswichtige Anlagen gewartet oder ausgetauscht werden, ebenso im Atzenbrugger Tunnel. Die neue „neue“ Weststrecke Um das notwendige Material für die Weststrecke zu beschaffen, wurden die Ersatzteillager der ÖBB im ganzen Land buchstäblich auf den Kopf gestellt. Man- cherorts konnten – unter Einhaltung aller hohen Sicherheitsstandards – temporäre Lösungen für die Inbetriebnahme ge- funden werden. An den Brennpunkten der Katas- trophe wurde im Sieben-Tage-Betrieb und meist rund um die Uhr gearbeitet, um den Zeitplan einhalten zu können. Denn damit die Züge wieder mit bis zu 230 Stundenkilometern durch den Atzenbrugger Tunnel fahren konnten, musste vorher die gesamte Sicherheits- technik instand gesetzt werden. Dazu wurden unter anderem 16 Kilometer Kabel für die Stromversorgung und 1,4 Kilometer Hochspannungsleitungen ausgetauscht, 60 Kilometer Lichtwellen- leiter neu verlegt und 4.000 Meter beleuchtete Handläufe neu montiert. Nach Abschluss der Arbeiten wurden alle Anlagen umfassend überprüft sowie Probe- und Testfahrten durchgeführt. Der Bahnhof Tullnerfeld erwacht Schritt für Schritt erwachte auch der Bahnhof Tullnerfeld wieder zum Leben. Die Bahnhofshalle wurde gereinigt und dank einer Notstromversorgung konnten die gesamte Technik und die Fahrgastin- formation in Betrieb genommen werden. Pünktlich zur Aufnahme des Zugverkehrs am Bahnhof Tullnerfeld am 4. November waren auch wieder alle Bahnsteige über Treppen und Aufzüge erreichbar. Trotzdem gab es weiterhin Ein- schränkungen. Teile des Bahnhofs wie Geschäfte und WC-Anlagen blieben Fest steht, dass sich extreme Wetterereignisse häufen und die ÖBB mit ihren exponierten Anlagen besonders hart treffen. AUFRÄUMARBEITEN. Unzählige Kubikmeter Wasser mussten abgepumpt und Unmengen an Schlamm mussten entfernt werden

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