ÖBB Geschäftsbericht 2024 – Magazin

Für ein stabiles Morgen 24 Das abgelaufene Jahr war für die ÖBB Rail Cargo Group (RCG) vor allem von der anhaltend schlechten Wirtschaftslage und der damit verbundenen Nachfrage- schwäche im Güterverkehr geprägt. Hin- zu kam ein verschärfter Wettbewerb mit dem Lkw, der von günstigeren Energie- kosten und hohen freien Kapazitäten profitierte. Trotzdem gelang es der RCG ergebnisseitig auf Kurs zu bleiben. Doch dann kam zusätzlich zu einer konjunktu- rellen Schwäche im zweiten Halbjahr das Hochwasser, das von einem Tag auf den anderen ganze Lieferketten außer Kraft setzte und die Bilanz verregnete. Hochwasser trifft Versorgung In Österreich waren nicht nur alle Haupt- verkehrsachsen, sondern zahlreiche An- schlussbahnen überflutet. Auch in Polen, Tschechien, Rumänien und Ungarn waren ganze Korridore aufgrund von Hochwasser und Schlammlawinen nicht mehr befahrbar. Die gute Nachricht: Die Versorgung für RCG-Kunden konnte aufrechterhal- ten werden. Großräumige Umleitungen bis hin zu Ausweichrouten über andere Länder sowie Umfahrungen der Hoch- wassergebiete auf der Straße machten das Unmögliche möglich. Sogar die Rübenernte konnte trotz des Ausfalls der dafür essenziellen Bahnstrecke durch das Tullnerfeld gerettet werden. Die RCG hat sich auch in dieser Krise wieder als ver- lässliches und nachhaltiges Rückgrat der europäischen Wirtschaft bewiesen. Expansion und Innovation Trotz der schwierigen Rahmenbedin- gungen ist es der RCG gelungen, ihre Position weiter auszubauen. Mittlerweile wurde das Eigentraktionsnetzwerk be- reits auf 14 europäische Länder ausge- dehnt. So konnte Ende Mai der Erwerb des niederländischen Eisenbahnverkehrs- unternehmens Captrain Netherlands B.V. abgeschlossen werden. In Serbien folgte nach der Gründung einer Traktions- gesellschaft 2023 die Gründung einer gemeinsamen Speditionsgesellschaft mit Transfera d.o.o., dem zweitgrößten serbischen Speditionsunternehmen. Ein weiteres Highlight ist die Zu- sammenarbeit mit Transporeon. Mit der führenden Transportmanagementplatt- form Europas konnte erstmals eine naht- lose Integration von Bahntransporten realisiert werden. Eine Verlagerung von Straßentransporten auf die nachhaltige Schiene ist somit so niederschwellig wie noch nie und für die Verlader auf derselben Benutzungsoberfläche mit nur wenigen Klicks möglich. Für diese Innovation erhielten RCG und Transpo- reon im vergangenen Jahr sowohl den „Österreichischen Logistikpreis“ als auch den international renommierten „Supply Chain Excellence Award“. Nachhaltig in die Zukunft Auch für ihr nachhaltiges Engagement wird die RCG regelmäßig ausgezeich- net: So erzielte die RCG wiederholt gute Ergebnisse beim weltweit bedeutenden „Carbon Disclosure Project“-Rating. Und beim internationalen UIC-Rating landet die RCG weit über dem Branchen-Durch- schnitt. Für 2025 erwarten Wirtschafts- forscher:innen weiterhin nur eine mode- rate Entwicklung. Die RCG sieht dennoch mittel- bis langfristig Wachstumspoten- ziale – vor allem in der Erweiterung des Produktportfolios und attraktiven Bahnlogistikkonzepten für Transporte, die heute auf der Straße fahren. Erfolgs- entscheidend dabei sind anhaltende Investitionen in Digitalisie- rung und innovatives Rollmaterial. Nachhaltiges Rückgrat der europäischen Wirtschaft RAIL CARGO GROUP. Trotz schwierigster Bedingungen konnte sich die RCG als verlässlicher Partner der Wirtschaft behaupten. EIGENTRAKTION. Seit letztem Jahr ist die RCG in 14 Ländern in Eigentraktion unterwegs MEHR dazu im Lagebericht auf Seite LB4, LB7, LB11, LB14, LB17, LB19, LB25

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